Bachelorarbeit, 2016
45 Seiten
I. Einleitung
II. Hauptteil
1. Elementare Termini
1.1. Biologisches Geschlecht sex
1.2. Soziales Geschlecht „gender“
1.3. Geschlechtsidentität
2. Geschlechterstereotypen und –rollen
2.1. Typisch Mädchen, typisch Junge
2.2. Androgynie
3. Entstehung geschlechtstypischen Verhaltens
3.1. Verstärkungslernen
3.2. Nachahmung
3.3. Geschlechterrollenübernahme nach Kohlberg
4. Geschlechtstypische Sozialisation
4.1. Sozialisation aus psychoanalytischer Sicht
4.2. Familie als Sozialisationsagent
4.3. Erzieher als Sozialisationsagenten
4.4. Gleichaltrige als Sozialisationsagenten
4.5. Medien als Sozialisationsagenten
5. Geschlechtsbewusste Pädagogik in der Praxis
5.1. Genderkompetenz als Grundkompetenz pädagogischer Arbeit
5.2. Aufgaben geschlechtssensibler Pädagogik
5.3. Feminisierung in Kindertageseinrichtungen
6. Biologische Natur der Geschlechter
III. Schluss
IV. Quellenverzeichnis
Diese Arbeit untersucht die Entstehung geschlechtstypischer Unterschiede im pädagogischen Kontext, insbesondere in Kindertageseinrichtungen, mit dem Ziel zu ergründen, ob diese Verhaltensweisen angeboren sind oder durch Umwelteinflüsse erworben werden.
2. Geschlechterstereotype und –rollen
Allgemein formuliert entsprechen Stereotypen sozialen Urteilen. Besser noch sind sie als Vorurteile zu betrachten, da sie meist dazu tendieren den Menschen grob zu vereinfachen und dabei ungeachtet der Individualität der zugehörigen Gruppe typische Attribute zuschreiben. Ebendiese Überzeugungen, die durch Stereotypen weiter verbreitet werden, werden überwiegend von der Bevölkerung geteilt. Dadurch haben sie einen enormen Einfluss auf die Sichtweise des Einzelnen im Hinblick auf die eigenen, aber auch fremden Gruppen. Ebenso bestimmen sie die Rollenerwartungen an die Geschlechter.
Bezogen auf Geschlechterstereotype wird in erster Linie das biologische Geschlecht eines Menschen als zentrale Typisierungskategorie betrachtet, welche über die eigene Wahrnehmung hinaus auch das gesellschaftliche Zusammenleben von Geburt an prägt. Bereits der Name einer Person wird vom jeweiligen biologisch identifizierten Geschlecht bestimmt, denn laut dem Gesetz muss das Geschlecht eines Kindes bei seiner Namensgebung eindeutig erkennbar sein. Auf diese Weise werden dem Kind schon entsprechende Geschlechtervorurteile nachgesagt, die es ein Leben lang mit sich trägt.
Unter Geschlechterstereotype sind hierbei individuelle Ansichten und Erwartungen bezüglich der typischen Charakteristika von Männern und Frauen, in diesem Kontext jedoch von Jungen und Mädchen zu verstehen. Ein Verständnis von Geschlechterstereotypen lernen Kinder von frühester Kindheit an. Der genaue Prozess der Aneignung von Geschlechterstereotypenwissen bei Mädchen und Jungen wird später in Kohlbergs Geschlechterrollenübernahme genauer thematisiert. An dieser Stelle soll dem Leser klar werden, dass Kinder von diesem Zeitpunkt an schon „unbekannte Personen anhand äußerer geschlechtsrelevanter Merkmale, wie Name, Beruf, Bekleidung, Gesten, usw. den Kategorien „männlich“ oder „weiblich“ zuordnen [können], was bedeutet sie [mithilfe von Geschlechterstereotypen] geschlechtlich voneinander zu unterscheiden.“ Neben den körperlichen Auffälligkeiten und beruflichen Präferenzen eines Geschlechts werden mitunter auch bestimmte Persönlichkeitseigenschaften sowie Verhaltensweisen und Fähigkeiten in die jeweilige Geschlechterkategorie eingegliedert und stereotypisiert. Dabei dienen Geschlechterstereotype vorwiegend der Alltagsbewältigung, indem sie die Komplexität der Welt in übersichtliche Einheiten reduzieren um somit das kognitive System entlasten.
