Magisterarbeit, 2003
131 Seiten, Note: 2
1 Einleitung
1.1 Epistemologischer Ursprung des Begriffs Mobbing
1.2 Abgrenzung von verwandten Begriffen
1.3 Verbreitung von Mobbing
1.4 Durchschnittliche Dauer von Mobbing
1.5 Volkswirtschaftlicher Schaden
1.6 Thema und Fragestellung
1.7 Aufbau der Arbeit
2 Stand der Mobbingforschung
2.1 Die bisherige Mobbingforschung im Überblick
2.2 Mobbing am Arbeitsplatz
2.3 Mobbingforschung im deutschen Sprachraum
2.4 Definition von Mobbing
2.5 Subjektives und objektives Mobbing
2.6 Mobbingphasen
3 Opfer und Täter
3.1 Das hierarchische Verhältnis zwischen Opfer und Täter
3.2 Das Machtungleichgewicht zwischen Opfer und Täter
3.3 Geschlechtsspezifisches Mobbing
3.4 Mobbingrisiko differenziert nach Berufsgruppe und Status
3.5 Die Opfer
3.5.1 Alter und berufliche Position der Opfer
3.5.2 Opfer und Opfergruppen im Mobbingprozess
3.5.3 Mobbingauslösende Faktoren aus der Opferperspektive
3.5.4 Opfermerkmale
3.5.4.1 Die exponierte Stellung des Opfers
3.5.4.2 Opferpersönlichkeit
3.6 Die Täter
3.6.1 Alter und berufliche Position der Täter
3.6.2 Einzeltäter und Tätergruppen im Mobbingprozess
3.6.3 Die Mobbingintention
3.7 Mobbinghandlungen und deren Kategorisierung
3.7.1 Gewichtung der Mobbinghandlungen
3.7.2 Geschlechtsspezifische Mobbinghandlungen
3.7.3 Mobbinghandlungen nach Alter der Opfer und Täter
3.7.4 Motivation der Täter zu Mobbinghandlungen
3.8 Tätermerkmale
4 Organisationale und soziale Ursachen von Mobbing
4.1 Organisationale Ursachen von Mobbing
4.2 Soziale Ursachen von Mobbing
4.2.1 Die Rolle der Aggression
4.2.2 Die soziale Ursachen von Aggression
5 Psychodynamische Ursachen von Mobbing
5.1 Die Rolle der Institution
5.2 Die Gruppe und ihre Dynamik
5.3 Die Führung der Gruppe
5.4 Mobbingursachen in der Gruppendynamik
5.4.1 Die Gruppe und die Funktion des Sündenbock
5.4.2 Der eskalierende Konflikt
5.5 Psychodynamik in der Täterpersönlichkeit
5.5.1 Die intrapsychischen Abwehrmechanismen
5.5.2 Die interpersonale Abwehr
6 Zusammenfassung
Diese Arbeit untersucht die komplexen Dynamiken des Mobbing-Phänomens in der Arbeitswelt. Das primäre Ziel ist es, die Beziehungsstrukturen zwischen Opfer und Täter sowie die organisatorischen, sozialen und psychodynamischen Ursachen zu analysieren, die diesen Konfliktprozess prägen.
