Bachelorarbeit, 2015
34 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Themenstellung und methodisches Vorgehen
2. Historische Hinführung mit Hilfe der Nous-Fragmente des Anaxagoras
I. Was ist die Substanz?
1. Metaphysik Λ als Grundlage der Untersuchung
2. Der Begriff der Materie
II. Notwendigkeit eines ersten unbewegten Bewegers
1. Wesensbestimmungen des Göttlichen
2. Wie bewegt das Göttliche alles Übrige?
a. Pros-Hen-Relation
b. Die teleologische Seinsordnung
III. Tätigkeit des Göttlichen
1. Vergleich zur Tätigkeit des menschlichen Nous
2. Was ist der menschliche Nous?
IV. Resümee
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht das Konzept des göttlichen Nous als unbewegte Substanz in Aristoteles’ Metaphysik Lambda. Ziel ist es, durch die Analyse der ontologischen Grundlagen und den Vergleich mit dem menschlichen Nous zu klären, inwiefern der göttliche Nous als teleologisches Prinzip verstanden werden kann und welche Rolle er in der aristotelischen Seinsordnung einnimmt.
2. Wie bewegt das Göttliche alles Übrige?
In Aristoteles’ Metaphysik ist eine Pros - Hen - Relation im doppelten Sinne vorzufinden. Anders als in Met. Γ, wo er die ontologische Abhängigkeit alles akzidentiell Seienden von dem primär Seienden, nämlich den Substanzen, schildert, stellt Aristoteles in Met. Λ 10 eine teleologische Relation vor, die sich darin zeige, dass jegliche unvollkommene Substanz auf die ihr jeweils übergeordnete ausgerichtet sei und schließlich den vollkommenen Nous als letztes Ziel habe.
Der göttliche Nous, der auf diese Weise alle weiteren Substanzen bewege, bleibe selbst hingegen unbewegt. Dies sei wiederum nur möglich, da er das Übrige nicht etwa im mechanischen oder im schöpferischen Sinne, sondern wie ein Geliebtes (ὡς ἐρώμενον) bewege (vgl. Met. Λ 7, 1072b3), und dadurch als Ursache einer Reihe von Bewegungen fungiere.
Indem der Nous also die zweiten Ousiai bewege, da diese nach ihm streben, bewege er ebenfalls die ersten, die ihrerseits nämlich von den Himmelskörpern bewegt werden, als Erstrebtes (ὀρεκτὸν). Dies wird nochmals durch De anima bestärkt, wo Aristoteles ausführt, dass lediglich das Erstrebte als erstes Bewegendes angenommen werden könne. Somit sei folglich alles weitere Seiende auf das Eine (πρὸς ἕν), welches als teleologische Ursache auftrete, ausgerichtet.
Einleitung: Einführung in die Thematik der Metaphysik und die Zielsetzung der Untersuchung des göttlichen Nous.
I. Was ist die Substanz?: Analyse der Ousia-Lehre anhand der Kategorienschrift und Metaphysik Lambda zur Bestimmung des ontologischen Status.
II. Notwendigkeit eines ersten unbewegten Bewegers: Untersuchung der unbewegten Substanz, ihrer Ewigkeit und der teleologischen Seinsordnung.
III. Tätigkeit des Göttlichen: Vergleich der Tätigkeit des göttlichen Nous mit dem menschlichen Erkenntnisvermögen und Analyse der reinen Geisttätigkeit.
IV. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur Rolle des göttlichen Nous als Prinzip und Zielursache.
Aristoteles, Metaphysik Lambda, Nous, Ousia, unbewegter Beweger, Substanz, Teleologie, Pros-Hen-Relation, Ontologie, Geisttätigkeit, Materie, Wirklichkeit, Möglichkeit, Hyle, Theoria
Die Arbeit untersucht das aristotelische Konzept des göttlichen Nous als eine unbewegte Substanz, die als teleologisches Prinzip den Kosmos ordnet.
Die zentralen Felder sind die Ousia-Lehre des Aristoteles, die Unterscheidung zwischen Materie und Form, die teleologische Seinsordnung und der Vergleich zwischen göttlicher und menschlicher Vernunft.
Das Ziel ist es, die Notwendigkeit und die Wirkweise des göttlichen Nous zu begründen und zu klären, warum er als unbewegte Ursache alles Übrige bewegt.
Die Arbeit basiert auf einer textkritischen und analytischen Untersuchung der aristotelischen Hauptschriften, insbesondere der Metaphysik, ergänzt durch historische Hinführungen (Anaxagoras) und psychologische Schriften (De anima).
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des Substanzbegriffs, die Notwendigkeit des ersten Bewegers sowie eine detaillierte Gegenüberstellung des göttlichen und menschlichen Nous.
Schlüsselwörter sind insbesondere Aristoteles, Nous, Ousia, Teleologie, unbewegter Beweger und das Verhältnis von Wirklichkeit zu Möglichkeit.
Aristoteles sieht in Anaxagoras einen Wegbereiter, da dieser den Nous bereits als ordnendes Prinzip erkannte, auch wenn die aristotelische Ausarbeitung über dessen Ansatz hinausgeht.
Der göttliche Nous ist reine, ewige Tätigkeit und erkennt sich selbst, während der menschliche Nous rezeptiv ist und nur zeitweise in eine tätige, denkende Verfassung gelangt.
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