Examensarbeit, 2016
84 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Interkulturelles Lernen
2.1 Begriffliche Bestimmung
2.2 Zusammenhänge und Abgrenzungen zu weiteren Ansätzen in der Fremdsprachendidaktik
2.3 Historische Entwicklung
2.4 Kritik am Konzept des interkulturellen Lernens
3 Institutionelle Verankerung interkultureller Inhalte
3.1 Der „Gemeinsame europäische Referenzrahmen für Sprachen“ (GeR)
3.2 Kernlehrplan der gymnasialen Oberstufe Nordrhein-Westfalens für Spanisch
3.3 Interkulturelle kommunikative Kompetenz
3.3.1 Soziokulturelles Orientierungswissen (deklaratives Wissen/savoir)
3.3.2 Interkulturelle Einstellungen und Bewusstheit (Persönlichkeitsbezogene Kompetenz/savoir-être)
3.3.3 Interkulturelle Verstehen und Handeln (Fertigkeiten und prozedurales Wissen/savoir-faire)
4 Interkulturelles Lernen mit audiovisuellen Medien
4.1 Medien und Gesellschaft
4.1.1 Fernsehen und Geschichtsschreibung
4.1.2 Das spanische Fernsehen und die Thematisierung der Vergangenheit
4.2 Serielle Formate im Unterricht
4.2.1 Fernsehserien und Kultur(en)
4.2.2 Der Zusammenhang zwischen Fernsehserien und anderen literarischen Formaten
4.3 Die Legitimierung von Cuéntame cómo pasó als Unterrichtsgegenstand
4.4 Text- und Medienkompetenz
4.4.1 Explizit-figurale Charakterisierungstechniken
4.4.2 Implizit-figurale Charakterisierungstechniken
4.4.3 Auktoriale Charakterisierungstechniken
5 Der Franquismus und die spanische Aufarbeitung
5.1 Der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939)
5.2 Die Franco-Ära (1939-1975)
5.3 Die Vergangenheitsbewältigung
5.4 Cuéntame cómo pasó und der Franquismus
6 Cuéntame cómo pasó
6.1 Allgemeine Informationen
6.2 Inhalt der Serie
6.2.1 Die Familie Alcántara
6.2.2 Handlungsraum, Hintergrund und Erzählperspektive
6.3 Formale Aspekte
6.3.1 Format der Serie
6.3.2 Genre der Serie
7 Cuéntame cómo pasó im Spanischunterricht
7.1 Voraussetzungen
7.1.1 Kenntnisstand der Schülerinnen und Schüler
7.1.2 Technisches Equipment
7.2 Episode 1: El retorno del fugitivo
7.2.1 Vorschläge zum methodisch-didaktischen Vorgehen
7.2.2 Didaktisches Potenzial
7.3 Episode 7: Amistades peligrosas
7.3.1 Block I (00:02:34-00:11:12)
7.3.1.1 Vorschläge zum methodisch-didaktischen Vorgehen
7.3.1.2 Didaktisches Potenzial
7.3.2 Block II (00:11:12-00:19:57)
7.3.2.1 Vorschläge zum methodisch-didaktischen Vorgehen
7.3.2.2 Didaktisches Potenzial
7.3.3 Block III (00:19:57-00:30:23)
7.3.3.1 Vorschläge zum methodisch-didaktischen Vorgehen
7.3.3.2 Didaktisches Potenzial
7.3.4 Block IV (00:30:23-00:43:55)
7.3.4.1 Vorschläge zum methodisch-didaktischen Vorgehen
7.3.4.2 Didaktisches Potenzial
7.3.5 Block V (00:43:55-01:00:00)
7.3.5.1 Vorschläge zum methodisch-didaktischen Vorgehen
7.3.5.2 Didaktisches Potenzial von Block V
8 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potenzial der spanischen Fernsehserie "Cuéntame cómo pasó" als authentisches audiovisuelles Lehrmaterial zur Förderung interkultureller Handlungskompetenz im Spanischunterricht der gymnasialen Oberstufe. Dabei wird analysiert, wie historische Ereignisse des Franquismus und des Übergangs zur Demokratie durch die Serie didaktisch erschlossen werden können, um bei den Lernenden eine kritische Auseinandersetzung mit Geschichte, Kultur und Identität zu ermöglichen.
2.1 Begriffliche Bestimmung
Zur Bestimmung interkultureller Kompetenzen, welche durch das interkulturelle Lernen angestrebt werden, sollte zunächst bestimmt werden, was „Kultur“ in diesem Kontext meint. Schließlich gibt es viele unterschiedliche Verwendungsweisen und vor allem in den Geisteswissenschaften lassen sich einige divergierende Konzepte vorfinden. Ansgar Nünning hebt jedoch hervor, dass trotz dieser Vielfalt heutzutage fächerübergreifend ein bedeutungs- und wissensorientierter Kulturbegriff bevorzugt wird, der semiotisch und konstruktivistisch geprägt ist.
Demzufolge wird [K]ultur als der von Menschen erzeugte Gesamtkomplex von mentalen Vorstellungen, Denkformen, Empfindungsweisen, Werten und Bedeutungen aufgefasst, der sich in Symbolsystemen (z. B. in Sprache) und sozialen Institutionen (z. B. in der Schule) materialisiert (Nünning 2010, 152).