1.1 Epistemologischer Ursprung des Begriffs Mobbing
Der englische Terminus „Mobbing“ stammt vom nominalisierten ebenfalls englischen Verbs „to mob”, welches „herfallen über, angreifen, attackieren“ bedeutet. Der Ursprung dieses Verbs ist das Substantiv „the mob”. Dieses Wort ist in verschiedenen Sprachen zu finden und bezeichnet den Pöbel, eine kriminelle Bande oder organisiertes Verbrechertum (letzteres nur im englischen Sprachraum). Es geht auf den lateinischen Begriff „mobile vulgus“ zurück. Dafür lautet die sinngemäße Übersetzung aufgewiegelte Volksmenge, Pöbel, unorganisierte soziale Massengruppierung mit sehr geringem oder völlig fehlendem Organisationsgrad, in der mit hoher Wahrscheinlichkeit aggressives, meist zerstörerisches Verhalten auftritt. Bereits 1905 klassifiziert der Soziologe Edward Alsworth Ross den „Mob“ im Rahmen der massenpsychologischen Forschung als unterste Stufe der gesellschaftlichen Hierarchie, an deren Spitze die organisierte, strukturierte Gruppe steht. Berndt Zuschlag bemerkt 1994 in der ersten Auflage seines Buches „Mobbing. Schikane am Arbeitsplatz“ zum Mobbingbegriff Folgendes:
„ ‚Mobbing‘ [...] wird neuerdings als Terminus Technikus benutzt zur Bezeichnung der Handlung von Menschen, die – vorwiegend am Arbeitsplatz – (unterstellte) Mitarbeiter/innen, Kolleginnen/Kollegen oder Vorgesetzte schikanieren.“
1 Einleitung: Umrisse des Begriffs Mobbing, Abgrenzung von verwandten Phänomenen sowie Darstellung von Verbreitung und wirtschaftlichen Schäden.
2 Stand der Mobbingforschung: Überblick über die historische Entwicklung der Mobbingforschung, Definitionen und die Phasenmodelle von Leymann.
3 Opfer und Täter: Detaillierte Analyse des Machtverhältnisses, der Rollen von Tätern und Opfern, geschlechtsspezifischer Aspekte und der typischen Mobbinghandlungen.
4 Organisationale und soziale Ursachen von Mobbing: Untersuchung von Arbeitsstrukturen, Zeitdruck und der Rolle der Aggression als Auslöser für Mobbing.
5 Psychodynamische Ursachen von Mobbing: Analyse der Rolle von Institutionen, Gruppendynamiken, Sündenbock-Mechanismen und intrapsychischen Abwehrmechanismen bei Tätern.
6 Zusammenfassung: Synthese der wichtigsten Erkenntnisse über die Ursachen, den Verlauf und die Dynamiken des Mobbing-Prozesses.
Mobbing, Bossing, Psychoterror, Arbeitsplatz, Mobbingopfer, Mobbingtäter, Gruppendynamik, Organisation, Machtungleichgewicht, Aggression, Attribution, Sündenbock, Konflikteskalation, Arbeitswelt, Psychodynamik
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz, analysiert dessen Ursachen und erforscht das Beziehungsgeflecht zwischen Opfern und Tätern.
Die Schwerpunkte liegen auf der Erforschung der Rollen von Opfern und Tätern, den organisationalen Bedingungen, gruppendynamischen Prozessen sowie den psychodynamischen Ursachen von Schikanen.
Es wird untersucht, welche Beziehungsdynamiken zwischen Täter- und Opferrolle im Mobbingprozess bestehen und wie diese durch Persönlichkeitsmerkmale sowie die institutionellen Rahmenbedingungen beeinflusst werden.
Die Arbeit basiert auf einer umfangreichen Literaturanalyse sowie der Auswertung und Verknüpfung europäischer empirischer Studien zum Thema Mobbing am Arbeitsplatz.
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung des Forschungsstandes, eine detaillierte Charakterisierung von Opfern und Tätern, die Untersuchung organisationaler und sozialer Ursachen sowie eine tiefgehende psychodynamische Analyse.
Wichtige Begriffe sind Mobbing, Bossing, Psychoterror, Gruppendynamik, Machtungleichgewicht, Aggression, Attribution und Sündenbock-Mechanismus.
Vorgesetzte nehmen in vielen europäischen Ländern eine zentrale Rolle ein, da sie häufig als Mobbingtäter agieren oder durch eine unzureichende Führungsstruktur und das Tolerieren von Schikane ein Klima schaffen, das Mobbing begünstigt.
Das Sündenbock-Phänomen dient in Gruppen oft der Stressabfuhr und der Aufrechterhaltung der Gruppenidentität, wobei eine Person isoliert wird, um Spannungen innerhalb der Organisation oder Arbeitsgruppe abzubauen.
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