Masterarbeit, 2016
87 Seiten, Note: 1,0
0 EINFÜHRUNG ÜBER KÖRPER UND KONFLIKTE
1 DER KÖRPER AUF DEM VERHANDLUNGSTISCH
1.1 KÖRPERLICHKEIT, FLEISCHLICHKEIT, ENDLICHKEIT
1.2 KÖRPER ALS MEDIUM DER KRITIK
2 POLITISCHE SITUATIONEN AUF DEM VERHANDLUNGSTISCH
2.1 DER KÖRPER DER »ANDEREN«
2.2 »DIS-ORIENTALISMUS«
2.3 DIE LUST AM TOD
3 MACHTVERHÄLTNISSE IM AUSSTELLUNGSRAUM
3.1 DER KÖRPER ALS UN-/SPEZIFISCHES OBJEKT
3.2 DAS LEID ANDERER
4 FRAGMENTARISCHE KÖRPER UND GESCHICHTE
Die Arbeit untersucht, wie Mona Hatoums Performance The Negotiating Table (1983) den menschlichen Körper als Projektionsfläche für politische Konflikte und Machtverhältnisse nutzt, um die Diskrepanz zwischen medialer Repräsentation und realem Leid erfahrbar zu machen.
1.2 Körper als Medium der Kritik
Die Verwendung des Körpers als künstlerisches Material, wie sie in Mona Hatoums The Negotiating Table ersichtlich ist, entfaltete sich vor allem aus dem Action Painting der 1950er und 60er Jahre. Sukzessive wendeten sich KünstlerInnen von der Leinwand ab und der körperlichen Bewegung und Aktion zu. 1974 erhielt diese Entwicklung ein Programm durch François Plucharts Manifeste de l'art corporel. Darin behauptet Pluchart, dass allein der sozialisierte Körper, in den „Lust, Leiden, Krankheit und Tod“ eingeschrieben seien, adäquat auf gesellschaftliche Probleme und Umbrüche reagieren könne. Das Manifest proklamiert eine Emanzipation von soziopolitischen Zwängen, die durch die körpereigene, unveräußerliche Erfahrung zur Stärkung des Individuums führe. Während Aufführungen von Body Art in den 1960er Jahren noch kollektive Aktionen umfassten, fanden in den 1970ern vermehrt individualisierte Aktionen statt, in denen zumeist eine physische Belastung, Verletzung oder tabuisierte Körperteile provokant inszeniert wurden. Auch Hatoum führt ihre Performance 1983/84 allein auf und evoziert Bilder der Verletzung und des Mordes durch Blut und die Häufung von Organen auf ihrem Körper. Die Body Art reagierte und dokumentierte sich außerdem in öffentlichen und privaten Aktionen durch Fotografien und Videoaufnahmen, da ihre Aufführungen charakteristischerweise ephemere und partizipatorische Ereignisse waren.
0 EINFÜHRUNG ÜBER KÖRPER UND KONFLIKTE: Einleitung in die Thematik des menschlichen Körpers als Austragungsort von Macht und Widerstand, mit Fokus auf Mona Hatoums Werk.
1 DER KÖRPER AUF DEM VERHANDLUNGSTISCH: Untersuchung der Körperlichkeit, Endlichkeit und des Körpers als kritisches Medium innerhalb der Performance.
2 POLITISCHE SITUATIONEN AUF DEM VERHANDLUNGSTISCH: Analyse der politischen Dimensionen, insbesondere der Exilerfahrung, des Nahost-Konflikts und der Ambivalenz zwischen Leben und Tod.
3 MACHTVERHÄLTNISSE IM AUSSTELLUNGSRAUM: Untersuchung, wie Hatoums Körper im Ausstellungsraum als Objekt agiert und im Vergleich zu minimaler Kunst die Wahrnehmung der BetrachterInnen beeinflusst.
4 FRAGMENTARISCHE KÖRPER UND GESCHICHTE: Abschließende Betrachtung, wie Hatoums fragmentarischer Körper als Metapher für die Geschichte und Identität im Exil fungiert.
Mona Hatoum, The Negotiating Table, Performance Kunst, Body Art, Nahost-Konflikt, Politischer Körper, Exil, Machtverhältnisse, Minimal Art, Identität, Diskurs, Verletzlichkeit, Repräsentation, Andere, Biopolitik.
Die Arbeit analysiert die Performance "The Negotiating Table" von Mona Hatoum als eine kritische Auseinandersetzung mit politischen Machtverhältnissen und dem menschlichen Körper als Ort von Konflikten.
Die zentralen Felder umfassen die Kunsttheorie (speziell Body Art und Minimal Art), politische Philosophie (Bio-Macht, Orientalismus) sowie soziopolitische Themen wie Exil, Krieg und Identität.
Ziel ist es, die Verbindung zwischen der ästhetischen Inszenierung des verletzten Körpers und den tieferliegenden, oft unsichtbaren politischen Machtstrukturen im Kontext des Nahost-Konflikts aufzuzeigen.
Es werden kunsthistorische Analysen mit Theorien aus den Kultur- und Politikwissenschaften (u.a. von Merleau-Ponty, Edward Said, Michel Foucault, Judith Butler) verknüpft.
Der Hauptteil behandelt die Inszenierung des Körpers als politisches Subjekt/Objekt, die Rezeption durch das Publikum und den Vergleich mit anderen Künstlern wie Robert Morris oder den Wiener Aktionisten.
Neben Hatoum sind dies vor allem Dis-Orientalismus, Bio-Macht, Körperlichkeit, das "Andere" und die Fragmentierung im Kontext von Geschichte und Exil.
Der Konflikt dient als inhaltlicher Rahmen, der durch Soundspuren und die physische Inszenierung des verletzten Körpers in den neutralen Raum des Museums übertragen wird.
Der Vergleich dient dazu, die Besonderheit von Hatoums Körper als "lebendiges" und zugleich "politisches" Material von den oft rein formalistischen Ansätzen der Minimal Art (wie Morris' "Column") abzugrenzen.
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