Diplomarbeit, 2005
44 Seiten, Note: 1,5
0. Vorwort
1. Abkürzungen
2. Biographie
2.1. Jugend
2.2. Ausbildung
2.2.1. Bremgarten (1509 – 1516)
2.2.2. Emmerich (1516 – 1519)
2.2.3. Köln (1519 – 1522)
2.2.3.1. Vom Humanisten zum Reformator (1520 –1522)
2.3. Erste Erfahrungen in Kappel (1523 – 1529)
2.4. Pfarrer in Bremgarten (1529 – 1531)
2.4.1. Hochzeit (1529) und Familienleben
2.5. Wirksamkeit in Zürich (1531 – 1575)
2.5.1. Die Wahl Bullingers (1531)
2.5.2. Der Nachfolger
2.5.3. Der Antistes und Prediger
2.5.4. Die „Fürträge“
2.5.5. Die Schola Tigurina oder Prophezei
2.5.6. Die Einigung der Schweizer Reformation
2.6. Bullingers Lebensabend und Sterben (1575)
3. Werke
3.1. Die Dekaden (1549/1551)
3.2. Das Zweite Helvetische Bekenntnis (1566)
4. Die Prädestinationslehre
4.1. Die Problematik
4.2. Die Prädestinationslehre in der Periode 1536-1556
4.2.1. Die Oratio von 1536
4.2.2. Die Dekaden von 1549-1551
4.2.3. Die Summa Christenlicher Religion von 1556
4.2.4. Fazit
4.3. Bullingers Korrespondenz 1551-1553
4.3.1. Korrespondenz mit Calvin betreffend Bolsec
4.3.2. Korrespondenz mit Bartholomäus Traheronus
4.3.3. Fazit
4.4. Auseinandersetzungen über die Prädestinationslehre 1560 – 1561
4.4.1. Der Streit zwischen Vermigli und Bibliander
4.4.2. Das Zürcher Gutachten zur Prädestination von 1561
4.5. Das Zweite Helvetische Bekenntnis
4.5.1. Der Platz der Prädestinationslehre im Bekenntnis
4.5.2. Die Prädestinationslehre im Bekenntnis
4.5.3. Fazit
5. Abschliessende Beurteilung
Diese Arbeit untersucht die Prädestinationslehre des Schweizer Reformators Heinrich Bullinger. Ziel der Untersuchung ist es, Bullingers Verständnis dieser theologisch anspruchsvollen Lehre im Kontext seiner Zeit, seiner Hauptwerke und seiner Korrespondenzen zu beleuchten und dabei insbesondere seine seelsorgerliche Herangehensweise hervorzuheben, die eine übermäßige Spekulation vermeidet.
Die Dekaden von 1549-1551
In den Dekaden behandelt Bullinger die Prädestinationslehre im Anschluss an die Vorsehung. Beide Lehren werden im Zusammenhang mit der Gotteslehre behandelt. Bullingers Betrachtung der Doktrin der Vorherbestimmung in den Dekaden ist in fünf Abschnitte unterteilt. Im ersten Abschnitt befasst er sich mit der Definition der Prädestination. Im zweiten behandelt er die Frage nach der persönlichen Erwählung, um dann im dritten die Fragen nach Zweifel und Gewissheit zu behandeln. Im vierten Abschnitt geht es dann um die „Mittel“ der Erwählung und im fünften um die Wichtigkeit von Glaube und Vertrauen.
In der vierten Predigt der vierten Dekade befasst sich Bullinger mit der Vorsehung Gottes, deren Betrachtung nach einem ähnlichen Schema wie in der Oratio von 1536 aufgebaut ist.
Danach kommt Bullinger zur Betrachtung des Vorherwissens und der Erwählung Gottes. „Bullinger behandelt die Vorherbestimmung nicht als einen Teil der Vorsehung. Er stellt beide Begriffe nebeneinander und behandelt sie sowohl in den Dekaden, im Traheronbrief, als auch im Zweiten Helvetischen Bekenntnis je gesondert. Über die innere Beziehung der beiden Begriffe hat er uns in der Überleitung von der Vorsehung zur Vorherbestimmung im Vorbeigehen gesagt, dass zwischen ihnen eine «gewisse Verwandtschaft» sei, was wir auch als Parallelität auffassen können.“
Biographie: Dieses Kapitel zeichnet den Lebensweg Heinrich Bullingers von seiner Jugend über seine Ausbildung in Köln bis hin zu seiner prägenden Wirksamkeit als Antistes in Zürich nach.
Werke: Hier werden die wichtigsten Schriften Bullingers vorgestellt, mit besonderem Fokus auf die Dekaden und das Zweite Helvetische Bekenntnis.
Die Prädestinationslehre: Dieser Hauptteil analysiert Bullingers Verständnis der Vorherbestimmung durch seine frühen Schriften, seine Korrespondenz, zeitgenössische Auseinandersetzungen und schließlich seine explizite Darlegung im Zweiten Helvetischen Bekenntnis.
Abschliessende Beurteilung: In diesem Teil bewertet der Autor Bullingers pastorale Herangehensweise und zieht Schlüsse für die heutige Verkündigung in der Gemeinde.
Heinrich Bullinger, Prädestinationslehre, Reformation, Zürcher Kirche, Dekaden, Zweites Helvetisches Bekenntnis, Erwählung, Vorsehung, Soteriologie, Christozentrik, Seelsorge, Dogmatik, Konsensus Tigurinus, Theologiegeschichte, Reformierte Kirche
Die Arbeit untersucht das Verständnis Heinrich Bullingers von der Prädestinationslehre und wie er diese innerhalb seines theologischen Systems und in Auseinandersetzung mit anderen Reformatoren darlegte.
Die Schwerpunkte liegen auf der biographischen Entwicklung Bullingers, der systematischen Analyse seiner Hauptwerke sowie der Untersuchung seiner spezifischen Lehraussagen zur Erwählung und Vorsehung.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bullinger die Prädestination seelsorgerlich und christozentrisch behandelte, ohne in spekulative oder fatalistische Extrema zu verfallen.
Der Autor wendet eine chronologische und textkritische Analyse der Bullinger'schen Schriften und Korrespondenzen an, wobei er sich methodisch an der Forschung von Cornelis P. Venema orientiert.
Der Hauptteil analysiert Bullingers Schriften aus der Periode 1536–1556, seine Korrespondenz zum Fall Bolsec sowie die Auseinandersetzungen der Jahre 1560–1561, welche in der Formulierung des Zweiten Helvetischen Bekenntnisses mündeten.
Zentral sind Begriffe wie Prädestination, Erwählung, Christozentrik, seelsorgerliche Theologie, Dekaden und Zweites Helvetisches Bekenntnis.
Sie zeigt die direkten Spannungsfelder zwischen den Zürcher und Genfer Standpunkten auf, insbesondere in der Frage, ob Gott als Urheber der Sünde verstanden werden könnte.
Bullinger betont zwar ein göttliches Dekret, vermeidet jedoch einen kausalen Zusammenhang zwischen Gottes Willen und der Verwerfung, da der Fokus stets auf der Erwählung in Christus liegt.
Das Gutachten von 1561 diente dazu, die reformierte Position in Strassburg zu stützen, wobei Bullinger die Thesen des Zanchius zwar mitunterzeichnete, sie jedoch in Richtung eines Zürcher Verständnisses abmilderte.
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