Examensarbeit, 2018
76 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
2. Grundlagen der Analyse
2.1. Genrespezifika von Roman, Theater und Film
2.1.1. Epik – der Roman
2.1.2. Dramatik – die Theaterinszenierung
2.1.3. Der Film – Literaturverfilmung
2.2. Methodisches Vorgehen und theoretische Grundlage der Analyse
2.2.1. Romananalyse
2.2.2. Dramen-/ Inszenierungsanalyse
2.2.3. Filmanalyse
2.3. Basale Gemeinsamkeiten der Darstellungsmöglichkeiten
3. Analyse der Figurendarstellung Maik Klingenbergs und Andrej Tschichatschow (Tschick)
3.1. Figurendarstellung im Roman
3.1.1. Maik Klingenberg
3.1.2. Andrej Tschichatschow
3.2. Figurendarstellung im Theater
3.2.1. Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow
3.3. Figurendarstellung im Film
3.3.1. Maik Klingenberg
3.3.2. Andrej Tschichatschow
4. Vergleich der Analyseergebnisse und Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Romanadaption von Wolfgang Herrndorfs "Tschick" in den Medien Theater und Film mit einem Fokus auf die Figurendarstellung. Ziel ist es, die gattungsspezifischen Wirkungsweisen und Möglichkeiten der Adaption bei der Umsetzung von Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow zu analysieren, wobei die Arbeit primär aufzeigt, wie die Transformation in andere Medien trotz unvermeidbarer Kürzungen und Umdeutungen eigene, eigenständige künstlerische Resultate hervorbringt.
3.1.2. Andrej Tschichatschow
Andrej Tschichatschow – kurz Tschick – ist der Neue in der Klasse von Maik. Er kommt vier Jahre vor Romanbeginn mit seinem älteren Bruder aus Rostow in Russland nach Deutschland. Tschick war zu diesem Zeitpunkt 10 Jahre alt, ist also wie Maik in der Gegenwart des Romans 14 Jahre alt. Zunächst lernte er in der Förderschule Deutsch, arbeitete sich dann aber über Haupt- und Realschule hoch bis zum Gymnasium. Tschick ist also keinesfalls dumm. Nach den Osterferien kommt er an Maiks Schule. Alles, was der Leser zunächst über ihn erfährt ist, recht abwertend und negativ konnotiert und wird über die Wahrnehmung von Maik und ein paar Äußerungen des Lehrers erzählt. Tschick ist mittelgroß, hat hohe Wangenknochen, schmale Augen und einen kantigen Schädel. Seine Gesichtszüge widerspiegeln seine Herkunft – osteuropäisch-asiatisch. „Sah aus wie ein Mongole.“ Seine kräftigen, mit einer Narbe versehenen, Unterarme lassen seine dünnen Beine noch schmaler wirken. An seinem ersten Tag trägt er ein weißes, schmuddeliges Hemd, an dem ein Knopf fehlt, Kik-Jeans und braune Schuhe, die aussehen, als hätte er tote Ratten an den Füßen. Sein Auftritt wird durch eine Plastiktüte, die als Schultasche fungiert, abgerundet. Doch nicht nur sein Aussehen ist assi, sondern auch sein Verhalten. Tschick flucht sehr viel, raucht, trinkt, was man ihm nicht nur anmerkt, sondern auch riecht. Er ist der Inbegriff des Außenseiters.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Romanadaptionen von "Tschick" ein und erläutert die Zielsetzung sowie das methodische Vorgehen der Analyse in den drei Medien Roman, Film und Theater.
2. Grundlagen der Analyse: Dieser Abschnitt erarbeitet die theoretischen Grundlagen der Genres Epik, Dramatik und Film, wobei insbesondere narrative Strukturen und Mittel der Figurenanalyse sowie spezifische Transformationsprozesse bei Adaptionen beleuchtet werden.
3. Analyse der Figurendarstellung Maik Klingenbergs und Andrej Tschichatschow (Tschick): Hier erfolgt die konkrete Anwendung der zuvor erarbeiteten Methoden auf die Figurendarstellung in Roman, Theaterinszenierung und Kinoverfilmung, wobei die Konstruktion der Figuren und ihr Umgang mit Klischees im Zentrum stehen.
4. Vergleich der Analyseergebnisse und Fazit: Das abschließende Kapitel führt die Erkenntnisse der Einzelanalysen zusammen und diskutiert die vergleichenden Aspekte der adaptierten Medien sowie die Einflüsse von Kürzungen und Inszenierungsentscheidungen auf die Wirkung der Geschichte.
Tschick, Wolfgang Herrndorf, Romanadaption, Literaturverfilmung, Theaterinszenierung, Figurendarstellung, Maik Klingenberg, Andrej Tschichatschow, Erzählperspektive, Transformation, Medienvergleich, Identität, Klischees, Figurenanalyse, Multimedialität.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Adaption des Romans "Tschick" von Wolfgang Herrndorf in die beiden anderen Medien Film und Theater, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung der beiden Hauptfiguren Maik und Tschick liegt.
Zentral sind die Aspekte der Romanadaption, die spezifischen Erzählweisen in Epik, Dramatik und Film sowie die literaturwissenschaftliche Analyse von Figuren in fiktionalen Texten unter Berücksichtigung von Klischees und soziokulturellen Mechanismen.
Die Forschungsfrage zielt darauf ab, die Wirkungen und Möglichkeiten der Romanadaption in Film und Theater herauszustellen, ohne dabei ein normatives Urteil über die "Gelingen" der Adaption zu fällen, sondern die Adaption als eigenständiges Werk zu verstehen.
Die Arbeit nutzt die erzähltheoretischen Konzepte von Franz Karl Stanzel sowie filmtheoretische Modelle nach Kuchenberg und Carroll, um die verschiedenen Medien hinsichtlich ihrer Struktur und Figurenzeichnung zu untersuchen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der Figuren Maik Klingenberg und Andrej Tschichatschow, wobei diese nacheinander in den drei verschiedenen Medien (Roman, Theater, Film) untersucht werden.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Romanadaption, Literaturverfilmung, Figurenanalyse, mediale Transformation und Identitätskonstruktion charakterisiert.
Das Theater arbeitet laut der Analyse oft mit einer reduzierten Kulisse und einer starken Fokussierung auf die beiden Hauptfiguren, die gleichzeitig Handlung und Kommentar übernehmen, während der Roman die Ich-Perspektive von Maik als tragendes narratives Element nutzt.
Die ethnische Markierung Tschicks als "Russe" wird im Roman durch das Subjektivitätsfilter des Ich-Erzählers Maik stark durch ethnische Klischees und Vorurteile überlagert, was die Analyse kritisch als Teil der Figurenkonstruktion hinterfragt.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

