Magisterarbeit, 2005
94 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Parteiensysteme im Wandel - ein Analyserahmen
2.1 Parteien- und Parteiensysteme
2.2 Parteiensystemtypologien
2.2.1 Duverger
2.2.2 Dahl
2.2.3 Blondel
2.2.4 Sartori
2.2.5 von Beyme
2.2.6 Messbarkeit des Parteiensystemwandels anhand von Typologien
2.3 charakteristische Merkmale von Parteiensystemen
2.3.1 Ausgangslage
2.3.2 Fragmentierung und effektive Zahl der Parteien
2.3.2 Positionierung und Polarisierung
2.3.3 Volatilität
2.3.4 Wahlbeteiligung und Stimmenanteil der Antisystemparteien
2.4 Analyserahmen für den Parteiensystemwandel
3. Frankreichs Parteiensystem im Wandel
3.1 Fragmentierung und Zahl der effektiven Parteien
3.1.1 Präsidentschaftswahlen
3.1.2 Wahlen zur Nationalversammlung
3.2 Positionierung und Polarisierung
3.3 Volatilität
3.4 Wahlbeteiligung und Stimmenanteil der Antisystemparteien
3.5 Phasen des Parteiensystemwandels in Frankreich
4. Ursachen für den Wandel des französischen Parteiensystems
4.1 institutionelle Ursachen
4.1.1 Das Regierungssystem der Fünften Republik
4.1.1.1 Parteien
4.1.1.2 Direktwahl des Präsidenten
4.1.2 Wahlsystem
4.1.2.1 absolutes Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen
4.1.2.2 Verhältniswahlrecht
4.1.3 Parteienfinanzierung
4.2 soziostrukturelle Ursachen
4.2.1 soziostrukturelle Zusammensetzung des Elektorats und Cleavages
4.2.2 Wertewandel
4.3 Einwirkung von issues auf Parteiensysteme
4.3.1 Beispiel: Das französische Parteiensystem und Europa
5. Schlussbetrachtung
Die Arbeit analysiert das französische Parteiensystem der V. Republik, um die Dynamik und Ursachen seines Wandels unter Berücksichtigung institutioneller, soziostruktureller und issue-abhängiger Faktoren zu erforschen und die Stabilität innerhalb des Systems zu bewerten.
3.1 Fragmentierung und Zahl der effektiven Parteien
Es ist deutlich zu erkennen, dass die effektive Zahl derjenigen Parteien, die Kandidaten für die Präsidentschaft präsentierten, bis 1974 im ersten Wahlgang relativ gering blieb. Erst seit dem Wahlsieg der Linken ist die Zahl der Kandidaten angestiegen. Von 1988 bis 2002 fand eine Steigerung von 4,74 im Jahr 1988 auf den Rekordwert von 8,67 im Jahr 2002 statt. 2002 hatten sich insgesamt sechzehn Kandidaten im ersten Wahlgang präsentiert.
Der Index für den zweiten Wahlgang zeigt für alle Wahlen bis einschließlich 2005 einen relativ konstanten Wert, der um 2,0 herum liegt. Dieser Wert verdeutlicht, dass die Wählerstimmen zwischen den beiden Kandidaten in der Endrunde beinahe gleich stark verteilt waren. In diesen Jahren befanden sich immer ein Kandidat der Rechten und ein Kandidat der Linken in der Endrunde der Wahl. Da jedoch im Jahr 2002 zwei Kandidaten der Rechten - nämlich Chirac und Le Pen - in die zweite Runde kamen, deren Stimmenanteile in einem größeren Maß auseinanderlagen, sank damit ebenfalls der Wert des Index.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein und erläutert den unerwarteten Ausgang der Präsidentschafts- und Parlamentswahlen von 2002 im Kontext des französischen Parteiensystems.
2. Parteiensysteme im Wandel - ein Analyserahmen: Dieses Kapitel etabliert einen theoretischen Analyserahmen, indem verschiedene Typologien und charakteristische Merkmale von Parteiensystemen diskutiert werden, um den Wandel messbar zu machen.
3. Frankreichs Parteiensystem im Wandel: Hier erfolgt eine detaillierte Analyse der historischen Entwicklung und der Wandlungstendenzen des französischen Parteiensystems anhand von Indikatoren wie Fragmentierung, Positionierung und Volatilität.
4. Ursachen für den Wandel des französischen Parteiensystems: Das Kapitel untersucht die Hintergründe des Wandels, insbesondere durch institutionelle Faktoren, soziostrukturelle Entwicklungen und den Einfluss politischer Issues.
5. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zur Wandlungsdynamik des französischen Parteiensystems zusammen und bewertet dessen strukturelle Stabilität trotz der beobachteten Veränderungen.
Frankreich, V. Republik, Parteiensystem, Parteienwandel, institutionelle Ursachen, soziostrukturelle Ursachen, Cleavage-Struktur, Präsidentschaftswahlen, Nationalversammlung, Wahlrecht, Polarisierung, Volatilität, Europapolitik, quadrille bipolaire, Parteienfinanzierung
Die Arbeit untersucht die Wandlungsprozesse des französischen Parteiensystems in der V. Republik, wobei sie die institutionellen, gesellschaftlichen und thematischen Ursachen dieser Veränderungen beleuchtet.
Im Zentrum stehen die Analyse der Parteiensystemtypologien, der institutionelle Rahmen (insb. Wahl- und Regierungssystem), soziostrukturelle Wandlungsprozesse sowie der Einfluss aktueller politischer Themen (Issues) wie der Europapolitik.
Ziel ist es, den Wandel des französischen Parteiensystems zu erfassen und zu hinterfragen, ob die instabile Situation um das Jahr 2002 einen fundamentalen Wandel bedeutet oder sich innerhalb einer stabilen Struktur einordnet.
Es werden verschiedene quantifizierbare Indikatoren für Parteiensysteme angewandt, wie die effektive Zahl der Parteien (Laakso/Taagepera-Index), der Grad der Volatilität (Pedersen-Index) sowie Analysen zur Positionierung und Polarisierung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die empirische Analyse der Entwicklung des französischen Systems und die Untersuchung der Ursachen des Wandels (Institutionen, Gesellschaft, Issues).
Die zentralen Begriffe sind Frankreich, V. Republik, Parteiensystem, Parteienwandel, institutionelle/soziostrukturelle Faktoren, Cleavage-Struktur, Volatilität, Polarisierung und europäische Integration.
Das absolute Mehrheitswahlrecht in zwei Wahlgängen zwingt Parteien zu Bündnissen und Wahlabsprachen, was das System zu einer Bipolarität neigen lässt und den Einfluss kleinerer Parteien auf der nationalen Ebene begrenzt.
Die Präsidentialisierung führt dazu, dass sich Parteien zunehmend auf Präsidentschaftskandidaten (présidentiables) ausrichten, was die Parteien als Akteure schwächen kann, da der Fokus auf dem Amt des Präsidenten liegt.
Das Jahr 2002 markiert eine Ausnahmesituation bei den Präsidentschaftswahlen, die das Parteiensystem auf die Probe stellte und zentrale Fragen nach dessen struktureller Stabilität aufwirft.
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