Bachelorarbeit, 2017
122 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
A: Theoretischer Bezugsrahmen
2. Der Sportverein
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Leistungen eines Sportvereins
2.3 Die Übungsleiter/innen
2.4 Gegenwärtige sportliche Aktivität von Kindern und Jugendlichen im Verein
3. Aufgaben und Herausforderungen junger Menschen der heutigen Gesellschaft
3.1 Entwicklungsaufgaben der Heranwachsenden
3.2 Sozialisationsinstanzen im Kindes- und Jugendalter
3.2.1 Familie
3.2.2 Schule
3.2.3 Peer-Group
3.2.4 Freizeit
3.3 Gesundheitliche Aspekte
3.3.1 Psychische Gesundheit
3.3.2 Bewegungsmangel und Essverhalten
3.4 Gewalt unter Kindern und Jugendlichen
4. Auswirkungen von Vereinssport auf Kinder und Jugendliche
4.1 Die Bedeutung der Bewegung für die Gesundheit
4.2 Stärkung des Selbstkonzeptes
4.3 Informelles Lernen und Kompetenzerwerb
4.4 Integration durch Sport
4.5 Gewaltprävention
B: Empirischer Teil - eine qualitative Erhebung
5. Fragestellungen
6. Auswahl der Methode - das Experteninterview
6.1 Interviewleitfaden
6.2 Auswahl der Expertinnen und Experten
6.3 Durchführung der Interviews
6.4 Datenaufbereitung und Auswertung
7. Ergebnisse der Auswertung
8. Diskussion
9. Zusammenfassung und Fazit
10. Literatur
11. Anhang
Die Arbeit untersucht die Bedeutsamkeit des Sportvereins im Kindes- und Jugendalter und analysiert, inwieweit Übungsleiterinnen und Übungsleiter einen Beitrag zur erfolgreichen Entwicklungsförderung von jungen Menschen leisten können. Dabei liegt der Fokus auf der Unterstützung bei der Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen durch das soziale Setting des Vereins.
4.5 Gewaltprävention
Wie bereits im Kapitel 3.4 „Gewalt unter Kindern und Jugendlichen“ dargestellt, ist unter Gewalt eine beabsichtigte Verletzung eines Mitmenschen durch die Anwendung von Körperkraft oder Waffen zu verstehen. Nach Zajonic und Pilz (2014: 65) können sportliche Aktivitäten eine unterstützende Wirkung auf die Prävention von Gewalt im Kindes- und Jugendalter haben. Langeweile, Frust oder Perspektivlosigkeit können dazu führen, dass die Bereitschaft zur Gewaltausübung steigt. Der Vereinssport würde eine geeignete Möglichkeit für den Abbau von Aggressionen, den gezielten Einsatz physischer Fähigkeiten sowie den Erwerb von Erfolgserlebnissen bieten. Auch die Europäische Kommission (2007: 7) ist der Meinung, dass die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten zu einer Reduzierung des Gewaltverhaltens führen kann und der Sportverein somit einen gewalteindämmenden Einfluss auf Kinder und Jugendliche ausübe.
Mutz (2012: 191) kommt zu dem Schluss, dass gewaltbereites Verhalten vor allem dann auftritt, wenn junge Menschen unbeaufsichtigt sind und strukturlosen Freizeitbeschäftigungen nachgehen. In einem Sportverein werden die Heranwachsenden von einer erwachsenen Person beaufsichtigt, welche auf ihre Verhaltensweisen achtet und gegebenenfalls Sanktionen erteilt. Die Gewaltprävention besteht nach dieser Auffassung darin, dass den Kindern und Jugendlichen schlichtweg die Möglichkeiten für unstrukturierte, unbeaufsichtigte Aktivitäten fehlen. Hierbei kann man von einer Beaufsichtigungsfunktion des Sportvereins sprechen. Ein weiteres Argument für die Reduzierung von Gewalt durch den Vereinssport ist das dort stattfindende Erlernen von Verhaltensweisen, welche sowohl pro-sozial, fair und regelkonform sind. Dies würde ebenfalls die Gewaltbereitschaft senken. Auch das Kennenlernen von nicht delinquenten Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie das Schließen von neuen Freundschaften kann Auswirkungen auf das gewaltbereite Verhalten haben. Ein weiterer hilfreicher Aspekt ist, dass der Sport das Trainieren von Selbstkontrolle ermöglicht. Der Sportverein stellt daher nicht nur eine gesellschaftlich geschätzte und akzeptierte Aktivität dar, sondern verfügt auch über die Möglichkeit, Bezugspersonen kennenzulernen, welche eine gewaltfreie Denk und Handlungsweise befürworten (vgl. Mutz 2012: 192ff).
