Fachbuch, 2018
114 Seiten
1 Einleitung
1.1 Lesetechnische Hinweise
2 Allgemeine Begriffsdefinition
2.1 Begriffsdefinition Wahrnehmung
2.2 Begriffsdefinition Attraktivität und Schönheit
2.3 Begriffsdefinition Charakter
3 Visuelle Wahrnehmung des Menschen
3.1 Grundprinzip des visuellen Wahrnehmungsprozesses
3.2 Begrenzung von Wahrnehmung
3.3 Wahrnehmung von Objekten
3.4 Wahrnehmung von Gesichtern
4 Das Gesicht in der Forschung
4.1 Attraktivität und Schönheit
4.2 Nonverbale Kommunikation
5 Das Gesicht in der Computer-Grafik
5.1 Uncanny Valley - 不気味の谷
5.2 Design
5.3 Analyse Rapunzel: Tangled
5.4 Unterschiede bei männlichen und weiblichen CG-Charakteren
6 Conclusio
Diese Arbeit untersucht, welche visuellen Faktoren des Gesichts bei 3D-animierten Computer-Grafik-Charakteren eine spontane positive Wahrnehmung beim Betrachter begünstigen und wie dieses Wissen zur Optimierung des Charakterdesigns genutzt werden kann.
4.1.3 Kindchenschema
Kleinkinder besitzen eine Ausstrahlung, die unwiderstehlich ist für Erwachsene. Diese Art der Ausstrahlung der Reize veranlasst den Betrachter/ die Betrachterin mit einer Art Beschützerinstinkt zu reagieren. Dieses Phänomen bezeichnet sich als Kindchenschema. Den Namen hat der Verhaltensforscher Konrad Lorenz geprägt. Dieses Verhalten des Betrachters/ der Betrachterin wird durch bestimmte Merkmale in dem Gesicht des Betrachteten/der Betrachteten ausgelöst. Diese sind physische Merkmale, die zu einem Kleinkindergesicht gehören (vgl. Lauster, 1985, 23). Diese Merkmale wirken beschwichtigend und aggressionshemmend um das schutzlose Kleinkind zu schützen vor den eigenen Eltern wie auch vor Fremden. Dieses Verhalten lässt sich nicht nur bei menschlichen Kleinkindern erkennen. Auch Tierkinder fallen unter dieses Phänomen. Dieser Mechanismus hat einen einfachen biologischen Hintergrund. Ohne dieses Verhalten der Erwachsenen wäre ein Überleben des Kleinkindes nicht gewährleistet. Das Kleinkind muss seinen Betrachter/ seine Betrachterin mit Hilfe seines physischen Erscheinungsbildes also so manipulieren das dieser/ diese es beschützt und ihm helfen will. Egal ob blutsverwandt oder nicht (vgl. Renz, 2006, 55f). Charakteristische Merkmale des Kindchenschemas sind nach Konrad Lorenz: ein großer Kopf, eine große Stirn, eine kleine kurze Nase, große runde Augen, runde Wangen und einen kleinen zierlichen Unterkiefer. Insgesamt liegen die Augen, die Nase und der Mund ziemlich weit unten im Gesicht. Diese physischen Merkmale veranlassen also den Betrachter/ die Betrachterin dazu ein Kleinkind wie auch Jungtiere niedlich und süß zu finden (vgl. Gründl, o.J.f). Dieses Phänomen des Kindchenschemas findet sich auch viel in der Industrie bei Spielzeugen und Unterhaltungsmedien.
1 Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich visueller Faktoren bei CG-Charakteren und methodischer Aufbau der Literaturarbeit.
2 Allgemeine Begriffsdefinition: Definition und etymologische Herleitung der zentralen Begriffe Wahrnehmung, Attraktivität, Schönheit und Charakter.
3 Visuelle Wahrnehmung des Menschen: Erläuterung des menschlichen Wahrnehmungsprozesses und der Gestaltungsprinzipien, nach denen Objekte und Gesichter kategorisiert werden.
4 Das Gesicht in der Forschung: Analyse von psychologischen Effekten wie dem Halo-Effekt, Kindchenschema, Mimik und Attraktivitätsstereotypen in Bezug auf das Gesicht.
5 Das Gesicht in der Computer-Grafik: Untersuchung von Design-Stilen, der Uncanny-Valley-Problematik und deren Anwendung auf reale Filmbeispiele.
6 Conclusio: Kritische Reflexion der Ergebnisse und Zusammenführung der Erkenntnisse zur Beantwortung der zentralen Forschungsfrage.
3D-Animation, CG-Charakter, Wahrnehmung, Attraktivität, Kindchenschema, Uncanny Valley, Mimik, Nonverbale Kommunikation, Psychologie, Charakterdesign, Symmetrie, Ersteindruck, Halo-Effekt, Stereotypen, Computer-Grafik
Die Arbeit analysiert, wie das Design von 3D-animierten Computer-Grafik-Charakteren gestaltet sein muss, um eine spontane positive Wahrnehmung beim Zuschauer zu erzielen.
Die zentralen Themen umfassen Wahrnehmungspsychologie, Attraktivitätsforschung, Sozialpsychologie sowie Designprinzipien in der 3D-Computeranimation.
Die Forschungsfrage lautet: Welche visuellen Faktoren begünstigen eine spontane positive Wahrnehmung des Gesichts eines CG-Charakters und wie können diese helfen, das Charakterdesign zu optimieren?
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Literaturarbeit, in der psychologische Studien und fachspezifische Theorien analysiert und auf CG-Charaktere übertragen werden.
Der Hauptteil behandelt die menschliche Wahrnehmung, die Forschung zum menschlichen Gesicht (Attraktivität, Mimik, soziale Signale) und die Anwendung dieser Erkenntnisse auf das Design von CG-Figuren.
Zu den Kernbegriffen gehören CG-Charakter, Kindchenschema, Wahrnehmung, Uncanny Valley und Attraktivitätsstereotypen.
Das Uncanny Valley bezeichnet das Phänomen, dass hochgradig menschenähnliche, aber nicht perfekt animierte Charaktere beim Betrachter ein Gefühl des Unbehagens oder der Abstoßung auslösen können.
Es wird genutzt, um beim Zuschauer einen Beschützerinstinkt auszulösen, wodurch die Figur als sympathischer und unschuldiger wahrgenommen wird.
Symmetrie signalisiert biologische Gesundheit und Lebendigkeit, wobei leichte Asymmetrien in der Hauttextur wichtig sind, um eine zu maskenhafte oder starre Wirkung zu vermeiden.
Die Analyse zeigt, dass Rapunzel durch die gezielte Anwendung von Grundformen wie Kreisen und Dreiecken, verstärkt durch die Prinzipien des Kindchenschemas, ein universelles, attraktives Erscheinungsbild erhält, das dem Uncanny Valley geschickt entgeht.
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