Masterarbeit, 2015
118 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1. Forschungsstand und Kontroversen
2. Das Handlungsfeld der Theaterpädagogik
2.1 Theaterpädagogik als zusammenfassender Begriff von Theater und Pädagogik
2.2 Theaterspielen und Bildung: Ästhetische Kompetenz und Persönlichkeitsbildung
2.3. Theaterspielen als Chance für Jugendliche
3. Persönlichkeit und Identität
3.1. Erik H. Erikson: Das Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung
3.1.1. Das Jugendalter: Identität gegen Identitätsdiffusion
3.2. Big Five- Das FünfFaktoren-Modell der Persönlichkeit
3.3. Grundlagen der Kategorienbildung: Die Longitudinalstudie Romi Domkowskys
4. Theaterspielen beeinflusst die Persönlichkeit
5. Methodisches Vorgehen
5.1. Kategoriebildung auf der Basis des Theorieteils
5.2. Qualitative Sozialforschung anhand von Experteninterviews
5.3. Konzeption des Interviewleitfadens und Fragen
5.4. Besonderheiten in der Transkription der Interviews und innerhalb der Analyse
6. Einstellungen der Interviewpartner zum Theaterspielen von Jugendlichen
6.1. Offenheit: Theaterspielen fördert Experimentierfreude, Offenheit und Kreativität
6.2. Leistungsbereitschaft: Theaterspielen fördert das Zutrauen zur eigenen Leistung und weckt Leistungsbereitschaft
6.3. Extraversion: Theaterspielen fördert den Umgang mit anderen und deren Sozialverhalten
6.4. Gruppe und Individuum: Theaterspielen fördert Empathie und Verantwortung
6.5. Selbstbewusstsein und Reflexion: Theaterspielen weckt Selbstbewusstsein und Reflexivität
6.6. Transfereffekte und Kompetenzen: Theaterspielen verursacht Transfereffekte und vermittelt vielfältige Kompetenzen und damit Bildung
6.7. Jugend und Krise: Theaterspielen erleichtert die Rollenfindung in der Adoleszenz
6.8. Kunst und Pädagogik: Beide Disziplinen sind vereinbar und wirken bei der Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen gemeinsam
7. Diskussion der Ergebnisse
8. Schlussbetrachtung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern das Theaterspielen die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen in der Adoleszenz positiv beeinflussen kann. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob künstlerische Bildungsprozesse als stabilisierendes Element im Spannungsfeld zwischen Individuum und Gesellschaft fungieren und wie sich diese Prozesse durch die theaterpädagogische Arbeit fördern lassen.
3.1. Erik H. Erikson: Das Stufenmodell der psychosozialen Entwicklung
Zahlreiche Experimente, die zur Neubelebung von individueller Freiheit und Kreativität dienen sollen, gehen in den Bereichen Pädagogik und Psychotherapie in Untersuchungen zur Gruppendynamik und sogar im Bereich der Seelsorge auf die Identitätspsychologie Erik H. Erikson zurück (vgl. Conzen 2010: 407). Die Verdienste Eriksons liegen in der Erweiterung der klassischen Psychoanalyse um eine psychohistorische und eine psychosoziale Komponente. Der Neofreudianer Erikson konzentriert sich in seinen Untersuchungen auf die Ich-Identität des Individuums. Als größten Einflussfaktor sieht er in der Entwicklung des Menschen dessen Umwelt und bezieht diese in seine Forschungen mit ein, die sich anhand von „klinischen und [kultur-] anthropologischen Erwägungen“ (Erikson 1980: 55f) ergeben haben. Anhand unterschiedlicher Erfahrungsberichte geht er damit der Gesellschaftsbildung und der des einzelnen Individuums auf den Grund.
Geschichtliche Umbrüche und allgemein die Historizität sind in Eriksons Modell ein wichtiger Einflussfaktor hinsichtlich der Ich-Identität des Menschen. Damit gemeint ist ein subjektives Empfinden, ein Bewusstsein des eigenen Selbst aktiv und fähig zu eigenen Entscheidungen, abgegrenzt von allen anderen (vgl. Conzen 2010:392). Erikson hat den amerikanischen Menschen (auf den er stets hinweist) untersucht, weshalb die Identität auch eine landesspezifische Komponente erhält. Dies begründet sich aus seinem wissenschaftlichen Vorgehen, das lediglich das amerikanische System und deren Individuen studiert und Verallgemeinerungen nicht zulässt. Es wird aber von der Annahme ausgegangen, das jedes Kultursystem seine eigenen Regeln und Gegebenheiten besitzt, welche im Wechselspiel zum Menschen stehen (vgl. Erikson 1980: 65).
