Examensarbeit, 2004
43 Seiten, Note: 2,3
Didaktik für das Fach Englisch - Pädagogik, Sprachwissenschaft
1 EINLEITUNG
2 DIE ZIELE DES ENGLISCHUNTERRICHTS
3 DIE MECHANISMEN DES SPRACHERWERBS IN DER SCHULE
3.1 Der gesteuerte L2-Erwerb
3.2 Kommunikationsstrategien
4 DIE FÖRDERUNG DER COMMUNICATIVE SKILLS
4.1 Task-Charakteristika
5 MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG DER FREIEN INTERAKTION
5.1 Ein Beispiel einer Aufgabe aus dem Lehrbuch
5.2 Das Spontantheater
5.3 Der Thought-Cluster
5.4 Der Bildimpuls
5.5 Die Talkshow
5.6 Zusammenfassung
5.7 Die Umsetzung von Tasks in der Praxis
6 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN
Diese Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Förderung der freien Interaktion im Englischunterricht der gymnasialen Oberstufe, mit dem Ziel, die Diskrepanz zwischen sprachlicher Kompetenz und Performanz durch den gezielten Einsatz geeigneter methodischer Ansätze zu verringern.
3.1 Der gesteuerte L2-Erwerb
Viele Studien der modernen Spracherwerbsforschung zielen darauf ab, festzustellen, ob in dem Kontext „Fremdsprachen in der Schule“ Spracherwerb stattfindet und ob dieser Spracherwerb ähnlichen Mechanismen folgt wie der L1-Erwerb. Zunächst einmal sprechen viele Faktoren gegen diese Annahme, wie das Alter der Schülerinnen und Schüler oder die Tatsache, dass alle Schülerinnen und Schüler bereits eine Muttersprache erworben haben. Des Weiteren ist die Zeit, in der die Schülerinnen und Schüler mit der Fremdsprache Kontakt haben, wesentlich kürzer als im Rahmen des L1-Erwerbs. Verstärkend kommt dazu, dass im Klassenverband unterrichtet wird, also die Zeit für Sprachproduktion noch einmal drastisch reduziert ist.
Auf der anderen Seite werden Schüleraussagen in der Schule korrigiert, so dass die Schülerinnen und Schüler so genannte negative Evidenz erhalten. Folglich werden im Gegensatz zu L1 Lernern grammatische Regeln den Schülerinnen und Schüler bewusst gemacht. Deutliche Unterschiede lassen sich auch an den Ergebnissen, also der Sprachproduktion seitens der Lerner, feststellen: Während der L1 Lerner schon früh aktiv an Kommunikation teilnehmen kann, scheint der Lerner im L2 Erwerb oft sogar unfähig dazu zu sein, die bereits „gelernten“ Strukturen spontan zu verwenden. Trotz dieser offensichtlichen Unterschiede geht die moderne Spracherwerbsforschung mittlerweile davon aus, dass die Mechanismen der Universalgrammatik auch im L2-Erwerb greifen und dass der Spracherwerb so auf sehr ähnliche Weise wie bei L1 stattfindet. Ein deutliches Indiz dafür hat z.B. Vivian Cook herausgefunden: „The poverty of stimulus argument applies equally to L2 learning” (1988: 176).
1 EINLEITUNG: Der Autor thematisiert die Diskrepanz zwischen sprachlicher Kompetenz und Performanz im Englischunterricht und stellt das Ziel der Arbeit vor, geeignete Methoden zur Überwindung dieser Schwäche zu finden.
2 DIE ZIELE DES ENGLISCHUNTERRICHTS: Es wird dargelegt, dass der moderne Englischunterricht in der Oberstufe auf die Entwicklung von Handlungsfähigkeit in einer globalisierten Kommunikationsgesellschaft ausgerichtet ist.
3 DIE MECHANISMEN DES SPRACHERWERBS IN DER SCHULE: Dieses Kapitel erläutert die sprachwissenschaftlichen Grundlagen des gesteuerten L2-Erwerbs und die Rolle von Kommunikationsstrategien bei der Überwindung von sprachlichen Problemen.
4 DIE FÖRDERUNG DER COMMUNICATIVE SKILLS: Hier wird der Begriff des "Task" definiert und dargelegt, wie didaktische Modelle die Förderung kommunikativer Fertigkeiten unterstützen können.
5 MÖGLICHKEITEN ZUR FÖRDERUNG DER FREIEN INTERAKTION: Der Autor stellt verschiedene praktische Unterrichtsmethoden wie das Spontantheater oder Talkshows vor und evaluiert deren Wirksamkeit anhand der zuvor erarbeiteten Kriterien.
6 ABSCHLIEßENDE BEMERKUNGEN: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit, Spracherwerb kontinuierlich zu fördern und die Rolle der Lehrkraft hin zu einer unterstützenden Funktion zu verlagern.
Englischunterricht, Oberstufe, Spracherwerb, Performanz, Kompetenz, communicative skills, Interaktion, Task, Kommunikationsstrategien, Sprachproduktion, Interlanguage, Fehlerkorrektur, schülerzentrierter Unterricht, Fremdsprachenlernen, Handlungsfähigkeit
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Diskrepanz zwischen dem theoretischen Sprachwissen (Kompetenz) und der tatsächlichen Anwendung (Performanz) von Englischschülern in der Oberstufe und sucht nach Wegen, diese Lücke zu schließen.
Die zentralen Themen sind Spracherwerbsforschung, der Einsatz von kommunikativen Aufgaben (Tasks), die Förderung von Kommunikationsstrategien und die methodische Gestaltung eines inhaltsorientierten Unterrichts.
Das primäre Ziel ist es, den Englischunterricht so zu gestalten, dass Schüler angstfrei und authentisch in der Fremdsprache interagieren können, um ihre kommunikative Handlungsfähigkeit zu steigern.
Der Autor stützt sich auf eine Analyse sprachwissenschaftlicher Theorien zum Spracherwerb und evaluiert diese durch eine kritische Reflexion eigener praktischer Unterrichtserfahrungen mit verschiedenen Aufgabenformaten.
Der Hauptteil befasst sich detailliert mit dem Konzept der "Tasks", definiert die Rahmenbedingungen für erfolgreiche Aufgaben und stellt spezifische Methoden wie Bildimpulse oder Talkshows auf den Prüfstand.
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie "Fremdsprachenerwerb", "Communicative Skills", "Task-Based Learning" und "Interlanguage" beschreiben.
Das Spontantheater zwingt die Schüler dazu, in Rollen zu schlüpfen, wodurch sie Distanz zu sich selbst gewinnen und gleichzeitig gezwungen sind, spontan auf die Kommunikation der anderen zu reagieren, ohne vorbereitete Skripte zu nutzen.
Der Autor argumentiert, dass eine ständige Korrektur während der freien Interaktion den Redefluss und das Selbstvertrauen der Schüler eher behindert; daher sollte die Lehrkraft bei Aufgaben primär unterstützend wirken, anstatt ständig zu bewerten.
Der "vernacular style" bezeichnet den spontanen, eher informellen Sprachgebrauch, in dem Fehler akzeptiert werden, während der "careful style" die bewusste, auf Korrektheit achtendere Form der Sprachproduktion beschreibt.
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