Diplomarbeit, 2002
236 Seiten, Note: 1
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Drogen, Sucht und Abhängigkeit
2.1.1 Begriffsklärungen
2.1.2 Modelle zur Entwicklung und Aufrechterhaltung des Substanzmißbrauchs
2.1.2.1 Trias-Modell
2.1.2.2 Lerntheoretische Ansätze
2.1.2.3 Entwicklungspsychologische Konzepte
2.1.2.4 Sozialisationstheoretische Konzepte
2.2 Gesundheits- und Suchtverhalten in der Kindheits- und Jugendphase
2.2.1 Entwicklungsaufgaben und Risikofaktoren in der Kindheit
2.2.2 Entwicklungsaufgaben und Risikofaktoren in der Jugendphase
2.2.3 Rahmenbedingungen des Konsums
2.2.4 Risikofaktor Lernbehinderung?
2.2.5 Konsumverhalten lernbehinderter Kinder und Jugendlicher
2.3 Suchtprävention
2.3.1 Begriffsklärung
2.3.1.1 Suchtprävention als Teil der Gesundheitsförderung
2.3.2 Ziele personalkommunikativer Primärprävention
2.3.3 Konzepte primärer Prävention über personale Kommunikation
2.3.3.1 Drogenerziehung und Informationsvermittlung
2.3.3.2 Affektive Erziehung
2.3.3.3 Konzepte der alternativen Erlebnisformen
2.3.3.4 Standfestigkeitstraining gegen negative soziale Beeinflussung
2.3.3.5 Vermittlung allgemeiner Bewältigungsfertigkeiten (life skills, Lebenskompetenzprogramme [LKP])
2.3.4 Präventionsbereich Schule
3 Das Projekt „Das kleine ich bin ich“
3.1 Projektbeschreibung
3.2 Projektdokumentation
3.2.1 1. Baustein: Aufwärmen – Kennenlernen – Vertrauen schaffen
3.2.2 2. Baustein: Kontakt – Wahrnehmung – Identität
3.2.3 3. Baustein: Kommunikation – Körper – Vertrauen
3.2.4 4. Bausstein: Gefühle wahrnehmen und ausdrücken – Freunde
3.2.5 5. Baustein: Schule – Klasse – Kooperation
3.2.6 6. Baustein: Alltagsmuster
3.3 Untersuchungsplan
3.4 Untersuchungsverfahren
3.4.1 Befragung der Schüler
3.4.2 Befragung der Eltern
3.4.3 Befragung der Lehrkraft
3.4.4 Beobachtungen der Honorarkraft
3.5 Untersuchungsergebnisse
3.5.1 Analyse der Befragung der Schüler
3.5.2 Analyse der Befragung der Eltern
3.5.3 Analyse der Befragung der Lehrkraft
3.5.4 Analyse der Beobachtungen der Honorarkraft
4 Fazit
5 Literatur
Die Diplomarbeit untersucht die Notwendigkeit und praktische Umsetzbarkeit von Suchtprävention an der Schule für Lernhilfe. Das zentrale Ziel ist es zu analysieren, ob lernbehinderte Schüler durch den bisherigen Ausschluss von Präventionsbemühungen benachteiligt werden und wie das für Grundschulen konzipierte Projekt „Das kleine ich bin ich“ erfolgreich an die Bedürfnisse dieser spezifischen Schülerschaft angepasst werden kann.
2.1.1 Begriffsklärungen
In der wissenschaftlichen Literatur werden unter dem Begriff „Droge“ in der Regel alle Substanzen zusammengefaßt, die die subjektive Befindlichkeit des Konsumenten über das zentrale Nervensystem beeinflussen. Dieser weit gefaßte Drogenbegriff schließt die sogenannten Genußmittel wie Tabak, Alkohol, Koffein und Tein sowie sedierende und schmerzlindernde Medikamente und Schnüffelstoffe in das Begriffsverständnis mit ein (vgl. Sieber 1993; Kammerer 2000). Dieses Verständnis von Drogen wird durch einen immer mehr an Aktualität gewinnenden erweiterten Drogenbegriff umgekehrt: Es ist nicht mehr die Droge, die die Sucht auslöst, sondern „die sozial und kulturell angelegte Disposition zur Sucht verschafft sich Drogen verschiedenster Art“ (Petermann et. al. 1997, S. 16). Damit kann als Droge alles in Betracht kommen, was zum Wiederholungszwang und schließlich zur Sucht führt: Zu denken ist dabei z.B. an Fernsehen (Fernsehsucht) oder Spielen (Spielsucht).
