Bachelorarbeit, 2016
31 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Der Einsatz von Persönlichkeitstests zur Personalauswahl - Abgrenzung
2.1 Gütekriterien eines erfolgreichen Auswahlverfahrens
2.2 Definition, Reichweite und Grenzen von Persönlichkeitstests
3 Kritik an Persönlichkeitstests
3.1 Entwicklung des Fünf-Faktoren Modells aus der der Eigenschaftstheorie
3.2 Einflussfaktoren auf die Validität von Persönlichkeitstests
4 Empirische Befunde
4.1 Empirische Studien zur Überprüfung der Prognosevalidität für Job Performance der Persönlichkeitstests
4.2 Empirische Studien zum Einfluss von verfälschten Antworten auf die Validität von Persönlichkeitstests
5 Diskussion
6 Fazit
Die Arbeit untersucht die Eignung von Persönlichkeitstests als Instrument in der modernen Personalauswahl, wobei der Fokus insbesondere auf der Vorhersagekraft für die berufliche Leistung (Job Performance) und dem Einfluss potenzieller Antwortverfälschungen durch Testteilnehmer liegt.
3.1 Entwicklung des Fünf-Faktoren Modells aus der Eigenschaftstheorie
Unabhängig von den mehrfachen, entstandenen Forschungssträngen des Behaviorismus und der Psychoanalyse entstand aus der naiven Theorie der Persönlichkeit das Eigenschaftsparadigma. Dies baut auf den fundamentalen Arbeiten von Allport, Eysenck und Cattell auf, die sich nicht nur den lexikalischen Ansatz, sondern auch zum Teil die Faktoranalyse zu Nutzen machten. Dieses Konstrukt erklärt funktionale Abhängigkeiten eines Menschen nicht durch Lernerfahrungen und Situationen, sondern durch seine individuellen Eigenschaften („traits“). Diese entscheiden nämlich wie ein Mensch in einer bestimmten Situation reagiert.
Kern dieses Konzept ist die Annahme, dass die Eigenschaften zu beständigen Beziehungen zwischen einer Situation und Reaktion eines Menschen führen. Dabei definiert Armstrong et al. (2014) Traits wie folgt: „Traits are predispositions to behave in certain ways in a variety of different situations.“ McCrae und Costa (2003) fassen den Begriff sogar weiter und charakterisieren Eigenschaften als Dimensionen individueller Unterschiede. Ein Mensch sei ferner dazu geneigt stärker, ausgeprägte Eigenschaften häufiger zu präsentieren.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert den Wandel in der Arbeitswelt und die damit einhergehenden Herausforderungen für die Personalauswahl, wodurch die Relevanz von Persönlichkeitstests begründet wird.
2 Der Einsatz von Persönlichkeitstests zur Personalauswahl - Abgrenzung: Dieses Kapitel erläutert die ökonomischen Motive einer professionellen Personalauswahl und führt in die wissenschaftlichen Gütekriterien ein, die bei der Anwendung von Persönlichkeitstests entscheidend sind.
3 Kritik an Persönlichkeitstests: Der Abschnitt diskutiert die theoretische Fundierung durch das Fünf-Faktoren-Modell und beleuchtet kritische Einflussfaktoren auf die Validität, wie etwa die Problematik der Antwortverfälschung.
4 Empirische Befunde: Hier werden relevante Metaanalysen vorgestellt, die einerseits die Prognosevalidität der Big 5 für die Arbeitsleistung prüfen und andererseits den Einfluss von Faking-Tendenzen auf die Konstruktvalidität untersuchen.
5 Diskussion: Die Ergebnisse der empirischen Studien werden kritisch synthetisiert, Limitationen der Forschung dargelegt und praktische Implikationen für Personaler abgeleitet.
6 Fazit: Das Fazit fasst die zentrale Bedeutung von Persönlichkeitstests zusammen und betont, dass trotz ungelöster Fragen hinsichtlich der Verfälschungssicherheit, das Instrument bei professioneller Anwendung einen Mehrwert für die Personalauswahl bietet.
Persönlichkeitstests, Personalauswahl, Big 5, Fünf-Faktoren-Modell, Job Performance, Validität, Prognosevalidität, Konstruktvalidität, Antwortverfälschung, Eignungsdiagnostik, Gewissenhaftigkeit, Mitarbeiterselektion, Arbeitsleistung, Personalarbeit, Persönlichkeitsforschung.
Die Arbeit analysiert, inwiefern Persönlichkeitstests als valides Instrument zur Vorhersage beruflicher Leistung in der Personalauswahl eingesetzt werden können und wie verfälschte Antworten das Ergebnis beeinflussen.
Zentrale Themen sind die wissenschaftlichen Gütekriterien, das Fünf-Faktoren-Modell (Big 5) sowie die empirische Überprüfung der prognostischen Validität und der Einfluss von Faking-Verhalten.
Die Arbeit beschäftigt sich primär mit der Frage, warum und inwieweit sich Persönlichkeitstests für die Personalauswahl eignen und wie sich Antwortverfälschungen auf die Validität der Messergebnisse auswirken.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, in der insbesondere Metaanalysen und empirische Studien zur Prognosevalidität und zu Verfälschungseffekten ausgewertet werden.
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen (Gütekriterien, Eigenschaftstheorie) erläutert, empirische Belege für die Validität der Big 5 diskutiert und Studien zu Antwortverfälschungen kritisch hinterfragt.
Wichtige Begriffe sind insbesondere die Validitätsarten (Prognose-, Konstrukt-), die Big 5 Dimensionen (insb. Gewissenhaftigkeit) und das Phänomen der sozialen Erwünschtheit bzw. Antwortverfälschung.
Gewissenhaftigkeit wird in den zitierten empirischen Studien als der stärkste Prädikator für die berufliche Leistungsfähigkeit (Job Performance) über verschiedene Berufsgruppen hinweg identifiziert.
Die Arbeit kommt zu dem Ergebnis, dass eine bewusste Beschönigung der Antworten zwar vorkommen kann, aber nach aktueller Studienlage (z. B. Morgeson et al.) keinen signifikant verzerrenden Einfluss auf das Ranking der Bewerber hat.
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