Einleitung: Die Arbeit beleuchtet den Bildungscharakter des Theaters mit Fokus auf die Entwicklung der Persönlichkeit von Jugendlichen während der Adoleszenz.
1. Forschungsstand und Kontroversen: Es wird diskutiert, wie Theaterpädagogik hinsichtlich ihrer Wirksamkeit empirisch erforscht werden kann und welche Herausforderungen dabei bestehen.
2. Das Handlungsfeld der Theaterpädagogik: Das Kapitel definiert Theaterpädagogik als Schnittstelle zwischen Kunst und Pädagogik und untersucht den Zusammenhang von Theater und Bildung.
3. Persönlichkeit und Identität: Hier werden theoretische Grundlagen der Persönlichkeitsentwicklung, unter anderem nach Erik H. Erikson und dem Big-Five-Modell, dargelegt.
4. Theaterspielen beeinflusst die Persönlichkeit: Dieses Kapitel begründet die Hauptthese, dass theaterpädagogische Konzepte Jugendliche in kritischen Phasen der Identitätsfindung unterstützen können.
5. Methodisches Vorgehen: Es werden die methodischen Grundlagen für die qualitative Untersuchung der Experteninterviews erläutert und Kategorien auf Basis des Theorieteils entwickelt.
6. Einstellungen der Interviewpartner zum Theaterspielen von Jugendlichen: Die Expertenmeinungen werden detailliert zu den Themen Offenheit, Leistungsbereitschaft, Extraversion, Empathie und Rollenfindung analysiert.
7. Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde der Experteninterviews werden kritisch reflektiert und in den theoretischen Kontext eingeordnet.
8. Schlussbetrachtung und Ausblick: Zusammenfassend wird bestätigt, dass Theaterpädagogik die Persönlichkeitsentwicklung positiv beeinflussen kann, und es werden Anstöße für weitere Forschungen gegeben.
Theaterpädagogik, Persönlichkeitsentwicklung, Adoleszenz, Identitätsfindung, Identitätsdiffusion, Big-Five-Modell, Experteninterview, Bildung, soziale Kompetenz, Extraversion, Leistungsbereitschaft, Kreativität, Gruppendynamik, Transfereffekte.
Die Arbeit untersucht, welchen Einfluss das Theaterspielen auf die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen in der Phase der Adoleszenz hat und ob pädagogische Theaterarbeit als Unterstützung für diesen Entwicklungsprozess dienen kann.
Die zentralen Themen umfassen die Identitätsfindung, Persönlichkeitsmodelle (wie das Big-Five-Modell und Erikson), die Rolle der Gruppendynamik beim Theaterspielen und die Möglichkeiten des Transfers erworbener Kompetenzen in den Alltag.
Das Hauptziel besteht darin herauszufinden, ob und wie Theaterspielen zu einer stabilen und positiven Persönlichkeitsentwicklung beiträgt und welche Rolle die pädagogische Gestaltung dabei einnimmt.
Die Arbeit nutzt einen qualitativen Forschungsansatz, basierend auf Experteninterviews mit einer Lehrerin und einer Theaterpädagogin, um subjektive Erfahrungen und Beobachtungen zu analysieren.
Im Hauptteil werden theoretische Modelle der Persönlichkeit dargestellt, Kategorien für die Analyse entwickelt und die Ergebnisse der Experteninterviews zu Aspekten wie Kreativität, Leistungsbereitschaft und sozialem Verhalten ausgewertet.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Theaterpädagogik, Adoleszenz, Identität, Persönlichkeitsentwicklung, Kompetenzförderung und qualitative Forschung charakterisieren.
Die Gruppendynamik wird als entscheidendes Element gesehen, das soziale Kompetenzen wie Empathie, Verantwortung und Zuverlässigkeit fördert, da der Einzelne innerhalb des Ensembles von den anderen abhängig ist.
Die Analyse deutet darauf hin, dass die schulische Umgebung durch Notendruck und bestehende soziale Hierarchien eingeschränkter wirkt, während außerschulische Kontexte, wie Jugendclubs, oft mehr Freiraum für eine individuelle Rollenfindung und Persönlichkeitsentfaltung bieten.
Beide Expertinnen stehen einer Benotung von künstlerischen Leistungen kritisch gegenüber; sie betonen, dass der Fokus auf dem Prozess und der individuellen Erfahrung liegen sollte, auch wenn sie im schulischen Kontext Notwendigkeiten für Bewertungskriterien anerkennen.
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