Bachelorarbeit, 2017
69 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Theorieteil
2.1 Exkurs: Deutsche Sprachgeschichte
2.2 Englischer Spracheinfluss
2.3 Definition Anglizismus
2.4 Entlehnungsarten
2.4.1 Fremdwort
2.4.2 Lehnwort
2.4.3 Scheinentlehnung
2.4.4 Hybridbildung
2.5 Fremdwortbildung
2.6 Forschungsstand
3 Informationen zum Untersuchungsmaterial
3.1 Mediensprache – Pressesprache
3.2 Informationen zum Nachrichtenmagazin Der Spiegel
4 Methodenteil
4.1 Fragestellungen
4.2 Zum Korpus und zur Korpuserstellung
5 Datenauswertung
5.1 Gesamtkorpus
5.2 Anglizismen nach Häufigkeit
5.3 Anglizismen nach Kommunikationsbereichen
5.4 Anglizismen nach Wortarten
5.5 Anglizismen nach Entlehnungsarten
5.6 Integration der Anglizismen
6 Beantwortung der Fragestellungen
7 Fazit
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, den Gebrauch von Anglizismen in der deutschen Sprache anhand einer diachronen Untersuchung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel zu analysieren. Dabei wird erforscht, wie sich die Anzahl, das Vorkommen in verschiedenen Kommunikationsbereichen sowie die Integration englischer Wörter in die deutsche Grammatik und Wortbildung zwischen den Jahrgängen 1947 und 1991 verändert haben.
2.4.1 Fremdwort
Das Fremdwort bildet zusammen mit dem Lehnwort die größte Gruppe innerhalb des fremdsprachlichen Worteinflusses im Deutschen (Vgl. Yang 1990: 11). Dies ist mit Carstensens Aussage zu unterstützen, dass Wörter aus einer fremden Sprache am meisten in unveränderter Form und Bedeutung übernommen (= lexikalisiert) werden (Vgl. Stedje 2007: 28). Dabei ist nicht der vollständige Bedeutungsumfang gemeint, jedoch gelten bei Yang auch die Wörter als Fremd- oder Lehnwort, deren Bedeutung nur teilweise übertragen wurde (Vgl. Yang 1990: 11). Diese Definition soll auch für die vorliegende Arbeit gelten. Ein Fremdwort ist immer ein Wort des Deutschen Wortschatzes (Vgl. Eisenberg 2011: 3), wird jedoch mitsamt seiner fremdsprachlichen/ursprünglichen Form aus der Gebersprache in die Nehmersprache übertragen (Vgl. Nübling 2010: 139) und ist somit ein nicht assimiliertes Lehnwort (Vgl. Bußmann 2008: 396). Dabei werden phonologische, graphische und morphologische Merkmale ins Deutsche transferiert (Vgl. Nübling 2010: 139), sodass die Fremdwörter sich schon von ihrem lautlichen und schriftlichen Erscheinungsbild vom Kernwortschatz des Deutschen unterscheiden (Vgl. Eisenberg 2011: 39). Fremde phonologische Merkmale sind zum Beispiel Laute wie der Laut [w] im Wort Software oder auch ganze Lautketten wie [pju:] in Computer (Vgl. Nübling 2010: 139). Innerhalb der morphologischen Merkmale werden beispielsweise Pluralbildungen übernommen, die aber nicht die deutsche Grammatik um ein Pluralzeichen erweitern: lat. Sg. Tempus – Pl. Tempora (Vgl. Nübling 2010: 143). Auch fremde orthographische Merkmale setzen sich deutlich von den deutschen Merkmalen ab. Substantivische Entlehnungen werden der Großschreibung der Substantive im Deutschen angepasst, „auch im Inneren mehrteiliger Fügungen […], die als Ganze die Funktion eines Substantivs haben“ (bei Eisenberg 2011: 317, zitiert aus Regelwerk 2006: 60). Ein Beispiel für diese Definition sind Corned Beef und High Society (Vgl. Eisenberg 2011: 317). Allerdings werden alle „nichtsubstantivischen Bestandteile im Inneren aber klein“ geschrieben (Eisenberg 2011: 317): Know-how, Sit-in. (Vgl. Eisenberg 2011: 317). Beim Anglizismus handelt es sich also um ein Wort, das vollständig oder teilweise aus der englischen Sprache stammt, aber durch Angleichung ein Wort des Deutschen ist (Vgl. Eisenberg 2011: 3). Fremdwörter sind, anders als Lehnwörter (siehe Kapitel 2.3.3), also nicht ins Sprachsystem integriert.
