Bachelorarbeit, 2009
38 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der antike Basistext
2.1. Zwei überlieferte Komplexe
2.2. Drei Perspektiven auf das Labyrinth
3. Der gewebte Text – Literatur als Labyrinth
3.1. Hypertexte: Ursprung, Definition und Formen
3.2. Merkmale
3.2.1. Vernetzung
3.2.2. Grenzenlosigkeit
3.2.3. Nicht-Linearität
3.2.4. Dezentriertheit
4. Leser und Autor – verloren im Labyrinth?
4.1. Der Leser
4.2. Der Autor
5. Schreiben – Suche durch das Labyrinth der Zeichen
5.1. Logozentrismus versus Zen-Buddhismus
5.2. Die Sprache
6. Fazit
7. Bibliographie
Die Arbeit untersucht das Phänomen des literarischen Hypertextes anhand von Julio Cortázars Roman "Rayuela". Ziel ist es, die Struktur des Labyrinths als zentrales Organisationsprinzip zu analysieren und zu problematisieren, wie dieses Konzept das Verständnis von Autorschaft, Lesevorgängen und Literatur in der Postmoderne verändert.
3.2.1. Vernetzung
Auch wenn Gérard Genettes Definition von Hypertexten als eine Spielform von Paratextualität, die dadurch definiert ist, dass ein bestimmter Text „von einem anderen, früheren Text abgeleitet ist“, zu kurz greift, so ist das Merkmal von Texten, die immer wieder auf andere Texte verweisen, zentral für die Struktur von Hypertexten, so dass sich, gemäß Barthes Devise „Text heißt Gewebe“, ein Netz von Verweisen aufbaut, das Literatur als ein Labyrinth von Texten ausweist, bei denen, dem Rhizom ähnlich, jeder Text als Angelpunkt für eine Fülle anderer dienen kann. So verwundert es auch kaum, dass Morelli Schreiben, und somit die Literatur, mit dem Prozess des Zeichnens eines Mandalas, dem mystischen Labyrinth der Buddhisten, vergleicht: „Escribir es dibujar mi mandala y a la vez recorrerlo, [...].“ In Interviews hat Cortázar mehrmals darauf hingewiesen, dass Rayuela eigentlich Mandala heißen sollte, er also Literatur in Analogie zur Bedeutung des Mandalas im Buddhismus, als Möglichkeit der Annäherung des Schreibenden an sein eigenes Zentrum, versteht, das Labyrinth also in seiner Funktion als Medium der Selbstfindung präsent ist.
So ist Rayuela gespickt mit Zitaten, Andeutungen und Verweisen. Nicht nur auf andere literarische Texte und Autoren wird verwiesen, sondern auch auf Musiker und Künstler; Text von Liedern werden zitiert; Zeitungsausschnitte füllen ganze Kapitel.
1. Einleitung: Einführung in die Vieldeutigkeit des Labyrinth-Begriffs und die Relevanz der Untersuchung des Romans "Rayuela".
2. Der antike Basistext: Analyse der mythologischen Wurzeln (Minotaurus, Theseus, Dädalus) und deren Bedeutung als räumliche und metaphysische Strukturen.
3. Der gewebte Text – Literatur als Labyrinth: Definition des Hypertext-Begriffs und Untersuchung seiner strukturellen Merkmale wie Vernetzung, Grenzenlosigkeit, Nicht-Linearität und Dezentriertheit.
4. Leser und Autor – verloren im Labyrinth?: Untersuchung der veränderten Rezeptionsbedingungen und der Dekonstruktion traditioneller Rollenbilder von Leser und Autor.
5. Schreiben – Suche durch das Labyrinth der Zeichen: Diskussion von Sprachkritik und philosophischen Ansätzen (Zen-Buddhismus) bei der Suche nach einer neuen Romanpoetik.
6. Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Einordnung der Bedeutung von "Rayuela" als postmoderner, kombinatorischer Roman.
7. Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Labyrinth, Hypertext, Rayuela, Julio Cortázar, Literaturwissenschaft, Vernetzung, Nicht-Linearität, Postmoderne, Rezeptionsästhetik, Autorschaft, Sprachkritik, Rhizom, Intertextualität, Dekonstruktion, Zen-Buddhismus.
Die Arbeit analysiert Literatur als ein labyrinthisches System, wobei der Roman "Rayuela" von Julio Cortázar als zentrales Beispiel dient, um moderne Textformen wie Hypertexte zu untersuchen.
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung des Labyrinth-Motivs, der Hypertext-Theorie, der Verschiebung der Autorschaft und der kritischen Auseinandersetzung mit logozentrischen Sprachmodellen.
Ziel ist es, zu zeigen, wie literarische Strukturen durch kombinatorische Mechanismen die traditionellen Grenzen von Anfang, Ende und Autorenschaft aufbrechen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf poststrukturalistischen Theorien, der Rezeptionsästhetik und sprachphilosophischen Ansätzen basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hypertext-Merkmalen, die Rolle des Lesers als aktiver Gestalter (Theseus-Figur) und die Sprachkritik im Kontext von "Rayuela".
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Labyrinth, Hypertext, Intertextualität, Autorschaft und kombinatorische Textproduktion charakterisiert.
Morelli fungiert als Cortázars Alter Ego, der eine neue Romanpoetik entwirft und als Bindeglied zwischen literarischer Theorie und der praktischen Anwendung innerhalb des Romans steht.
Dieser von Umberto Eco geprägte Begriff beschreibt eine Offenheit, die über die bloße Vielfalt möglicher Interpretationen hinausgeht und den Leser aktiv an der Strukturierung des Werkes beteiligt.
Er dient als philosophisches Gegenmodell zum abendländischen, logozentrischen Denken, um die Unzulänglichkeit der Sprache zur Erfassung einer absoluten Realität zu verdeutlichen.
Das Konzept symbolisiert die Idee eines mechanischen Kombinationsspiels, das die Lektüre des Romans als einen Prozess der aktiven, teils zufälligen Konstruktion durch den Leser darstellt.
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