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels für Kinder und Jugendliche ein und erläutert die Bedeutung des Sportvereins als Setting für die Entwicklungsförderung.
2. Der Sportverein: In diesem Kapitel werden der Sportverein definiert, seine Leistungen dargelegt sowie die Rolle und Ausbildung der Übungsleiter/innen beschrieben.
3. Aufgaben und Herausforderungen junger Menschen der heutigen Gesellschaft: Hier werden die Entwicklungsaufgaben, verschiedene Sozialisationsinstanzen, gesundheitliche Aspekte sowie das Phänomen Gewalt bei Heranwachsenden detailliert analysiert.
4. Auswirkungen von Vereinssport auf Kinder und Jugendliche: Dieses Kapitel thematisiert die positiven Einflüsse von Sport auf Gesundheit, Selbstkonzept, informelles Lernen sowie Möglichkeiten der Integration und Gewaltprävention.
5. Fragestellungen: Hier werden die konkreten Forschungsfragen formuliert, die im qualitativen Teil der Arbeit untersucht werden.
6. Auswahl der Methode - das Experteninterview: Es wird die methodische Vorgehensweise erläutert, angefangen bei der Wahl des Experteninterviews über die Leitfadenentwicklung bis hin zur Durchführung und Auswertung.
7. Ergebnisse der Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Erkenntnisse aus den Interviews und verknüpft diese mit den theoretischen Inhalten.
8. Diskussion: Die Ergebnisse werden kritisch reflektiert und in den theoretischen Kontext eingeordnet, wobei auch Unterschiede zwischen Theorie und Praxis beleuchtet werden.
9. Zusammenfassung und Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Gesamtschau der Ergebnisse und formuliert Empfehlungen für die Praxis.
Sportverein, Kindesalter, Jugendalter, Entwicklungsförderung, Übungsleiter, Sozialisation, Integration, Gewaltprävention, Selbstkonzept, Gesundheit, Medienkonsum, Bewegungsmangel, Experteninterview, Pädagogik, soziale Kompetenz
Die Arbeit untersucht, welche Rolle der Sportverein bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben im Kindes- und Jugendalter spielt und wie Übungsleiter/innen dabei unterstützen können.
Die zentralen Themen umfassen die Sozialisation junger Menschen, die Auswirkungen von Sport auf das Selbstkonzept und die Gesundheit sowie Möglichkeiten der Integration und Gewaltprävention im Sportverein.
Die Forschungsfrage lautet, ob der Sportverein durch den Einfluss von Übungsleiterinnen und Übungsleitern als Ort fungieren kann, der die gelingende Entwicklung von Kindern und Jugendlichen fördert.
Die Arbeit basiert auf einer qualitativen Erhebungsmethode, bei der Experteninterviews mit sechs Übungsleiterinnen und Übungsleitern aus verschiedenen Sportbereichen geführt wurden.
Der Hauptteil deckt sowohl theoretische Grundlagen zur Lebensphase Jugend und zum Setting Sportverein ab als auch die Analyse von Herausforderungen der heutigen Gesellschaft (z.B. Leistungsdruck, Gewalt, Medienkonsum) und deren Auswirkungen.
Wesentliche Begriffe sind Sportverein, Entwicklungsförderung, Übungsleiter, Integration, Gewaltprävention und Selbstkonzept.
Die Experten betrachten das Integrationspotenzial als grundsätzlich hoch, weisen jedoch darauf hin, dass es durch kulturelle Hürden (insbesondere bei Mädchen mit Migrationshintergrund) und örtliche Gegebenheiten beeinflusst werden kann.
Die befragten Experten identifizieren einen starken Zusammenhang zwischen hohem Medienkonsum, mangelnder Bewegung, motorischen Defiziten und einer Zunahme an Aggressionspotenzial.
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