Magisterarbeit, 2005
104 Seiten, Note: 2,3
1. EINLEITUNG
1.1. Fragestellung
1.2. Eingrenzung des Untersuchungsmaterials
1.3. Methode der Materialauswertung
1.4. Forschungsstand und Quellenlage
1.5. Inhaltlicher Aufbau der Magisterarbeit
2. REISEBERICHTE ALS QUELLEN DER GESCHICHTSWISSENSCHAFT
2.1. Möglichkeiten und Leistungen
2.2. Das Problem der Subjektivität
3. AUSWERTUNG DER UNTERSUCHTEN REISEBERICHTE
3.1. Reiseberichte aus Deutsch-Ostafrika
3.1.1. Oscar Baumanns Reise durch Usambara
3.1.1.1. Kurzzusammenfassung des Inhalts
3.1.1.2. Baumanns Menschenbeschreibungen
3.1.1.3. Zwischenfazit
3.1.2. Hugold F. von Behrs Kriegsbilder aus Deutsch-Ostafrika
3.1.2.1. Kurze Inhaltsangabe
3.1.2.2. Die Beschreibung der Afrikaner der Schutztruppe
3.1.2.3. Die Beschreibung der Einwohner Deutsch-Ostafrikas
3.1.2.4. Kurzvergleich mit Baumann
3.1.3. Graf von Götzens Reise von Ost nach West
3.1.3.1. Kurzzusammenfassung der Reiseerlebnisse
3.1.3.2. Die Beschreibung der Menschen in von Götzens Reisebericht
3.2. Reiseberichte aus Togo und Kamerun
3.2.1. Max Buchners Reisebericht vom Beginn der Kolonie Kamerun
3.2.1.1. Zusammenfassung des Inhalts
3.2.1.2. Buchners Beschreibung der Küstenstämme
3.2.1.3. Fazit aus Buchners Ausführungen
3.2.2. Heinrich Kloses Bericht aus Togo
3.2.2.1. Kurzbeschreibung des Inhalts
3.2.2.2. Reise an der Küste - „Charakteristik des Evhestammes“
3.2.2.3. Erste Reise ins Hinterland über Kete und Kratyi nach Salaga
3.2.2.4. Zweite Reise ins Hinterland nach Bassari und Sugu
3.2.2.5. Zusammenfassung
3.2.3. Hans Dominiks Expedition zum Tschadsee
3.2.3.1. Kurze Inhaltsangabe
3.2.3.2. Dominiks Beschreibung der verschiedenen Volksgruppen Kameruns
3.2.3.3. Dominiks allgemeine Betrachtungen über den kulturellen Stand der Afrikaner
3.3. Reiseberichte aus der Südsee
3.3.1. Hugo Zöllers Erlebnisse auf Deutsch-Neuguinea
3.3.1.1. Kurzbeschreibung des Reiseberichts
3.3.1.2. Zöllers Beschreibung der Südsee-Menschen
3.3.1.3. Fazit
3.3.2. Samoa aus der Sicht Richard Deekens
3.3.2.1. Inhalt des Buches
3.3.2.2. Die Samoaner aus Deekens Sicht
3.3.2.3. Fazit
3.3.3. Die amtliche Reisen von Heinrich Schnee im Bismarck-Archipel
3.3.3.1. Inhalt des Reiseberichts
3.3.3.2. Die Menschen des Bismarck-Archipels nach Schnees Darstellung
3.4. Reiseberichte aus Deutsch-Südwestafrika
3.4.1. Die Kriegs- und Friedensbilder von Karl Dove
3.4.1.1. Inhalt des Berichts
3.4.1.2. Die Beschreibungen der Afrikaner Deutsch-Südwestafrikas
3.4.1.3. Zusammenfassung
3.4.2. Emil Eisingers Erinnerungen
3.4.2.1. Inhalt der Erinnerungen
3.4.2.2. Wie Eisinger die Menschen Südwestafrikas sah
3.4.3. Von Bülows Schilderung von Land und Leuten Südwestafrikas
3.4.3.1. Kurze Inhaltsangabe
3.4.3.2. Das Eingeborenenbild von Bülows
3.4.3.3. Zusammenfassung
4. ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG DER QUELLEN
4.1. Allgemeine Ergebnisse
4.2. Ergebnisse für die einzelnen Untersuchungsregionen
4.2.1. Deutsch-Ostafrika
4.2.2. Kamerun / Togo
4.2.3. Deutsche Südsee
4.2.4. Deutsch-Südwestafrika
4.3. Die Bandbreite der Reiseberichte
4.4. Quellenwert der Reiseberichte
5. SCHLUSSWORT
Die Arbeit untersucht das Bild der Ureinwohner in den deutschen Kolonien, wie es in Reiseberichten der deutschen Kolonialzeit zwischen 1884 und 1918 vermittelt wurde. Ziel ist es, zu analysieren, ob diese Texte als historische Quellen für die Mentalitätsgeschichte der Kaiserzeit dienen können und wie die Autoren die Bewohner der verschiedenen Kolonialregionen charakterisierten.