1 Einleitung: Hinführung zum Thema Anglizismen im Deutschen und Darlegung der Untersuchung an zwei Spiegel-Jahrgängen.
2 Theorieteil: Erläuterung der sprachwissenschaftlichen Grundlagen, Definition des Anglizismus und Einordnung in verschiedene Entlehnungs- und Wortbildungskategorien.
3 Informationen zum Untersuchungsmaterial: Beschreibung der Pressesprache und Vorstellung des Nachrichtenmagazins Der Spiegel als Untersuchungsquelle.
4 Methodenteil: Darstellung des methodischen Vorgehens, der Korpuserstellung sowie Definition der Fragestellungen.
5 Datenauswertung: Präsentation und Analyse der erhobenen Daten hinsichtlich Häufigkeit, Wortarten, Entlehnungsarten und Integration.
6 Beantwortung der Fragestellungen: Zusammenfassende Beantwortung der zu Beginn formulierten Forschungsfragen auf Basis der Auswertungsergebnisse.
7 Fazit: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse und Ausblick auf zukünftige Entwicklungen im Anglizismengebrauch.
Anglizismen, Der Spiegel, Sprachkontakt, diachrone Untersuchung, Sprachwandel, Lehnwort, Fremdwort, Hybridbildung, Scheinentlehnung, Wortbildung, Integration, Pressesprache, Morphologie, Orthographie, Sprachwissenschaft.
Die Arbeit untersucht den Gebrauch und die Entwicklung von Anglizismen in der deutschen Sprache, konkret anhand von Texten des Nachrichtenmagazins Der Spiegel in den Jahren 1947 und 1991.
Die Arbeit fokussiert auf die Häufigkeit, die Entlehnungsarten (z.B. Fremdwörter oder Hybridbildungen), die Wortarten sowie die morphologische und orthographische Integration von Anglizismen in das deutsche Sprachsystem.
Das Ziel ist es, diachrone Veränderungen im Anglizismengebrauch über einen Zeitraum von rund 45 Jahren zu identifizieren und aufzuzeigen, wie sich diese englischsprachigen Elemente in die deutsche Sprache einfügen.
Es wurde eine korpusbasierte Analyse von ausgewählten Ausgaben des Spiegels (1947 und 1991) durchgeführt, unterstützt durch die Software AntConc zur Erstellung von Wortlisten und Frequenzanalysen.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, die methodische Korpuserstellung sowie die detaillierte Auswertung der Daten, wobei Kategorien wie Wortarten (Substantive, Verben, Adjektive) und Entlehnungsarten quantitativ und qualitativ untersucht werden.
Typische Schlüsselbegriffe sind Anglizismen, Sprachkontakt, diachrone Untersuchung, Hybridbildung, Integration und Pressesprache.
Die Anzahl der Anglizismen ist von 1947 bis 1991 erheblich gestiegen, wobei eine hohe Produktivität in der hybriden Wortbildung zu beobachten ist, die auch die komplexere Struktur der Sprache von 1991 widerspiegelt.
Die deutsche Sprache erweist sich als äußerst produktiv bei der Integration von Anglizismen, indem sie diese mittels Komposition und Derivation (z.B. durch Suffixe oder Präfixe) in das eigene System einbettet, oft unter Beibehaltung oder Anpassung der englischen Basis.
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