Bachelorarbeit, 2018
67 Seiten, Note: 10 (1)
I. Einführung, Motivation und teoretischer Hintergrund
I. 1. Ziel und Gegenstand der Arbeit. Romanauswahl
I. 2. Begrifferklärung
I. 3. Die Familie als System - Chronotopos. Begründung und Einrahmung. Anwendung auf Thomas Manns Buddenbrooks
II. Eine Frage der Zeit – eine ‚unplötzliche‘ Geschichte oder die „kalte Kultur“ der Buddenbrooks
III. Chronotopos des Weges
III. 1. Individuelle Wege – Merkmale der Generationen
III. 1. 1. Individuelle Wege als Zeitpunkte der Familiengeschichte
III. 1. 2. Individuelle Wege als Räume
III. 2. Die Familie als Weg
III. 2. 1. Die Familie als Zeit
III. 2. 2. Die Familie als Raum
IV. Chronotopos der Idylle
IV. 1. Die Familienidylle
IV. 2. Die Liebesidylle
V. Chronotopos des Archivs oder eine Biographisierung des Lebens
V. 1. Das Familienbuch zwischen Erinnerung und Gedächtnis
V. 2. Die Familie selbst als Archiv
VI. Chronotopos des Todes. Eine Linie des Verfalls
VII. Schluβfolgerungen
Die vorliegende Arbeit untersucht die chronotopischen Beziehungen in Thomas Manns Roman „Buddenbrooks. Verfall einer Familie“, um die Familie als eine spezifische Form des Chronotopos zu definieren und zu analysieren, wie Raum und Zeit den Prozess des familiären Verfalls maßgeblich bestimmen.
I. 1. Ziel und Gegenstand der Arbeit. Romanauswahl
Standpunkt meiner Arbeit sind die chronotopischen Beziehungen in Thomas Manns ersten Roman, Buddenbrooks. Verfall einer Familie. Der Raum und die Zeit als Begriffe sind Forschungsgegenstand in verschiedenen Wissenschaften und stellen ein Thema von besonderer Aktualität vor, da in allen Epochen und implizit in der Gegenwart bleiben sie von zentralen Relevanz - desto mehr in der Literatur, wo die Begrenzungen der Seite ihm eine Reihe von spezifischen Eigenheiten verleihen.
Thomas Mann selbst hat sich viel mit naturwissenschaftlichen Themen in seinen Werken beschäftigt, nämlich auch mit der seit Einstein entwickelten Problematik der Relativität von Zeit und Raum. Wenn aber in anderen Werken, wie Der Zauberberg, zum Beispiel, dieses Thema einen Vorrang hat, wurde es in Manns ersten Roman noch nicht genug geforscht. Und zwar geht es hier weder um einen metaphysischen oder philosopischen Kontext, wie im Roman Der Zauberberg, noch um eine reale, begrenzte Chronotopik, wie im Fall anderer Werken, sondern um eine ganz besondere Verknüpfung dieser Beziehungen im Rahmen einer neuen Art von Chronotopos – der der Familie, was diese Arbeit veranschaulichen und beweisen will.
I. Einführung, Motivation und teoretischer Hintergrund: Einführung in die chronotopischen Beziehungen in Thomas Manns „Buddenbrooks“ und Vorstellung des theoretischen Rahmens.
II. Eine Frage der Zeit – eine ‚unplötzliche‘ Geschichte oder die „kalte Kultur“ der Buddenbrooks: Analyse der zeitlichen Struktur und der Abwesenheit abenteuerlicher Elemente im Roman.
III. Chronotopos des Weges: Untersuchung der individuellen Wege der Charaktere und der Familie als Ganzes unter Berücksichtigung von Raum und Zeit.
IV. Chronotopos der Idylle: Erörterung der Familien- und Liebesidylle sowie deren Unmöglichkeit oder Störung im Kontext des Verfalls.
V. Chronotopos des Archivs oder eine Biographisierung des Lebens: Analyse der Rolle des Familienbuchs und der Familie selbst als Speicher für Erinnerungen und Identität.
VI. Chronotopos des Todes. Eine Linie des Verfalls: Betrachtung des Todes als wesentliches Element, das den Prozess des Verfalls bis hin zu Hanno markiert.
VII. Schluβfolgerungen: Fazit zur Relevanz der chronotopischen Analyse und Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.
Thomas Mann, Buddenbrooks, Chronotopos, Zeit, Raum, Familie, Verfall, Familienroman, Idylle, Archiv, Tod, Generationen, Literarische Analyse, Bachtin, Erinnerung.
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Zeit-Raum-Beziehungen (Chronotopoi) in Thomas Manns Roman „Buddenbrooks“ und untersucht, wie diese das Schicksal der Familie prägen.
Zentrale Themen sind die Analyse des Familien-Verfalls, die Rolle von Generationen, die Bedeutung des Hauses sowie die Konzepte von Zeit und Erinnerung innerhalb eines familiären Systems.
Das Ziel ist es, die „Familie“ als eine spezifische, bisher wenig erforschte Art von Chronotopos zu definieren und zu belegen, wie Thomas Mann Raum und Zeit in seinem Roman verknüpft.
Die Arbeit basiert primär auf den literaturtheoretischen Ansätzen von Michail Bachtin zum Chronotopos, ergänzt durch kultuwissenschaftliche Theorien von Autoren wie Aleida Assmann, Gaston Bachelard und Michel Foucault.
Der Hauptteil analysiert verschiedene Chronotopoi wie den Weg, die Idylle, das Archiv und den Tod und setzt diese in Bezug zu den Hauptcharakteren und der Entwicklung der Familie über vier Generationen.
Schlüsselwörter sind Chronotopos, Buddenbrooks, Familie, Verfall, Zeit, Raum, Erinnerung und Generationenfolge.
Das Haus fungiert als Symbol für die Firma und die Familie. Es ist der zentrale Ort, der die Charaktere und ihre Entwicklung maßgeblich beeinflusst, als Archiv dient und untrennbar mit dem Schicksal der Generationen verbunden ist.
Durch das Familienbuch („Archiv“) betreiben sie eine aktive, zielgerichtete Erinnerungsarbeit, die Stolz vermitteln soll, jedoch angesichts des Verfalls zunehmend zur bloßen Gedächtnisübung wird.
Der Tod wird zur „Linie des Verfalls“ und spiegelt die zunehmende Degeneration der Familie wider, wobei jeder Todesfall eine Zuspitzung der Unfähigkeit darstellt, das familiäre System aufrechtzuerhalten.
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