Bachelorarbeit, 2018
33 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
Ausgangssituation
Begriffsdefinitionen
Entfremdungstheorien in der Vormoderne/Moderne
Karl Marx
Georg Simmel
Max Weber
Kritische Theorie (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse)
Horkheimer und Adorno
Marcuse
Entfremdungstheorien in der Postmoderne
George Ritzer
Richard Sennett
Hartmut Rosa
Rahel Jaeggi
Abgrenzungen und ein geschichtlicher Vergleich der Theorien
Arten von Kapitalismuskritik nach Boltanski und Chiapello
Abgrenzung der Entfremdungstheorien
Künstlerkritik
Sozialkritik
Geschichtlicher Vergleich der Entfremdungstheorien
Heutige Relevanz des Entfremdungsbegriffes für die Soziologie
Resümee
Wie hat sich der Entfremdungsbegriff seit Karl Marx (1844) in der Soziologie entwickelt?
Welche Relevanz haben die klassischen Entfremdungsbegriffe, welche in der Vormoderne/Moderne (1844 – 1900) herausgearbeitet wurden, heutzutage noch?
Welche Relevanz hat der Entfremdungsbegriff generell heutzutage noch für die Soziologie?
Diese Bachelorarbeit analysiert die geschichtliche Entwicklung soziologischer Entfremdungstheorien von 1844 bis 2016. Das Hauptziel ist die Herausarbeitung der Entwicklung des Begriffs durch verschiedene Soziologen, die Untersuchung von Gemeinsamkeiten und Abgrenzungen sowie die Bewertung der heutigen soziologischen Relevanz dieser Theorien in einer dynamisierten und beschleunigten Gesellschaft.
Kritische Theorie (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse)
Horkheimer und Adorno führten generell Studien an der Schwelle zur Postmodern durch, übten polemische und harsche Kritik der entindividualisiernden, vermassenden, verdinglichenden Wirkung der Populärkultur bzw. der technischen Rationalität. Dabei bezogen sie sich auch auf die Kultur des Menschen, dabei ist die Kultur der heutigen Zeit von falscher Identität, von Ähnlichkeit und von Allgemeinem und besonderem durchzogen. Hier spielt auch Massenkultur eine erhebliche Rolle, denn durch diese brauchen sich der Rundfunk und ähnliches nicht mehr als Kultur auszugeben, sondern legitimieren sich, unter der Verwendung der Ideologie, dass sie nur Geschäfte sind, und nennen sich selbst Industrien. Diese speziellen Kulturformen (von den Autoren als „Kulturindustrie“ bezeichnet) weist einen speziellen Zirkel von Manipulation und rückwirkendem Bedürfnis auf, wobei so die ökonomisch Stärksten, durch technische Rationalität, die Macht über die Gesellschaft gewinnen (vgl. Horkheimer/Adorno 1969: 117f.). Diese Rationalität ist weiterführend, so die Autoren, „der Zwangscharakter der sich selbst entfremdeten Gesellschaft.“ (Ebd.: 118)
Die Kulturindustrie hat nun die Kunst in die Konsumsphäre transpositioniert und dem „Amüsement“ unterworfen. Die Bestimmung der Kulturindustrie über die Konsumenten ist durch eben dieses Amüsement vermittelt. Dabei stellt die Kulturindustrie durch das Prinzip der Immanenz (wie der Aufklärung) eine Totalität dar (vgl. ebd.: 131ff.).
Die Herrschaft entfaltet sich gesellschaftlich zur Arbeitsteilung, wo sie dem gesellschaftlichen Ganzen erhöhte Konsistenz und Kraft verleiht und gleichzeitig dem beherrschten Ganzen zur Selbsterhaltung dient. Je weiter nun der Prozess der Selbsterhaltung durch gesellschaftliche Arbeitsteilung verrichtet wird, umso mehr entäußern sich die Individuen von Leib und Seele, welche sich nach den technischen Apparaturen richten müssen, und somit von sich selbst (vgl. ebd.: 29ff.).