Nach diesem Verständnis lässt sich Kultur als Orientierungssystem verstehen, welches die Wahrnehmung, die Denkweise und das Handeln der jeweiligen zugehörigen Personen beeinflusst (vgl. Over et al. 2008, 66). Die pädagogisch-psychologische Forschungsgruppe um Ernst Hany und Malte Mienert unterstreicht dabei, dass Kultur mehr beinhaltet als die nationale Herkunft. Sie führen auf, dass u.a. Faktoren wie soziokulturelle Unterschiede, Alter, Geschlecht, sexuelle Orientierung für die eigene kulturelle Zuordnung bzw. für die individuelle kulturelle Alltagswirklichkeit entscheidend sind. Außerdem erläutern sie, dass für die interkulturelle Handlungsfähigkeit eine vorherige Bewusstmachung der kulturellen Prägung unabdingbar ist (vgl. Over et al. 2008, 67).
Des Weiteren lassen sich zwei Grundpositionen ausmachen bezüglich der „historischen, situativen und lokalen Entstehungs- bzw. Produktionsbedingungen“ (Gogolin 2003, 97) einer Kultur. Die wohl verbreitetste ist die „traditionelle“ Sichtweise, in deren Verständnis Kultur als Nationalkultur interpretiert wird und den Bürger*innen konstante, homogene Werte und Einstellungen zugeschrieben werden. Dabei wird meist davon ausgegangen, „dass ein Mensch prinzipiell sein Leben auf dem Territorium eines einzigen Staates verbringt“ (Gogolin 2003, 97). Dies war die gängige Sichtweise bis in die 1980er Jahre und spiegelt sich in den Diskussionen um landeskundliche Inhalte im Fremdsprachenunterricht wider.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des interkulturellen Lernens im Kontext der Globalisierung ein und begründet die Relevanz der Serie als authentisches Unterrichtsmaterial.
2 Interkulturelles Lernen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der interkulturellen Kompetenz, diskutiert verschiedene Kulturbegriffe und kritisiert bestehende Ansätze in der Fremdsprachendidaktik.
3 Institutionelle Verankerung interkultureller Inhalte: Hier wird erläutert, wie interkulturelle Inhalte im Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen und im Kernlehrplan NRW curricular verankert sind.
4 Interkulturelles Lernen mit audiovisuellen Medien: Dieses Kapitel untersucht die didaktische Rolle von Medien und Fernsehserien bei der Vermittlung historischer und soziokultureller Kontexte.
5 Der Franquismus und die spanische Aufarbeitung: Es erfolgt ein Überblick über die Geschichte des Spanischen Bürgerkriegs, der Franco-Diktatur und die gesellschaftliche Aufarbeitung in der heutigen Zeit.
6 Cuéntame cómo pasó: Dieses Kapitel bietet Hintergrundinformationen zur Serie, stellt die Familie Alcántara vor und analysiert formale Aspekte der Produktion.
7 Cuéntame cómo pasó im Spanischunterricht: Der praktische Teil liefert konkrete methodisch-didaktische Vorschläge für die Arbeit mit verschiedenen Episoden der Serie im Unterricht.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt den hohen Wert der Serie für die Förderung interkultureller Kompetenzen im Spanischunterricht.
9 Literaturverzeichnis: Verzeichnis der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.
10 Anhang: Enthält ergänzendes Material wie eine grafische Darstellung der Charakterisierungstechniken.
Interkulturelles Lernen, Spanischunterricht, Cuéntame cómo pasó, Franquismus, Spanien, Medienkompetenz, Historische Aufarbeitung, Fremdsprachendidaktik, Audiovisuelle Medien, Landeskunde, Identität, Familie Alcántara, Transformationsprozess, Interkulturelle Kompetenz, Didaktisches Potenzial.
Die Arbeit befasst sich mit der didaktischen Nutzung der spanischen Fernsehserie "Cuéntame cómo pasó" im Spanischunterricht, um interkulturelle Kompetenzen zu fördern.
Zentrale Themen sind interkulturelles Lernen, die Vermittlung historischer Kontexte (Franquismus, Übergang zur Demokratie) und der Einsatz audiovisueller Medien als authentische Unterrichtsgegenstände.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die didaktische Aufbereitung einzelner Serienepisoden die interkulturelle Handlungskompetenz von Schülerinnen und Schülern gestärkt werden kann.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung fachdidaktischer Konzepte zum interkulturellen Lernen und einer systematischen Analyse der Serie sowie deren methodischer Einbettung in den Fremdsprachenunterricht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung des interkulturellen Lernens, die Analyse der historischen Relevanz von Medien und die konkrete methodisch-didaktische Planung für den Einsatz der Serie im Unterricht.
Schlüsselwörter sind u.a. Interkulturelles Lernen, Spanischunterricht, Franquismus, Medienkompetenz und historische Aufarbeitung.
Die Familie Alcántara fungiert als zentraler fiktionaler Bezugspunkt der Serie, an dem exemplarisch gesellschaftliche Veränderungen während der späten Franco-Jahre und des Übergangs zur Demokratie aufgezeigt werden.
Die Vorschläge folgen einem dreischrittigen Prozess (Antes, Durante, Después), der die Phasen der Erwartungshaltung, der Rezeption und der Reflexion widerspiegelt.
Sie gilt als authentisches audiovisuelles Material, das durch seine serielle Erzählweise ein hohes Identifikationspotenzial bietet und historische Ereignisse mit alltäglichen Lebenswelten verknüpft.
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