Magisterarbeit, 2005
103 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Was ist Globalisierung?
2.1 Ökonomische Globalisierung
2.1.1 Transnationale Unternehmen
2.2 Politische Globalisierung
2.3 Informationstechnische Globalisierung
2.4 Kulturelle Globalisierung
3 Identität im Wandel
3.1 Kultur
3.2 Identität
3.2.1 Stuart Hall: Das Subjekt der Aufklärung, das soziologische und das postmoderne Subjekt
3.3 Identitätskonzeptionen in der Postmoderne
3.3.1 Bastelexistenz – Identität aus dem Baumarkt
3.3.2 Identität als Flickenteppich
3.3.3 „Touristen“ und „Vagabunden“ – Identitäten auf dem Sprung
3.4 Identität im Spannungsfeld globaler Beziehungen
3.5 Kulturelle Identität
4 Die Auswirkungen der globalisierung auf die kulturelle identität
4.1 Homogenisierung
4.1.1 McDonaldisierung (Ritzer)
4.1.2 Dschihad vs. McWorld
4.2 Kulturelle Vielfalt
4.2.1 Hybridisierung
4.2.2 Transkulturalität
4.2.3 Glokalisierung
4.3 Kulturelle Globalisierung gleich Amerikanisierung? Eine kurze Anmerkung zur Amerikanisierungsdebatte
5 Pop – Kultur – Industrie
5.1 Populärkultur
5.2 Popmusik
5.3 Die globale (Pop)Kulturindustrie
6 HipHop – eine globale Kultur?
6.1 Was ist HipHop?
6.2 Die US-amerikanische HipHop-Bewegung
6.3 HipHop in Deutschland
6.4 Identität und Skills – kulturelle Praxis im HipHop
6.4.1 Performativität im HipHop
6.4.2 Rap
6.4.3 DJ`ing
6.4.4 Breakdance
6.4.5 Graffiti
6.4.6 Mode
6.4.7 Eine Frage der Authentizität
6.5 Die Glokalisierung der HipHop-Kultur
6.6 HipHop als postmoderne Kultur
7 Resümee
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Veränderungsprozesse kultureller Identitäten durch die Globalisierung darzustellen und zu erklären, wobei die Analyse eng mit der Erfahrungswelt der Populärkultur verknüpft wird. Die Forschungsfrage untersucht dabei, welche Mechanismen der Globalisierung auf lokale Kulturen wirken und wie Individuen und Gemeinschaften kreativ auf diese Einflüsse reagieren.
3.3.1 Bastelexistenz – Identität aus dem Baumarkt
Ein eher optimistisch anmutender Ansatz sieht im individualisierten Menschen der Postmoderne einen Bastler, der seine Identität nach ästhetischen Stilkriterien zusammensetzt. Ronald Hitzler und Anne Honer (1994) veranschaulichen anhand der Metapher des Bastlers die Existenzform der Individuen, die sich mit unterschiedlichsten Einstellungen, Situationen, Begegnungen, Gruppierungen und Teilkulturen konfrontiert sehen und aus diesem Stückwerk ein neues Ganzes zusammenfügen. Der Bastler „gestaltet, subjektiv hinlänglich, aus heterogenen symbolischen Äußerungsformen seine Existenz. Er stückelt seine Tage aus ´Zeit-Blöcken` oder ´Zeit-Teilen` zusammen. Er montiert sein Leben – nicht nur, aber vor allem – als Teilhaber an verschiedenen sozialen Teilzeit-Aktivitäten.“ (Hitzler/Honer 1994: 311)
Als „Teilzeit-Teilhaber“ an sozialen, beruflichen, politischen oder religiösen Beziehungen kann der Bastler in immer neue Rollen schlüpfen. Er leidet dabei aber nicht zwangsläufig unter der Zerrissenheit oder Fragmentierung seines Lebens, sondern kann durch die alltägliche Identitätsarbeit an einem kreativen Prozess der Selbstorganisation mitwirken. Dabei wird das Selbst zum reflexiven Projekt, dass sich in bisher unbekanntem Maße durch Selbstreflexivität und Kreativität auszeichnet und kontinuierlich durch Selbstbefragung und Selbststilisierung von neuem erschaffen werden muss (Hitzler/Honer 1994: 312). Die Elemente, die individuell zu einem neuen Ganzen montiert werden, müssen aber nicht neu erschaffen werden. Der Bastler kann sich hierzu aus einem überschäumenden Angebot an Lebensstilen, Sinnbildern und Werten bedienen, dass Hitzler und Honer mit einem Bild veranschaulichen, in dem „der Mensch heute mental typischerweise ´im Freien` steht und berieselt, beregnet, überschüttet wird mit religiösen, esoterischen, chauvinistischen, nationalistischen, internationalistischen, klassenkämpferischen, konsumistischen, ökologischen, sexistischen und dergleichen Ideen mehr“ (1994: 308).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Komplexität der Globalisierung und ihre Auswirkungen auf individuelle und kulturelle Identitäten ein und erläutert die methodische Herangehensweise anhand der Populärkultur.