Adorno und Horkheimer setzten weiters den Begriff der „Entfremdung“ und „Vergesellschaftung“ gleich: „[r]adikale Vergesellschaftung heißt radikale Entfremdung.“ (Ebd.: 65) Diese beiden gleichzusetzenden Begriffe setzten aber die absolute Einsamkeit, welche nur in einem Raum erfahren werden kann, voraus (vgl. ebd.: 65ff.). Vergesellschaftung wird also deswegen zur Entfremdung, weil unter der gegenwärtigen pathologisch kapitalistischen Kultur dem entfremdeten Menschen ein Anderer nur als Feind oder als Instrument begegnet.
Einleitung: Einführung in die Aktualität des Entfremdungsbegriffs als Reaktion auf moderne gesellschaftliche Entwicklungen und Definition des Rahmens.
Entfremdungstheorien in der Vormoderne/Moderne: Darstellung der klassischen Theorien von Marx, Simmel und Weber, die sich primär mit den Auswirkungen der Industrialisierung und Entzauberung befassen.
Kritische Theorie (Max Horkheimer, Theodor W. Adorno und Herbert Marcuse): Analyse der Kritik an der Kulturindustrie, technischer Rationalität und dem eindimensionalen Menschen.
Entfremdungstheorien in der Postmoderne: Erläuterung neuerer Ansätze bei Ritzer, Sennett, Rosa und Jaeggi, die den Fokus auf Beschleunigung und Flexibilisierung legen.
Abgrenzungen und ein geschichtlicher Vergleich der Theorien: Einordnung der Theorien anhand der Kapitalismuskritik-Kategorien Künstlerkritik und Sozialkritik sowie Vergleich der Epochen.
Heutige Relevanz des Entfremdungsbegriffes für die Soziologie: Diskussion, inwiefern der Begriff angesichts moderner Phänomene der Flexibilisierung und Sinnverlustes weiterhin als Analysewerkzeug dient.
Resümee: Beantwortung der Leitfragen und Fazit zum Stellenwert der Entfremdungstheorie als kritisches Deutungsmuster für die Gesellschaft.
Entfremdung, Soziologie, Kapitalismus, Entzauberung, Kulturindustrie, Beschleunigung, Rationalisierung, Authentizität, Verdinglichung, Moderne, Postmoderne, Sozialkritik, Künstlerkritik, Gesellschaftskritik, Individuum.
Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und die soziologische Bedeutung des Begriffs der Entfremdung von 1844 bis zur Gegenwart.
Zentral sind der geschichtliche Vergleich zwischen Frühmoderne und Postmoderne, die Analyse des Einflusses des Kapitalismus sowie die kritische Auseinandersetzung mit Entfremdungserscheinungen.
Das Ziel ist die Herausarbeitung der Entwicklung des Entfremdungsbegriffs durch bedeutende Soziologen und die Aufdeckung seiner heutigen Relevanz als Instrument der Gesellschaftskritik.
Der Autor nutzt einen geschichtlichen Vergleich und analysiert die Theorien anhand der Kategorien der Kapitalismuskritik nach Boltanski und Chiapello.
Der Hauptteil behandelt die Entfremdungstheorien von Marx, Simmel, Weber, der Kritischen Theorie, Ritzer, Sennett, Rosa und Jaeggi.
Wichtige Begriffe sind Entfremdung, Kapitalismuskritik, Beschleunigung, Entzauberung und Authentizität.
Während die Frühmoderne oft das Mystische und Sakrale im Blick hatte, fokussiert die Postmoderne stärker auf Zeitwahrnehmung, Beschleunigung und die Dynamisierung der Gesellschaft.
Sie wird als Totalität gesehen, die Kunst in Konsum transformiert und durch manipulative Rationalität zur Entfremdung der Individuen beiträgt.
Weil bei ihm die "Beschleunigung der Gesellschaft" im Vordergrund steht, die er als Ursache für die gestörte Weltbeziehung des modernen Subjekts identifiziert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Begriff zwar angepasst werden muss, als kritisches Deutungsmuster zur Diagnose gesellschaftlicher Bedingungen jedoch unverzichtbar bleibt.
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