Bachelorarbeit, 2018
54 Seiten, Note: 2,5
1. Einleitung
1.1. Vorgehensweise
1.2. Fragestellung – Hypothesen
1.3. Forschungsstand
2. Begriffsklärung
2.1. Freiheit – philosophischer Begriff, Idee, Menschenrecht?
2.1.1. Negative Freiheit, positive Freiheit oder qualifizierte Freiheit
2.1.2. Handlungsfreiheit
2.1.3. Willensfreiheit
2.1.4. Determinismus
2.1.5. Wahlfreiheit
2.1.6. Existentielle Freiheit
2.1.7. Politische Freiheit und Demokratie
2.2. Marktwirtschaft
2.2.1. Konsum
2.2.2. Ökonomischer Determinismus
3. Ludwig von Mises – Praxeologie
3.1. Apriorische Wissenschaft
3.2. Erkenntnis aus logischer Deduktion
3.3. Methodologischer Individualismus
3.4. Methodologischer Singularismus
3.5. Handeln als Prozess der Veränderung
3.6. Gegenentwurf zur mathematischen Methode
3.7. Prämisse „absolute Wertfreiheit“
4. Begriff der Freiheit bei Ludwig von Mises
4.1. Wertfreiheit der Wissenschaft
4.2. Wertfreiheit der Praxeologie
4.3. Wahlfreiheit – Theorie der Wahlakte
4.3.1. Theorie der Wahlakte
4.3.2. Freiheit der Konsumwahl
4.4. Freie Marktwirtschaft
4.5. Ökonomischer Determinismus
5. Analyse
5.1. Negative, positive, qualifizierte Freiheit
5.2. Handlungsfreiheit ̶ Willensfreiheit
5.3. Determinismus
5.3.1. Ökonomischer Determinismus
5.4. Wahlfreiheit
5.5. Existentielle Freiheit
5.6. Politische Freiheit und Demokratie
6. Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht das Verhältnis zwischen dem philosophischen Freiheitsbegriff und der Praxeologie von Ludwig von Mises. Ziel ist es, zu klären, wie Freiheit im Kontext der „Theorie der Wahlakte“ gedacht werden muss und inwiefern die freie Konsumwahl als Fundament der Freiheit fungiert, wobei insbesondere der Einfluss staatlicher Interventionen kritisch analysiert wird.
4.3.1. Theorie der Wahlakte
Im Wählen fallen alle menschlichen Entscheidungen und alles Menschliche, wie „Ziele, Mittel, Materielles und Ideelles, Hohes und Gemeines, Edles und Unedles“ steht zur Wahl. Menschliche Entscheidungen basieren jedoch nicht auf originären Kategorien der Außenwelt, wie Quantität oder Qualität, sondern auf subjektiver Wertsetzung und Priorisierung, sprich auf individueller Wichtigkeit:
Vorziehen und Zurückstellen und das aus ihnen hervorgehende Wählen sind kein Messen. Das Handeln misst nicht den Nutzen, es wählt zwischen verschiedenen Nutzen, zwischen denen in der gegebenen Lage zu entscheiden ist.
Das situativ Wichtigere wird gewählt und diese Bewertung ist nicht frei von Beeinflussung: „Auch wer im Affekt handelt, handelt. Was das Handeln im Affekt vom übrigen Handeln unterscheidet, ist die Wertung von Kosten und Erfolg. Der Affekt verschiebt die Wertungen.“ Hier zeigt sich von Mises‘ lebensnahe Einschätzung des Menschen als Wesen, das seine Gefühle, Triebe und Affekte durch die Vernunft zu rationalisieren vermag, seine Wünsche und Ziele priorisieren kann und dennoch nach eigenem Belieben wählt. In der von Misesschen Wahlakttheorie wird nicht nur der Idealtyp des nutzenmaximierenden homo oeconomicus der klassischen britischen Ökonomie aufgelöst, sondern auch der Maßstab für das Handeln von der menschlichen Vernunft zum menschlichen Willen verschoben. Aus der Perspektive des freien menschlichen Willens ist von Mises‘ Forderung nach Handlungsfreiheit und größtmöglicher Wahlfreiheit zu verstehen.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Fragestellung ein, wie der Freiheitsbegriff in der Praxeologie von Mises interpretiert werden kann, und skizziert die Vorgehensweise der Arbeit.
2. Begriffsklärung: Dieses Kapitel definiert wesentliche philosophische Freiheitsbegriffe wie Handlungsfreiheit, Willensfreiheit und Determinismus, um eine theoretische Grundlage für die Analyse zu schaffen.
3. Ludwig von Mises – Praxeologie: Hier werden die Grundpfeiler der praxeologischen Lehre dargelegt, insbesondere das Handeln als zielgerichteter Tausch von Unbefriedigtsein in Mehrbefriedigtsein.
4. Begriff der Freiheit bei Ludwig von Mises: Dieses Kapitel beleuchtet Mises' spezifisches Verständnis von Freiheit im Kontext der Konsumwahl und der freien Marktwirtschaft unter der Prämisse der Wertfreiheit.
5. Analyse: In diesem Teil erfolgt die kritische Gegenüberstellung der Mises'schen Position mit den klassischen philosophischen Freiheitsbegriffen unter Berücksichtigung ökonomischer Realitäten.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt die zentrale Hypothese, dass die Konsumwahl als Fundament der Freiheit bei von Mises eine zentrale Rolle einnimmt.
Ludwig von Mises, Praxeologie, Freiheit, Konsumwahl, Handlungsfreiheit, Willensfreiheit, Marktwirtschaft, Wertfreiheit, Wahlakte, Liberalismus, Konsumentensouveränität, Determinismus, Ökonomik, Individuum, Handeln
Die Arbeit untersucht das Verständnis des Freiheitsbegriffs innerhalb der Praxeologie (Handlungslehre) von Ludwig von Mises und setzt diesen in Bezug zu klassischen philosophischen Definitionen.
Die zentralen Themen sind das menschliche Handeln als subjektiver Wahlakt, die Bedeutung der freien Marktwirtschaft für die individuelle Freiheit und die Rolle der Wertfreiheit in der ökonomischen Theorie.
Die primäre Forschungsfrage ist, wie der philosophische Begriff der Freiheit in Mises' Praxeologie gedacht werden muss und inwiefern die freie Konsumwahl eine notwendige Bedingung für die individuelle Freiheit darstellt.
Die Arbeit folgt einem geisteswissenschaftlichen Ansatz, der Begriffe analysiert, in den historischen Kontext einordnet und eine kritische Gegenüberstellung zwischen der Praxeologie und klassischen philosophischen Positionen vornimmt.
Im Hauptteil werden zunächst die philosophischen Grundlagen definiert, dann die praxeologische Lehre von Mises erläutert und schließlich der Mises'sche Freiheitsbegriff analysiert sowie mit anderen Theorien konfrontiert.
Schlüsselwörter wie Praxeologie, Konsumwahl, individuelle Freiheit, Wertfreiheit und das Mises'sche Menschenbild sind für das Verständnis der Arbeit essentiell.
Für Mises ist die Wertfreiheit der wissenschaftliche Grundpfeiler, um ökonomische Analysen von subjektiven, normativen Einflüssen zu befreien und die Wissenschaft davor zu bewahren, politische Ideologien unter dem Deckmantel der Objektivität zu legitimieren.
Mises sieht Handlungsfreiheit und Willensfreiheit im menschlichen Handeln als untrennbar verbunden: Während Handlungsfreiheit den äußeren Rahmen bildet, ist der freie Wille der Motor, der Entscheidungen basierend auf individuellen Präferenzen trifft.
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