Bachelorarbeit, 2018
43 Seiten, Note: 1,6
1 Einleitung
2 Literaturübersicht
3 Theorie und Hypothesenentwicklung
3.1 Stress der Führungskraft und die Auswirkungen auf einen mitarbeiterorientierten Führungsstil
3.2 Macht der Führungskraft und der mitarbeiterorientierte Führungsstil
3.3 Macht als moderierender Einfluss auf den Zusammenhang von Stress einer Führungskraft und ihrem mitarbeiterorientierten Führungsstil
4 Methode
4.1 Forschungsdesign
4.2 Stichprobe
4.3 Messinstrumente
4.4 Datenanalyse
5 Ergebnisse
6 Diskussion
6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
6.2 Interpretation der Ergebnisse
6.3 Limitation
6.4 Forschungsimplikation
6.5 Praxisimplikationen
Die Arbeit untersucht den Einfluss von Stress bei Führungskräften auf deren mitarbeiterorientiertes Führungsverhalten und analysiert, inwieweit die subjektiv empfundene Macht der Führungskraft diesen Zusammenhang moderiert.
3.1 Stress der Führungskraft und die Auswirkungen auf einen mitarbeiterorientierten Führungsstil
In der vorliegenden Arbeit wird das Führungsverhalten gestresster Führungskräfte betrachtet. Dabei werden die Auswirkungen von Stress einer Führungskraft auf den mitarbeiterorientierten Führungsstil untersucht. Stress ist definiert als die Beziehung einer Person zu ihrer Umwelt, die sich je nach Beanspruchung der jeweiligen Situation, in Abhängigkeit der physischen und psychischen Ressourcen des Individuums, in einem Ungleichgewicht befindet (Lazarus & Folkman, 1984). Individuen streben an, diese Ressourcen aufrechtzuerhalten oder gar zu erhöhen. Sind diese Ressourcen, beispielsweise in Form von Zeit und Energie bedroht oder verloren, resultiert dies häufig in Stress (Hobfoll, 1989). Stress am Arbeitsplatz wird oft mit der Berufsgestaltung, der Unternehmenskultur, der Unternehmensumwelt oder der Beziehungen am Arbeitsplatz, assoziiert (Yoo, Eisenmann & Franke, 2009). Arbeitsanforderungen, wie Überstunden und steigender Zeitdruck führen dazu, dass Führungskräfte psychisch nur schwer von ihrem Job abschalten können (Sonnentag, Kuttler & Fritz, 2010). Der Gemütszustand und das Verhalten der Führungskraft können dadurch negativ beeinflusst werden (Sonnentag & Zijlstra, 2006). Im Weiteren werden überwiegend die negativen Folgen stressbedingter Situationen betont, da die daraus resultierenden Konsequenzen auf das Verhalten der Führungskraft gegenüber ihren Mitarbeitern untersucht werden sollen.
Es ist bekannt, dass Stress Individuen zu einer erhöhten Aufmerksamkeit zwingt, die zu einer Informationsüberlastung führt. Resultierend daraus entsteht kognitive Müdigkeit, die notwendige Energien zur erfolgreichen Erfüllung von Aufgaben, erschöpft (Cohen, 1980). Unvorhersehbare, unkontrollierbare Stressoren, erfordern einen erheblichen Anstieg an Aufmerksamkeit. Dies resultiert, da Individuen kontinuierlich potentiell bedrohliche Stimuli überwachen und diese hinsichtlich ihrer kognitiven Signifikanz bewerten, um anschließend zu entscheiden, welche Copingvorgänge zur Bewältigung des eingetretenen Stressors notwendig sind (vgl. Lazarus, 1966). Cohen (1980) nimmt an, dass die Kapazität der Aufmerksamkeit eines Individuums nicht fix ist, aber durch anhaltende Anforderungen sinkt. Diese Senkung der Aufmerksamkeitsfähigkeit, auch als „kognitive Erschöpfung“ bezeichnet, steigt mutmaßlich mit dem Grad der notwendigen Aufmerksamkeit und der Dauer des eingetretenen Stressors.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik von Stress bei Führungskräften und dessen potenzielle negative Auswirkungen auf die mitarbeiterorientierte Führung ein.
2 Literaturübersicht: Dieses Kapitel liefert einen theoretischen Überblick über die Konzepte von Stress, Mitarbeiterorientierung und Macht im organisationalen Kontext.
3 Theorie und Hypothesenentwicklung: Es werden die Zusammenhänge zwischen Stress, Macht und Führungsverhalten hergeleitet und drei zentrale Hypothesen für die empirische Untersuchung formuliert.
4 Methode: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der Umfrage unter deutschen Führungskräften und Mitarbeitern sowie die verwendeten Messinstrumente.
5 Ergebnisse: Hier werden die Resultate der Regressionsanalyse präsentiert, die zur Prüfung der Hypothesen herangezogen wurden.
6 Diskussion: Die Ergebnisse werden interpretiert, kritisch gewürdigt und mit Limitationen sowie Implikationen für Forschung und Praxis versehen.
Stress, Führungskraft, Mitarbeiterorientierung, Macht, Führung, Arbeitsanforderungen, Coping, Organisationspsychologie, soziale Distanz, Stressbewältigung, Unternehmenskultur, Interaktion, Arbeitszufriedenheit, Führungsverhalten, Empirische Studie.
Die Arbeit untersucht, wie sich Stress bei Führungskräften auf ihr Verhalten gegenüber Mitarbeitern auswirkt und welchen moderierenden Einfluss das subjektive Machtempfinden der Führungskraft auf diesen Prozess hat.
Die zentralen Felder sind Stressmanagement am Arbeitsplatz, Mitarbeiterorientierung als Führungsstil sowie die Auswirkungen von Machtasymmetrien in dyadischen Beziehungen zwischen Führungskraft und Mitarbeiter.
Ziel ist es zu klären, ob gestresste Führungskräfte weniger mitarbeiterorientiert agieren und ob der Besitz von Macht diesen Effekt verstärkt oder abschwächt.
Es wurde eine quantitative Querschnittsstudie in Form einer Online- und Papierumfrage unter deutschen Führungskräften und deren unterstellten Mitarbeitern durchgeführt, wobei die Daten mittels multipler hierarchischer Regressionsanalyse ausgewertet wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung der Zusammenhänge auf Basis der Literatur sowie eine detaillierte Auswertung der erhobenen Daten, um die aufgestellten Hypothesen zu überprüfen.
Die wichtigsten Begriffe sind Stress, Führungskraft, Mitarbeiterorientierung, Macht, Soziale Distanz und Arbeitszufriedenheit.
Überraschenderweise konnte kein negativer Effekt von Stress auf die Mitarbeiterorientierung nachgewiesen werden; die Ergebnisse zeigten eher einen leicht positiven, wenn auch nicht signifikanten Zusammenhang.
Die Ergebnisse wiesen keine statistische Signifikanz auf, was unter anderem auf die monolithische Messung des Begriffs Macht sowie auf die begrenzte Stichprobengröße der Untersuchung zurückgeführt wird.
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