Masterarbeit, 2015
96 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
Eine Kultur der literarischen Auszeichnungen
Gegenwartsliteratur
Auswahl und Vorgehensweise
Untersuchung der ausgewählten Werke
Terézia Mora Alle Tage
Ilija Trojanow Der Weltensammler
Ingo Schulze Handy
Clemens Meyer Die Nacht, die Lichter
Sibylle Lewitscharoff Apostoloff
Georg Klein Roman unserer Kindheit
Clemens Setz Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes
Wolfgang Herrndorf Sand
David Wagner Leben
Saša Stanišić Vor dem Fest
Jan Wagner regentonnenvariationen
Gemachte Beobachtungen
Gemeinsamkeiten
Unterschiede
Fazit: Erkennbare Tendenzen?
Die vorliegende wissenschaftliche Arbeit untersucht die Preisträger des Preises der Leipziger Buchmesse (Kategorie Belletristik) zwischen 2005 und 2015, um herauszuarbeiten, ob diese Werke spezifische Tendenzen oder gemeinsame Konzeptionsmerkmale aufweisen, die sie als Vertreter aktueller, „preiswürdiger“ Literatur kennzeichnen.
Terézia Mora Alle Tage
Terézia Moras Roman Alle Tage erzählt die Geschichte des sprachbegabten Jugoslawienkriegsflüchtlings Abel Nema, der in der großen deutschen Stadt „B.“ (Berlin) vergebens versucht, die Vergangenheit hinter sich zu lassen und ein neues Leben aufzubauen. Im zunächst als Durcheinander erscheinenden Vor und Zurück der Begebenheiten und Erinnerungen kristallisiert sich so Schritt für Schritt Abels Weg, der immer wieder Ähnlichkeiten mit einer Passion aufweist, heraus. Dabei trifft er mehrmals auf ähnlich heimatlose Gestalten wie Konstantin T. oder seine selbsterklärte Patin Kinga und deren Freunde. Zwar würde dasselbe Schicksal, das sie alle teilen, einen guten Anknüpfungspunkt ergeben, doch bleibt Abel stets distanziert und kann so auch keine richtigen Beziehungen zu ihnen aufbauen.
Die Erzählung von Abel Nema ist dabei thematisch vielschichtig aufgebaut: Zwar finden sich zahlreiche Parallelen zum klassischen Bildungsroman, doch gerade die fehlende Entwicklung des Protagonisten und auch die fehlende Anlegung als einen solchen, erscheinen mir den Begriff nicht zu rechtfertigen. Eher noch könnte man den Roman als Exilliteratur bezeichnen, lebt Abel als Deserteur des Jugoslawienkrieges doch gewissermaßen unfreiwillig im Exil. Das Exil stellt für Abel zwar keine bewusste Konstante dar, doch resultieren daraus besonders seine alles überschattende, beständige Heimatlosigkeit und seine Unfähigkeit zur Bindung und zum Ankommen.
Einleitung: Vorstellung des Untersuchungsgegenstands, der Relevanz des Preises der Leipziger Buchmesse und der methodischen Vorgehensweise bei der Analyse der elf Preisträger.
Untersuchung der ausgewählten Werke: Chronologische Analyse der elf prämierten Werke anhand von Kriterien wie Erzählweise, Thema, Problematik und dem Grad der autobiografischen Verflechtung.
Gemachte Beobachtungen: Zusammenführender Vergleich, der Gemeinsamkeiten (z.B. Multiperspektivität, Fokus auf Identitätsproblematik) und Unterschiede in Gattung und formaler Gestaltung herausarbeitet.
Fazit: Erkennbare Tendenzen?: Beantwortung der zentralen Forschungsfrage und Einordnung der Ergebnisse in den Kontext der aktuellen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur.
Preis der Leipziger Buchmesse, Gegenwartsliteratur, Belletristik, Identitätsfindung, Heimatlosigkeit, Multiperspektivität, Autorschaft, Exilliteratur, Postmoderne, Erzählperspektive, Kurzgeschichte, Roman, Literaturpreise, Identitätskrise, Erzählweise.
Die Arbeit analysiert die Preisträger der Kategorie Belletristik des Preises der Leipziger Buchmesse zwischen 2005 und 2015, um Merkmale und Tendenzen der aktuellen deutschsprachigen Gegenwartsliteratur zu identifizieren.
Im Zentrum stehen Identitätskonflikte, das Gefühl von Heimatlosigkeit, die Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie und die Darstellung von gesellschaftlichen Randgruppen.
Die Arbeit fragt danach, ob es spezifische Tendenzen oder Gemeinsamkeiten in der Konzeption der preiswürdigen Werke gibt, die sie von der breiten Masse der Gegenwartsliteratur abheben.
Die Untersuchung erfolgt durch eine systematische Analyse der Primärtexte unter Berücksichtigung von Formalia wie Erzählperspektive, Handlungsaufbau und Thema, ergänzt durch Fachliteratur und Rezensionen.
Der Hauptteil widmet sich einer detaillierten, chronologischen Einzelanalyse der elf Preisträger von Terézia Moras "Alle Tage" bis zu Jan Wagners "regentonnenvariationen".
Die zentralen Begriffe sind unter anderem Gegenwartsliteratur, Identitätsfindung, Preis der Leipziger Buchmesse, Multiperspektivität und literarische Auszeichnungskultur.
Die Arbeit stellt fest, dass in fast allen Fällen eine enge Verknüpfung zwischen dem Autor-Ich und dem Erzähler-Ich besteht, was eine klare Trennung von Fiktion und Realität erschwert.
Nein, ein zentrales Ergebnis ist, dass die Romane keine abschließenden Lösungen für die Ich-Krise oder den Heimatverlust anbieten, sondern das Scheitern dieser Identitätssuche thematisieren.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

