Bachelorarbeit, 2016
45 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Die Rolle von Vermögenspreisen
2.1 Auswirkungen von Vermögenspreisänderungen
2.2 Beispiele zur Entwicklung von Vermögenspreisen
3 Einfluss der Geldpolitik auf die Vermögenspreise
4 Berücksichtigung von Vermögenspreisen in der Geldpolitik
4.1 Zielformulierung der Zentralbank
4.2 Finanzmarktstabilität und makroprudentielle Politik
4.3 Reaktionsfunktion der Zentralbank
4.4 Einschränkungen und Probleme
5 Blasenbildung im Raum Deutschland
5.1 Entstehung von Blasen
5.1.1 Blasen am Aktienmarkt
5.1.2 Blasen am Immobilienmarkt
5.2 Entstehung einer Immobilienblase in Deutschland
6 Sollte die Geldpolitik auf Veränderungen von Vermögenspreisen reagieren?
7 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht die Zusammenhänge zwischen der Entwicklung von Vermögenspreisen, insbesondere an Aktien- und Immobilienmärkten, und deren Relevanz für eine stabilitätsorientierte Geldpolitik. Zentral ist dabei die Frage, ob und wie Zentralbanken auf spekulative Preisentwicklungen reagieren sollten, um Finanzmarktinstabilitäten und deren Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu begrenzen.
Die Rolle von Vermögenspreisen
Im Folgenden soll die Wirkung der Vermögenspreise auf die Gesamtwirtschaft geklärt werden. Dabei wird der Begriff Vermögen als Aktien- und Immobilieneigentum zugrunde gelegt.
Entwicklungen von Vermögenspreisen haben in vielen Bereichen Auswirkungen. Sie können Einfluss auf den Konsum der privaten Haushalte haben. Ein Anstieg der Vermögenspreise führt für die privaten Haushalte zu einem zusätzlichen Einkommen aus Vermögen und stimuliert dadurch den Konsum. Dies wirkt sich positiv auf die Gesamtwirtschaft aus. Dieser Effekt wird als Vermögenseffekt bezeichnet. Er tritt sowohl bei Aktien- als auch Immobilienvermögen auf. Aktienpreise nehmen über Erwartungs- und Vertrauenseffekte Einfluss auf den Konsum der privaten Haushalte sowie die Investitionen von Unternehmen. Die Entwicklung von Aktienpreisen hat allerdings auf den privaten Konsum privater Haushalte einen eher geringen Vermögenseffekt, da der direkte Aktienbesitz relativ gering ist. In Deutschland beispielsweise besitzen nur 14% der Gesamtbevölkerung eine Aktie. Die Zahl der Aktieninvestoren stieg in Deutschland 2015 erstmals wieder nach einem andauernden negativen Trend, was auf die momentan niedrigen Zinsniveaus und der dadurch verbundenen Suche nach renditestärkeren Anlageformen zurückzuführen ist.
Vergleichbar mit dem Vermögenseffekt ist der Bilanzeffekt. Unternehmen und private Haushalte hinterlegen Sicherheiten für die Kredite, die sie von den Banken gewährt bekommen. Steigt der Wert der Sicherheiten, z.B. durch steigende Aktien- oder Immobilienpreise, sind Banken bereit, weitere Kredite zu vergeben. Da das Investitionsvolumen der Unternehmen von der Höhe der vergebenen Kredite abhängt, erhöht sich durch steigende Sicherheiten folglich auch die Verschuldungsmöglichkeit bei der Bank und damit die Höhe der Neuinvestitionen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik ein, ob Vermögenspreise stärker in der Geldpolitik berücksichtigt werden sollten, insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Finanzkrise 2007.
2 Die Rolle von Vermögenspreisen: Das Kapitel erläutert die ökonomischen Transmissionsmechanismen, wie den Vermögenseffekt und den Bilanzeffekt, und illustriert diese anhand historischer Blasenentwicklungen wie der Japan-Krise 1990 und der US-Immobilienkrise 2007.
