Bachelorarbeit, 2017
65 Seiten, Note: 2,0
EINFÜHRUNG
1. BEGRIFF UND ENTWICKLUNG DER GENTECHNIK
1.1 Begriff der Gentechnik
1.2 Historischer Hintergrund
1.3 Typen der Gentechnik
1.3.1 Grüne Gentechnik
1.3.2 Rote Gentechnik
1.3.3 Weiße Gentechnik
1.4 Aktuelle Anwendungsbereiche
1.4.1 Weiße Gentechnik
1.4.2 Grüne Gentechnik
1.4.3.1 Rote Gentechnik: Tierzucht
1.4.3.2 Rote Gentechnik: Medizin
2. GRÜNE GENTECHNIK – CHANCE ODER RISIKO?
2.1 Herausforderungen für die Grüne Gentechnik
2.1.1 Weltbevölkerung und ihre Entwicklung
2.1.2 Nahrungsmittelverteilung weltweit
2.1.3 Resümee
2.2 Goldener Reis als Lösung des Welthungers?
2.2.1 Reis als Nahrungsmittel
2.2.2 Die Entwicklung des Goldenen Reises
2.2.3 Potenzielle Chancen des Goldenen Reises
2.2.4 Potenzielle Risiken des Goldenen Reises
2.2.5 Debatte zum Goldenen Reis
2.2.6 Auswertung der Debatte
3. RECHTLICHE ASPEKTE
3.1 Genehmigungsverfahren
3.2 Kennzeichnung
3.3 Haftung
3.4 Patentschutz
4. ETHISCH-THEOLOGISCHE BEWERTUNG
4.1 Ethik - eine Wesensbestimmung
4.1.1 Menschenwürde: philosophische Argumentationslinien
4.1.2 Menschenwürde: theologische Argumentationslinien
4.2 Menschenrechte
4.3 Ethische Diskussion
4.4 Laudato Si
4.5 Zehn Prinzipien zu einer verantwortlichen Nutzung der Gentechnik
4.6 Auswertung der Ethischen Diskussion
5. ALTERNATIVEN ZUR GRÜNEN GENTECHNIK
5.1 Politische Maßnahmen
5.2 Ausbau von Straßen und Transportnetzen
5.3 Persönlicher Beitrag
5.4 Schlussfolgerung
ABSCHLIESSENDE BEWERTUNG
Die vorliegende Bachelor-Arbeit untersucht die moralische Bewertung der Grünen Gentechnik im Kontext der weltweiten Nahrungsversorgung. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, inwieweit die Grüne Gentechnik eine legitime Chance zur Bekämpfung des Welthungers darstellt oder ob sie aufgrund ökologischer und gesundheitlicher Risiken sowie ethischer Bedenken kritisch zu bewerten ist, insbesondere aus einer katholisch-theologischen Perspektive.
2.2.2 Die Entwicklung des Goldenen Reises
Aufgrund der katastrophalen Mangelernährungssituation in Teilen von Asien versuchte eine Internationale Forschungsgruppe rund um Professor Ingo Potrykus (*1933) von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich in Zusammenarbeit mit Professor Peter Beyer (*1970) von der Universität Freiburg in den 90er Jahren einen Reis zu entwickeln, der über einen höheren Betacarotin-Gehalt verfügt, um die Vitamin A-Unterversorgung zu überwinden. Das Betacarotin ist für die Bildung von Vitamin A das bedeutendste Carotinoid, das auch als Provitamin A bezeichnet wird und bei der Bildung der weißen Blutkörperchen mitwirkt. Damit die Bildung von Betacarotin im Reiskorn ermöglicht wird, musste ein Gen aus der Narzisse und ein weiteres Gen aus dem Bakterium Erwinia uredovora im Erbgut des Reises implantiert werden.
