Bachelorarbeit, 2018
72 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Zielsetzung und Motivation
1.2 Methodische Vorgehensweise
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz
2.1.1 Grundannahmen des Modells
2.1.2 Kritische Würdigung
2.2 Das CAPM-Modell
2.2.1 Grundannahmen des Modells
2.2.2 Kritische Würdigung
2.3 Identifikation möglicher Einflussfaktoren auf das Anlageverhalten
3 Modell- und Hypothesenentwicklung
3.1 Überblicksartige Darstellung des zu entwickelnden Modells
3.2 Niedrigzinspolitik der EZB als potenziellen Einflussfaktor auf das Anlageverhalten
3.2.1 Quantitative Lockerung der Geldpolitik
3.2.2 Leitzinssenkung der EZB als potenziellen Einflussfaktor auf das Anlageverhalten
3.2.3 Hypothesenaufstellung
3.3 Risikobereitschaft
3.3.1 Anlagetypen
3.3.2 Das magische Dreieck der Kapitalanlage
3.3.3 Anlagemotive
3.3.4 Hypothesenaufstellung
3.4 Risikostreuung
3.4.1 Diversifikation
3.4.2 Asset Allocation
3.4.3 Anlageformen
3.4.4 Hypothesenaufstellung
4 Empirischer Teil
4.1 Auswahl des Datenerhebungsinstruments
4.2 Forschungsdesign sowie Vorstellung des quantitativen Forschungsprozesses
4.3 Beschreibung der Stichprobe
4.4 Überprüfung der quantitativen Gütekriterien
4.4.1 Überprüfung der Objektivität
4.4.2 Überprüfung der Reliabilität
4.4.3 Überprüfung der Validität
4.5 Hypothesenüberprüfung anhand einer multiplen Regressionsanalyse
4.6 Kritische Würdigung der vorliegenden Untersuchung
5 Handlungsempfehlungen für Privatanleger
5.1 Niedrigzinspolitik
5.1.1 Kurzfristige Handlungsempfehlung
5.1.2 Langfristige Handlungsempfehlung
5.2 Risikobereitschaft
5.2.1 Kurzfristige Handlungsempfehlung
5.2.2 Langfristige Handlungsempfehlung
5.3 Risikostreuung
5.3.1 Kurzfristige Handlungsempfehlung
5.3.2 Langfristige Handlungsempfehlung
6 Abschließende Betrachtung
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Auswirkungen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) auf das Anlageverhalten von Privatanlegern zu analysieren. Hierbei wird der Frage nachgegangen, inwiefern deutsche Anleger ihr Verhalten als Reaktion auf die anhaltende Niedrigzinsphase angepasst haben und welche Faktoren dabei eine entscheidende Rolle spielen.
3.2.1 Quantitative Lockerung der Geldpolitik
Das Hauptziel der EZB, welches sich aus dem Maastrichter Vertrag ergibt, besteht darin, eine konstante Preisentwicklung sicherzustellen. Nach den Vorstellungen der EZB wird eine Inflation von knapp 2,00 % jährlich angestrebt. Des Weiteren verfolgt die EZB untergeordnete Ziele, die allerdings die Erreichung des überordneten Ziels nicht behindern dürfen. Zu diesen Zielen gehören u. a. die Förderung der allgemeinen Wirtschaftspolitik der Mitgliedsstaaten sowie ein angemessenes Wirtschaftswachstum. Das übergeordnete Ziel der EZB ergibt sich aus Artikel 127 Abs. 1 AEUV, wonach die Preisstabilität durch geeignete Maßnahmen der EZB zu gewährleisten ist. Für die Erreichung dieses Bestrebens stehen der EZB verschiedene geldpolitische Instrumente zur Verfügung.