2 Was ist Globalisierung?: Das Kapitel definiert verschiedene Dimensionen der Globalisierung, darunter ökonomische, politische und informationstechnische Aspekte, und ordnet diese theoretisch ein.
3 Identität im Wandel: Hier werden grundlegende Begriffe wie Kultur und Identität geklärt und verschiedene theoretische Identitätskonzepte der Postmoderne vorgestellt.
4 Die Auswirkungen der globalisierung auf die kulturelle identität: Dieses Kapitel analysiert die konträren Auswirkungen der Globalisierung, insbesondere die Debatten um Homogenisierung (z.B. McDonaldisierung) und kulturelle Vielfalt durch Hybridisierung.
5 Pop – Kultur – Industrie: Die Rolle der Populärkultur und der globalen Kulturindustrie bei der Inszenierung und Konstruktion von kulturellen Identitäten wird hier erörtert.
6 HipHop – eine globale Kultur?: Das Hauptkapitel nutzt die deutsche HipHop-Szene als empirisches Beispiel, um die zuvor vorgestellten Theorien zu identitätsstiftender kultureller Praxis zu untermauern.
7 Resümee: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen Einschätzung über die Chancen und Herausforderungen in der globalisierten Welt, wobei HipHop als erfolgreiches Beispiel für lokale Aneignung hervorgehoben wird.
Globalisierung, Kulturelle Identität, Postmoderne, Populärkultur, HipHop, McDonaldisierung, Hybridisierung, Transkulturalität, Glokalisierung, Identitätsarbeit, Bastelexistenz, Kulturindustrie, Authentizität, Performativität, Migration.
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Globalisierung auf kulturelle Identitäten und analysiert, wie diese Prozesse innerhalb der Gesellschaft und insbesondere der Populärkultur wahrgenommen und aktiv mitgestaltet werden.
Im Zentrum stehen die Begriffe der Globalisierung und Identität, die Bedeutung der Postmoderne, sowie der Einfluss der globalen Kulturindustrie auf lokale kulturelle Ausdrucksformen.
Die Arbeit möchte Veränderungsprozesse durch Globalisierung verständlich machen und aufzeigen, wie Individuen und kulturelle Gemeinschaften – speziell am Beispiel der HipHop-Kultur – auf diese Einflüsse reagieren.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung soziologischer Identitätskonzepte und greift zur empirischen Untermauerung auf bestehende ethnographische Beobachtungen und Interviews zur deutschen HipHop-Szene zurück.
Der Hauptteil befasst sich mit theoretischen Debatten zur kulturellen Globalisierung (z.B. McDonaldisierung versus Hybridisierung) und analysiert detailliert die HipHop-Kultur als Instrument zur Identitätskonstruktion.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Glokalisierung, Bastelexistenz, Patchwork-Identität, kulturelle Praxis, Authentizität und Performativität.
HipHop dient als Paradebeispiel für eine globale Kultur, die sich durch globale mediale Vernetzung verbreitet, aber in lokalen Kontexten durch kreative Aneignung (z.B. Rap, Breakdance) zu einer eigenen Ausdrucksform und Identitätsquelle transformiert wird.
Der Begriff beschreibt eine moderne Lebensstrategie, bei der Individuen sich aus einem vielfältigen, oft widersprüchlichen Angebot an kulturellen Werten und Stilen ihre eigene Identität „zusammenbasteln“.
Sie thematisiert insbesondere das Spannungsfeld zwischen der Steuerung durch transnationale Unternehmen (Kulturindustrie) und der individuellen, kreativen Aneignung durch Akteure wie Rapper oder DJ's.
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