Bachelorarbeit, 2018
23 Seiten, Note: 1,1
1. EINLEITUNG
2. SCHUBERTS INTERVIEWREIHE – QUELLENKRITIK UND THEORIE
3. GRENZNARRATIVE AUS DEM EICHSFELD
3.1 DIE VERSORGUNGSSITUATION IN DER NACHKRIEGSZEIT
3.1.1 FLÜCHTLINGE NACH 1945
3.1.2 LEBENSMITTELVERSORGUNG
3.1.3 HAMSTERFAHRTEN UND TAUSCHHANDEL
3.2.1 ALLTAG MIT DER INTERZONENGRENZE
3.2.2 ALLTAG MIT DEN GRENZPOLIZISTEN DER DDR
4. FAZIT
Die Arbeit analysiert anhand von Zeitzeugeninterviews aus der Interviewreihe von Ernst Schubert die subjektive Wahrnehmung der deutsch-deutschen Grenzziehung im Eichsfeld zwischen 1945 und 1961. Ziel ist es, die Narrative der Zeitzeugen herauszuarbeiten und zu prüfen, ob diese als Beleg für eine frühzeitige, harte Zäsur durch die Teilung oder als Zeugnisse einer eher porösen, von Strategien zur Lebensbewältigung geprägten Grenze zu verstehen sind.
3.1.3 Hamsterfahrten und Tauschhandel
Die Notsituation in den Großstädten und die dagegen relativ gute Situation im Eichsfeld zog aber auch das Interesse der Städter auf sich und sorgte schnell für das Einsetzen von Hamsterfahrten in die Region.
„Ja, ja. Die kamen dann hierher zu den Leuten, und dann tauschten die Bauern. […] Den Leuten aus den Städten ging es ja entschieden schlechter als den Leuten aus dem Dorf.“
Sogenannte Hamsterzüge fuhren beispielsweise von Essen in das Oldenburger Land, von Köln in Richtung der bayrischen Almen oder aus den sächsischen Großstädten in Richtung Eichsfeld – unter katastrophalen Bedingungen. Ein Großteil des deutschen Eisenbahnnetzes war schlichtweg nicht mehr existent. Über 1.300 Kilometer Schienennetz waren zerstört, sowie über 10.000 Lokomotiven, 112.000 Güter- und 16.000 Personenwagen. In der gesamten britischen Zone gab es nur noch 18 funktionsfähige Züge, die dennoch stark frequentiert waren. Schätzungen ergaben, dass alleine im Juli 1946 1,1 Millionen Menschen beispielsweise vom Münchener Hauptbahnhof aus aufbrachen, um Lebensmittel zu hamstern.
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Thematik der Teilung Deutschlands ein, erläutert den Kontext der Interviewreihe von Ernst Schubert und formuliert die zentrale Fragestellung der Arbeit.
2. SCHUBERTS INTERVIEWREIHE – QUELLENKRITIK UND THEORIE: Dieses Kapitel behandelt die methodischen Grundlagen der Oral History sowie die konkrete Entstehung und Problematik der verwendeten Interviewtranskripte.
3. GRENZNARRATIVE AUS DEM EICHSFELD: Im Hauptteil werden die Berichte der Zeitzeugen analysiert, wobei Schwerpunkte auf der Versorgungslage, dem Tauschhandel und den unterschiedlichen Erfahrungen an der Interzonengrenze liegen.
4. FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Erzählungen der Zeitzeugen kritisch im Kontext der wissenschaftlichen Debatte zur Entstehung der innerdeutschen Grenze.
Eichsfeld, Oral History, Nachkriegsgeschichte, Interzonengrenze, Zeitzeugen, Versorgungssituation, Tauschhandel, Hamsterfahrten, DDR, Grenze, Grenzerfahrungen, Teilung, Alltag, Grenzsicherung, Erinnerungskultur
Die Arbeit untersucht die individuellen Erfahrungen und Erinnerungen von Bewohnern des Eichsfelds an die deutsch-deutsche Grenze in den Jahren 1945 bis 1961.
Die Schwerpunkte liegen auf der Versorgungslage in der Nachkriegszeit, dem alltäglichen Tauschhandel, dem Umgang mit der Grenze und der Wahrnehmung der verschiedenen Besatzungs- bzw. Grenzorgane.
Es soll geklärt werden, ob die Erzählungen der Zeitzeugen eher als Zeugnisse einer porösen, durch Überlebensstrategien geprägten Grenze oder als Belege für eine frühzeitige, harte politische Zäsur zu werten sind.
Die Arbeit nutzt die Methode der Oral History, indem sie ausgewählte Transkripte von Zeitzeugeninterviews analysiert und diese kritisch einordnet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Nachkriegs-Versorgungssituation (Flüchtlinge, Lebensmittel, Tauschhandel) sowie die Darstellung der Erfahrungen mit der Interzonengrenze und dem Wandel der Grenzsicherung durch die DDR.
Zentrale Begriffe sind Eichsfeld, Interzonengrenze, Oral History, Tauschhandel, Nachkriegszeit und Grenzerfahrungen.
Das Eichsfeld wurde als Betrachtungsraum gewählt, da die Region über lange Zeit historisch und wirtschaftlich eng verwachsen war und die Grenzziehung die dortigen Lebensverhältnisse massiv beeinflusste.
In den Interviews werden die russischen Truppen in der frühen Nachkriegszeit größtenteils positiver wahrgenommen als die späteren Grenzpolizisten der DDR, deren Kontrollen und Verhalten als wesentlich belastender und strikter beschrieben werden.
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