3 Einfluss der Geldpolitik auf die Vermögenspreise: Hier wird analysiert, wie geldpolitische Schocks, Zinsentscheidungen und Liquiditätsbereitstellungen durch Zentralbanken die Vermögenspreise beeinflussen und welche Rolle dabei die Bankenaktivität spielt.
4 Berücksichtigung von Vermögenspreisen in der Geldpolitik: Dieses Kapitel diskutiert die theoretischen Möglichkeiten und praktischen Schwierigkeiten, Vermögenspreise in die Zielformulierung und die Reaktionsfunktion der EZB zu integrieren.
5 Blasenbildung im Raum Deutschland: Basierend auf Indikatoren der Deutschen Bundesbank und verschiedenen Immobilienindices wird untersucht, ob am aktuellen deutschen Markt Anzeichen für eine spekulative Immobilienblase bestehen.
6 Sollte die Geldpolitik auf Veränderungen von Vermögenspreisen reagieren?: Eine vergleichende Analyse der beiden geldpolitischen Ansätze „Lean-against-the-wind“ und „Clean-after-the-bust“ hinsichtlich ihrer stabilisierenden Wirkung auf das Finanzsystem.
7 Fazit: Die Arbeit schließt mit der Empfehlung, dass Zentralbanken aufgrund des Einflusses von Finanzsektor-Entwicklungen auf die Gesamtwirtschaft Vermögenspreise stärker als Indikatoren beobachten und eine engere Zusammenarbeit mit der makroprudentiellen Politik anstreben sollten.
Vermögenspreise, Geldpolitik, Immobilienblase, Finanzstabilität, Zentralbank, Vermögenseffekt, Bilanzeffekt, Inflation, EZB, Preisstabilität, Immobilienmarkt, Aktienmarkt, Finanzkrise, Leitzins, Makroprudentielle Politik
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Vermögenspreisänderungen für die Geldpolitik und prüft, ob und wie Zentralbanken – mit Fokus auf die EZB – auf spekulative Blasenbildungen reagieren sollten.
Die zentralen Felder umfassen die Wirkungsmechanismen von Vermögenspreisen auf die Realwirtschaft, die geldpolitische Steuerung durch Zentralbanken sowie eine detaillierte Analyse der Immobilienmarktentwicklung in Deutschland.
Das Ziel ist es, zu analysieren, ob Vermögenspreise eine stärkere Berücksichtigung in der geldpolitischen Entscheidungsfindung finden sollten, um die Stabilität des Finanzsystems zu gewährleisten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse von Transmissionsmechanismen und einer empirischen Auswertung aktueller Marktdaten, wie Immobilienindizes und Kreditstatistiken, um das Risiko einer Blasenbildung zu bewerten.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Effekte, die Analyse der geldpolitischen Instrumente, die Fallstudie zum Immobilienmarkt in Deutschland sowie die Diskussion zwischen "Lean-against-the-wind" und "Clean-after-the-bust"-Strategien.
Wichtige Begriffe sind Vermögenspreise, Geldpolitik, Immobilienblase, Finanzstabilität, EZB, Vermögenseffekt und makroprudentielle Politik.
Die Analyse zeigt zwar steigende Immobilienpreise und eine hohe Nachfrage in Großstädten, stuft die Gefahr einer spekulativen Blase jedoch als gering ein, da das Kreditwachstum moderat bleibt und die Kreditvergabestandards stabil sind.
„Lean-against-the-wind“ plädiert für eine präventive, restriktive Geldpolitik bei erkennbarer Blasenbildung, während „Clean-after-the-bust“ empfiehlt, erst nach dem Platzen einer Blase einzugreifen, da das Identifizieren von Fehlbewertungen schwierig ist.
Die Finanzkrise 2007 hat verdeutlicht, dass Preisstabilität bei Konsumgütern allein nicht ausreicht, um Finanzkrisen zu verhindern. Die Arbeit liefert Argumente für eine zukunftsorientierte Beobachtung von Vermögenswerten.
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