3.1.1.2. Baumanns Menschenbeschreibungen
Bei seiner Reise traf Baumann auf die verschiedensten Menschengruppen. Er erwähnt Europäer, Araber, Inder, Küsten- und Inselbewohner und Afrikaner aus dem Landesinneren. All diese Menschen beschreibt er in seinem Reisebericht mehr oder weniger ausführlich. Da die Koloniebewohner vor allem Afrikaner sind, soll ihre Beschreibung im Vordergrund stehen. Ich werde aber zusätzlich kurz auch auf das Bild der Araber und Inder eingehen.
In Sansibar trifft Baumann auf die einheimischen Suaheli. Diesen schreibt er ein angenehmes Äußeres zu. So sagt er über die Suaheli-Männer, dass sie „oft wirklich anziehende und hübsche Gesichter“ haben. Die stets unverhüllten Suaheli-Frauen sind laut Baumann „sehr häufig wohlgebaut, besitzen zwar selten den feinen Gesichtsschnitt der Abessinierinnen, aber um so öfter einen freundlichen, munteren Ausdruck, den selbst ein strenger Kritiker als „hübsch“ bezeichnen müsste.“ Im Gegensatz zu anderen Europäern findet Baumann an der dunklen Haut nichts Abstoßendes oder abwertendes, sondern erkennt „eine samtweiche, angenehm braune Haut“. Baumann fällt das Pauschalurteil, dass sowohl Männer als auch Frauen der Suaheli nicht nur ansehnlich, sondern sogar hübsch sind.
Neben dem angenehmen Aussehen spricht Baumann den Suaheli Sansibars eine „natürliche Heiterkeit“ zu. Überall sehe man „scherzende Gruppen“ und „reizende Kinder mit blitzenden Augen“, so Baumann. Die Aufgewecktheit und Leichtigkeit des Seins wertet Baumann ebenfalls positiv. So stellt er fest, dass die Suaheli „stets guter Laune, und ziemlich willig und arbeitsam“ sind.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Reiseberichte als Medium der Meinungsbildung in der Kaiserzeit und Darlegung der Fragestellung.
2. REISEBERICHTE ALS QUELLEN DER GESCHICHTSWISSENSCHAFT: Theoretische Auseinandersetzung mit der Zuverlässigkeit und den Möglichkeiten von Reiseberichten als historische Quellen.
3. AUSWERTUNG DER UNTERSUCHTEN REISEBERICHTE: Detaillierte Analyse und exemplarische Auswertung von Reiseberichten aus den vier Hauptregionen der deutschen Kolonien.
4. ERGEBNISSE DER AUSWERTUNG DER QUELLEN: Synthese der Ergebnisse, Vergleich der verschiedenen Regionen und Diskussion der allgemeinen Erkenntnisse über das Bild der Ureinwohner.
5. SCHLUSSWORT: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Fazit zum Quellenwert der untersuchten Literatur.
Kolonialgeschichte, Reiseberichte, Kaiserzeit, Menschenbild, Ureinwohner, Schutzgebiete, Deutsch-Ostafrika, Kamerun, Togo, Südsee, Deutsch-Südwestafrika, Mentalitätsgeschichte, Quellenkritik, Stereotype, Imagologie.
Die Arbeit analysiert das Bild, das deutsche Reiseberichte zwischen 1884 und 1918 von den Bewohnern der deutschen Kolonien vermittelten.
Im Zentrum stehen die äußere Beschreibung, der Charakter, die religiösen Vorstellungen und die Arbeitsleistung der verschiedenen indigenen Volksgruppen.
Es soll herausgefunden werden, ob Reiseberichte ein einheitliches Menschenbild übermittelten und inwieweit sie als historische Quelle für die Mentalität der damaligen Zeit nutzbar sind.
Der Autor führt eine qualitative Inhaltsanalyse durch, wobei er die Reiseberichte anhand eines Fragenkataloges systematisch auswertet.
Der Hauptteil gliedert sich nach den Untersuchungsregionen: Deutsch-Ostafrika, Togo/Kamerun, Südsee und Deutsch-Südwestafrika, wobei für jede Region mehrere Reiseberichte detailliert besprochen werden.
Die Arbeit ist zentral durch Begriffe wie Kolonialgeschichte, Menschenbild, Mentalitätsgeschichte und Quellenkritik geprägt.
In den untersuchten Berichten wurden die Südsee-Insulaner oft als primitiver dargestellt als viele afrikanische Völker, bei denen die Autoren teilweise höhere Kulturformen und eine bessere Arbeitsmoral erkannten.
Die Analyse zeigt, dass militärische und amtliche Autoren tendenziell kritischere oder negativere Bilder zeichneten, während wissenschaftlich oder privat reisende Autoren oft sachlichere oder positivere Beschreibungen verfassten.
Einige Autoren wie Zöller räumten ein, dass die Literatur ein überzogenes Bild zeichnete, und korrigierten ihre Ansichten durch persönliche Erfahrungen; andere hingegen sahen ihre Vorurteile durch den Aufenthalt bestätigt.
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