Als ein möglicher Einflussfaktor auf das Anlageverhalten von Privatanlegern ist in diesem Kontext beispielsweise die quantitative Lockerung der Geldpolitik zu nennen. Dieses geldpolitische Instrument wurde erstmals im März 2015 durch die EZB eingesetzt. Durch den monatlichen Ankauf von Staatsanleihen im Gegenwert von 60 Milliarden Euro soll sowohl zusätzliche Liquidität in das Bankensystem gelangen als auch das Inflationsziel von annähernd 2,00 % erreicht werden. Das von der EZB zur Verfügung gestellte Kapital soll weiterhin dazu dienen, die langfristigen Zinsen zu senken. Diese Tendenz war bereits kurz nach Ankündigung der EZB, ab März monatlich Staatsanleihen im Wert von 60 Milliarden Euro zu erwerben, zu erkennen. Zum damaligen Zeitpunkt war allerdings lediglich beabsichtigt, das Anleihenankaufprogramm mit einem Gesamtvolumen von 1,14 Billionen Euro bis September 2016 laufen zu lassen. Tatsächlich setzt die EZB auch weiterhin auf dieses geldpolitische Instrument, wenn auch in einem geringeren Umfang.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung ein und definiert das Ziel der Untersuchung bezüglich des Anlageverhaltens von Privatanlegern unter dem Einfluss der EZB-Niedrigzinspolitik.
2 Theoretische Grundlagen: Das Kapitel vermittelt essenzielle theoretische Kenntnisse durch die Portfoliotheorie von Markowitz und das CAPM-Modell, ergänzt um eine Identifikation der relevanten Einflussfaktoren.
3 Modell- und Hypothesenentwicklung: Es erfolgt die Herleitung eines eigenen Modells sowie die Aufstellung von Untersuchungshypothesen basierend auf den Themen Niedrigzinspolitik, Risikobereitschaft und Risikostreuung.
4 Empirischer Teil: Dieses Kapitel beschreibt die quantitative Datenerhebung mittels einer Onlinebefragung, die Überprüfung der Gütekriterien und die statistische Auswertung zur Hypothesenprüfung.
5 Handlungsempfehlungen für Privatanleger: Basierend auf den empirischen Ergebnissen werden konkrete Strategien für Anleger erarbeitet, unterteilt in kurz- und langfristige Handlungsempfehlungen.
6 Abschließende Betrachtung: Eine Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse sowie ein Fazit und ein Ausblick auf die zukünftige Relevanz der untersuchten Thematik.
Niedrigzinspolitik, EZB, Anlageverhalten, Privatanleger, Portfoliotheorie, CAPM, Risikobereitschaft, Risikostreuung, Diversifikation, Onlinebefragung, Regressionsanalyse, Asset Allocation, Rendite, Geldpolitik, Kapitalmarkt.
Die Arbeit untersucht, wie sich die seit Jahren anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank auf die Investitionsentscheidungen und das Anlageverhalten privater Anleger in Deutschland auswirkt.
Die zentralen Pfeiler der Untersuchung bilden die Niedrigzinspolitik, die individuelle Risikobereitschaft des Anlegers sowie das Konzept der Risikostreuung (Diversifikation).
Das Ziel besteht darin zu klären, ob und in welchem Umfang deutsche Privatanleger ihr Anlageverhalten an das aktuelle Marktumfeld angepasst haben, und ob diese Anpassung statistisch nachweisbar ist.
Der Autor nutzt einen quantitativen Forschungsansatz. Es wurde eine Onlinebefragung durchgeführt, deren Daten anschließend mit Hilfe des Statistikprogramms SPSS durch Reliabilitätsanalysen, explorative Faktorenanalysen und multiple Regressionen ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung auf Basis finanzwissenschaftlicher Modelle, die Entwicklung eines eigenen Untersuchungsmodells inklusive Hypothesen, den empirischen Teil der Datenauswertung sowie praxisorientierte Handlungsempfehlungen.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Niedrigzinspolitik, Anlageverhalten, Risikobereitschaft, Diversifikation und empirische Onlinebefragung charakterisieren.
Die statistische Analyse konnte belegen, dass die Risikobereitschaft einen signifikanten Einfluss auf das Anlageverhalten hat. In einem Niedrigzinsumfeld neigen viele Anleger dazu, zur Erzielung von Renditen höhere Risiken einzugehen.
Interessanterweise konnte für die Variable der Risikostreuung in der statistischen Auswertung keine Signifikanz im Zusammenhang mit dem Anlageverhalten festgestellt werden, was im Widerspruch zu klassischen Anlagetheorien steht.
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