Dadurch bekommt das Reiskorn eine gelbe Färbung, weshalb dieser Reis als „Goldener Reis“ bezeichnet wird. Später konnte die Forschungsgruppe mithilfe der Unterstützung seitens des Agrar- und Saatgutproduzentens Syngenta die Carotin-Produktion im Reis wesentlich erhöhen, indem sie das der Narzisse entnommene Gen durch ein Mais-Gen austauschte. Auf diese Weise kann der Reis zwischen 30 µg/g und 37 µg/g Betacarotin pro Gramm Reis beinhalten. Die Durchschnittsmenge um einen Mangel vorzubeugen und um eine angemessene Lagerung in Körper zu erzielen liegt bei etwa 150 µg/g pro Tag. So kann beispielsweise eine Tasse mit Goldenem Reis den täglichen Vitamin A-Bedarf eines Erwachsenen ungefähr zur Hälfte decken.
Dieses Konzept wurde angewendet, um das Leben der vom Reis abhängigen Bevölkerungsgruppen, die sich keine abwechslungsreiche Ernährung leisten können, zu retten.
1. BEGRIFF UND ENTWICKLUNG DER GENTECHNIK: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen und die historische Entwicklung der Gentechnik und differenziert die verschiedenen Typen der Technologie.
2. GRÜNE GENTECHNIK – CHANCE ODER RISIKO?: Es wird untersucht, ob Grüne Gentechnik eine Lösung für den Welthunger bieten kann, wobei der "Goldene Reis" als zentrales Fallbeispiel für Chancen und Risiken dient.
3. RECHTLICHE ASPEKTE: Dieser Teil gibt einen Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen und Zulassungsverfahren für Gentechnik in Deutschland.
4. ETHISCH-THEOLOGISCHE BEWERTUNG: Das Kapitel reflektiert die ethischen Implikationen, insbesondere im Hinblick auf Menschenwürde, Schöpfungsverantwortung und die Enzyklika "Laudato Si".
5. ALTERNATIVEN ZUR GRÜNEN GENTECHNIK: Hier werden alternative Lösungsansätze wie politische Maßnahmen, Infrastrukturausbau und persönliches Konsumverhalten zur Bekämpfung des Welthungers diskutiert.
Grüne Gentechnik, Welthunger, Goldener Reis, Moraltheologie, Menschenwürde, Bioethik, Nachhaltigkeit, Nahrungsmittelproduktion, Gentechnikgesetz, Vitamin-A-Mangel, Schöpfungsverantwortung, Biotechnologie, Ernährungssicherung, Fairer Handel, Landwirtschaft.
Die Arbeit bietet eine umfassende moralische und ethisch-theologische Bewertung der Grünen Gentechnik unter Berücksichtigung ihrer potenziellen Rolle bei der weltweiten Nahrungsversorgung.
Zu den Schwerpunkten zählen die technische Erläuterung der Gentechnik, die Debatte um Chancen und Risiken (insb. beim Goldenen Reis), die deutsche Rechtslage sowie die ethische Reflexion aus kirchlicher Sicht.
Das Ziel ist es, eine ethisch fundierte Einschätzung zu gewinnen, ob und unter welchen Voraussetzungen Grüne Gentechnik verantwortbar zur Lösung der globalen Nahrungskrise eingesetzt werden kann.
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse des Forschungsstandes, die Auswertung von Fallbeispielen wie dem Goldenen Reis sowie die ethisch-theologische Bewertung basierend auf kirchlichen Dokumenten und philosophischen Argumentationen.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Gentechnik-Typen, die Chancen-Risiken-Abwägung, eine rechtliche Einordnung, eine ethische Bewertung und die Diskussion nicht-gentechnischer Alternativen.
Zentrale Begriffe sind Grüne Gentechnik, Welthunger, Menschenwürde, Schöpfungsverantwortung und Bioethik.
Er dient als konkretes Fallbeispiel für das Spannungsfeld zwischen dem hohen humanitären Potenzial, akute Mangelernährung zu lindern, und den ungelösten Sicherheitsfragen sowie der grundsätzlichen Kritik an gentechnischen Eingriffen.
Die Kirche fungiert als "Anwältin der Schwachen" und fordert eine kritisch-prüfende Haltung, die den Schutz der Menschenwürde, die Bewahrung der Schöpfung und die Sorge für das Gemeinwohl ins Zentrum stellt.
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