I. Einleitung: Die Autorin reflektiert ihre praktischen Erfahrungen aus einem sechswöchigen Pflichtpraktikum und leitet daraus die Forschungsfrage ab, ob geschlechtstypisches Verhalten angeboren oder sozial geprägt ist.
II. Hauptteil: Der theoretische Rahmen umfasst die Definition grundlegender Begriffe, eine Analyse von Geschlechterstereotypen und -rollen, die lerntheoretische sowie entwicklungspsychologische Entstehung geschlechtstypischen Verhaltens und die Analyse von Sozialisationsinstanzen sowie praxisorientierte Konzepte der geschlechtsbewussten Pädagogik.
1. Elementare Termini: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem biologischen Geschlecht („sex“) und dem sozialen Geschlecht („gender“) und beleuchtet die Entstehung der Geschlechtsidentität als Basis für weiteres Verhalten.
2. Geschlechterstereotype und –rollen: Hier werden die Mechanismen von Vorurteilen und die Erwartungshaltungen an die Geschlechterrollen beschrieben, ergänzt durch das Konzept der Androgynie als Alternative.
3. Entstehung geschlechtstypischen Verhaltens: Es werden lerntheoretische Ansätze wie Verstärkungslernen und Nachahmung sowie Kohlbergs Theorie zur Geschlechterrollenübernahme als alternative Erklärungsmodelle aufgeführt.
4. Geschlechtstypische Sozialisation: Dieses Kapitel untersucht den Einfluss verschiedener Sozialisationsagenten wie Familie, Erzieher, Gleichaltrige und Medien auf die Herausbildung geschlechtstypischer Verhaltensweisen.
5. Geschlechtsbewusste Pädagogik in der Praxis: Der Fokus liegt auf der Aneignung von Genderkompetenz durch pädagogisches Personal sowie den Herausforderungen und Aufgaben einer geschlechtssensiblen Erziehung und der Thematik der Feminisierung in Kindertageseinrichtungen.
6. Biologische Natur der Geschlechter: Hier wird das Verhältnis von Anlage und Umwelt diskutiert, wobei die Bedeutung genetischer Faktoren im Vergleich zu exogenen Einflüssen auf geschlechtstypisches Verhalten bewertet wird.
III. Schluss: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der Ergebnisse, welche die maßgebliche Rolle der Sozialisation hervorhebt und einen Ausblick auf die Manifestation von Rollenstereotypen in weiterführenden Bildungsinstitutionen gibt.
IV. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Quellen.
Geschlechtstypisches Verhalten, Sozialisation, Geschlechtsidentität, Geschlechterrollen, Geschlechterstereotype, Androgynie, Pädagogik, Genderkompetenz, Kindertageseinrichtung, Erzieher, Lern am Modell, Verstärkungslernen, Geschlechterrollenübernahme, Soziale Konstruktion, Elementarpädagogik
Die Arbeit untersucht, wie geschlechtstypisches Verhalten bei Kindern in Kindertageseinrichtungen entsteht und welche Rolle dabei pädagogische Prozesse und soziale Einflüsse spielen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von „Sex“ und „Gender“, der Entstehung von Geschlechterrollen, den Mechanismen der Sozialisation durch verschiedene Akteure sowie den praktischen Anforderungen an eine geschlechtsbewusste Pädagogik.
Die zentrale Forschungsfrage ist, ob die beobachteten unterschiedlichen Verhaltensweisen von Mädchen und Jungen bereits angeboren sind oder primär durch Umwelteinflüsse erworben werden.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der theoretischen Auseinandersetzung mit lerntheoretischen, psychoanalytischen und entwicklungspsychologischen Konzepten.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Erklärungsmodelle zur Entstehung geschlechtstypischen Verhaltens, die Analyse von Sozialisationsagenten sowie die praktische Anwendung genderpädagogischer Kompetenzen.
Die wichtigsten Begriffe sind Geschlechtsidentität, Sozialisation, Geschlechterrollen, Genderkompetenz, Androgynie und die kritische Auseinandersetzung mit biologischen und sozialen Einflüssen.
Pädagogische Fachkräfte wirken als Sozialisationsagenten, die durch ihr eigenes Verhalten und ihre Reaktionen (oft unbewusst) geschlechtsspezifische Erwartungen verstärken oder durch gezielte Förderung aufbrechen können.
Die Autorin betrachtet die Feminisierung des Erzieherberufs kritisch und führt an, dass eine größere Präsenz von männlichen Fachkräften zur Ausdifferenzierung von Geschlechterbildern beitragen könnte.
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