Bachelorarbeit, 2016
64 Seiten, Note: 1,5
Einleitung
I. Forschungsstand
II. Rezeption japanischer Comics in Deutschland
1. „Paper Theatre“ – Verbreitung von Germanga
2. Olivia Vieweg – von Manga zum Graphic Novel
III. Hybridität der Werke von Vieweg
1. Panelaufbau und Struktur
2. Vermischung von Stilmitteln
3. Einflüsse des Mangas auf inhaltlicher Ebene
4. Die lokale Verortung
5. Grenzüberschreitung der Genres
IV. Entwicklung von Mädchen-Comics als neues Subgenres
V. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Phänomene der Grenzüberschreitung und Hybridisierung in den Werken der deutschen Comiczeichnerin Olivia Vieweg, insbesondere unter Berücksichtigung des Einflusses japanischer Manga-Stilmittel auf deutsche grafische Literatur. Ziel ist es, die Entwicklung einer hybriden Form des „Germanga“ sowie deren Potenzial für den deutschen Comic-Markt und die Erschließung neuer Lesergenerationen zu analysieren.
1. Panelaufbau und Struktur
Die Graphic Novel „Endzeit“ und „Antoinette kehrt zurück“ weisen formal gesehen zunächst eine westlich anmutende Struktur auf. Beide sind in westlicher Leserichtung zu lesen, beide sind anders als Mangas vollständig koloriert oder zumindest mit farblichen Akzenten versehen. Auch die starke Schattierung mutet eher westlich an. Es gibt keine eigene erzählende Einheit, die Figuren erzählen durch Dialog und innere Monologe selbst, was sich verstärkt im Shoujo-Mangas wiederfinden lässt, indem gesprochener und innerer Dialog durch die starke Identifizierung mit der Protagonistin verschmelzen. Ein weiteres Merkmal ist die nicht chronologische Erzählweise, die in beiden Werken durch Rückblicke und parallele Wechsel zur Gegenwart unterbrochen wird. Besonders in „Antoinette“ lösen sich die Grenzen zwischen der Gegenwart und ihrer Erinnerung auf, vor allem durch Sequenzierung von Zeitsprüngen. Besonders was die kleinste erzählerische Einheit, die Panels, sowie die Form und Variation der Sprechblasen betrifft, lassen sich Einflüsse aus dem Manga erkennen. Bereits die erste Seite von „Endzeit“ macht dies deutlich.
Einleitung: Einführung in die wachsende Bedeutung des Manga-Marktes in Deutschland und die Forschungsabsicht bezüglich der Werke von Olivia Vieweg.
I. Forschungsstand: Überblick über die spärliche wissenschaftliche Literatur zum „Germanga“ und die Notwendigkeit einer tiefergehenden Analyse deutscher Eigenproduktionen.
II. Rezeption japanischer Comics in Deutschland: Untersuchung der Akzeptanz japanischer Comics durch deutsche Jugendliche und die Rolle von Magazinen wie „Paper Theatre“.
III. Hybridität der Werke von Vieweg: Detaillierte Untersuchung von formalen und inhaltlichen Einflüssen des Manga-Stils auf die Werke der Autorin sowie deren Genre-Grenzüberschreitungen.
IV. Entwicklung von Mädchen-Comics als neues Subgenres: Erörterung der neuen Zielgruppenerschließung durch das Shoujo-Genre und die Professionalisierung weiblicher Talente.
V. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Bedeutung hybrider deutscher Produktionen für die Zukunft des Comic-Marktes und die transkulturelle Identitätsbildung.
Germanga, Olivia Vieweg, Manga, Graphic Novel, Shoujo-Manga, Hybridisierung, Interkultureller Austausch, Comic-Markt, Gender-Theorie, Girl-Comics, Bildliteratur, Panelgestaltung, lokale Verortung, Genre-Überschreitung, Erzählmethodik.
Die Arbeit analysiert die interkulturelle Hybridisierung im Werk von Olivia Vieweg und untersucht, wie japanische Manga-Stilmittel in den deutschen Comicmarkt einfließen.
Im Zentrum stehen die visuelle und formale Struktur von Comics, die Bedeutung der lokalen Verortung in Deutschland sowie die Entwicklung weiblicher Comic-Subgenres.
Das Ziel ist es, das "Novum" des deutschen Mangas aufzuzeigen und zu verstehen, wie diese hybride Form das Genre- und Genderverständnis innerhalb der grafischen Literatur beeinflusst.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse grafischer Stilmittel, indem sie Viewegs Werke mit japanischen Manga-Konventionen (insbesondere dem Shoujo-Genre) vergleicht.
Besonders der Panelaufbau, die Schattierungstechniken, die Verwendung von Bewegungslinien und die inhaltliche Charakterentwicklung werden detailliert untersucht.
Wichtige Begriffe sind Hybridisierung, Germanga, Shoujo, Bildliteratur, transkultureller Austausch und grafisches Erzählen.
Während "Endzeit" eher durch koloriertes, filmisches Erzählen besticht, setzt "Antoinette" stärker auf unkonventionelle, skizzenhafte Rahmen zur Darstellung psychischer Zustände.
Die ostdeutsche Herkunft bietet laut der Analyse einen experimentellen Freiraum für die künstlerische Gestaltung, da hier weniger durch ökonomische Zwänge geprägte Traditionen den Prozess einschränkten.
Das Shoujo-Genre ermöglicht eine starke Subjektivierung der Erzählung, wodurch die inneren psychischen Konflikte und die Gefühlswelt der weiblichen Hauptfiguren ins Zentrum rücken.
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