Klarer und unmißverständlicher als der Begriff „Droge“ erscheint in dieser Perspektive der Begriff Suchtmittel. Unter Suchtmittel können im Sinne der Erweiterung des klassischen Drogenbegriffs stoffliche und nichtstoffliche Reizmittel gefaßt werden, die auf die psychische Gestimmtheit einwirken und zu Sucht führen können. Dementsprechend kann zwischen substanzgebundenen Suchtmitteln und handlungsbezogenen Suchtmitteln unterschieden werden. Substanzgebundene Suchtmittel sind solche, die in irgendeiner Form eingenommen werden müssen (psychoaktive Substanzen), während handlungsbezogene Suchtmittel nicht substanzgebunden sind und sich auf Verhaltensweisen beziehen, die in Übersteigerung zum Problem werden können (vgl. Waibel 1993; Peschel 1995).
1 Einleitung: Die Arbeit thematisiert die mangelnde suchtpräventive Förderung an Sonderschulen und führt ein adaptiertes Projekt zur Lebenskompetenzstärkung als Lösungsansatz ein.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel definiert Sucht und Drogen, analysiert psychosoziale Risikofaktoren für Kinder und Jugendliche und erläutert verschiedene Ansätze der Suchtprävention mit Fokus auf Gesundheitsförderung.
3 Das Projekt „Das kleine ich bin ich“: Hier wird das spezifische Projekt vorgestellt, dessen Implementierung an einer Lernhilfeschule dokumentiert und dessen Wirksamkeit durch eine begleitende Evaluation wissenschaftlich bewertet wird.
4 Fazit: Das Fazit bestätigt die hohe Relevanz suchtpräventiver Arbeit an Sonderschulen und empfiehlt die langfristige Etablierung lebenskompetenzorientierter Projekte unter Einbezug der Elternarbeit.
5 Literatur: Umfassendes Verzeichnis der in der Diplomarbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
Suchtprävention, Lernbehinderung, Sonderschule, Lebenskompetenzen, Gesundheitsförderung, Primärprävention, soziale Kompetenz, Identitätsentwicklung, Schulalltag, Schulklima, Elternarbeit, Evaluation, Sozialisation, Selbstwertgefühl, Suchtmittelkonsum.
Die Arbeit befasst sich mit der Suchtprävention an der Schule für Lernhilfe. Die Autorin untersucht, warum diese Schulform in der Suchtforschung bisher kaum Beachtung findet, und testet die Wirksamkeit eines speziellen Projekts zur Förderung von Lebenskompetenzen bei lernbehinderten Kindern.
Die Themenfelder umfassen die theoretischen Grundlagen von Sucht und Abhängigkeit, die Analyse von Risikofaktoren für Kinder und Jugendliche (insbesondere in Familien- und Wohnumfeld), Konzepte der Suchtprävention und deren Implementierung im schulischen Alltag.
Das primäre Ziel ist es, Suchtprävention an der Sonderschule beispielhaft darzustellen, die Sinnhaftigkeit dieser Vorgehensweise zu evaluieren und Präventionsfachkräften sowie Lehrkräften Materialien für die Durchführung entsprechender Projekte zur Verfügung zu stellen.
Die Autorin nutzt zur Evaluation des durchgeführten Projekts einen Mix aus quantitativen und qualitativen Methoden, darunter voll-standardisierte Schülerbefragungen, leitfadengestützte Interviews mit Eltern und Lehrkräften sowie teilnehmende Beobachtungen durch die Honorarkraft.
Der Hauptteil behandelt die theoretischen Modelle zur Suchtentwicklung, die spezifische Lebenssituation von lernbehinderten Schülern sowie die detaillierte Dokumentation und Auswertung des Projekts „Das kleine ich bin ich“, inklusive der Anpassung an die besonderen Bedürfnisse der Zielgruppe.
Zu den zentralen Begriffen zählen Suchtprävention, Lernbehinderung, Lebenskompetenzen, Gesundheitsförderung, Primärprävention und soziale Kompetenz.
Die Anpassung erfolgte durch die Ausdehnung des Projektzeitraums von einem Schulhalbjahr auf ein ganzes Schuljahr, die Verschiebung der Durchführung in eine höhere Klassenstufe (4. statt 3. Klasse) sowie eine Verlagerung des Schwerpunkts von kognitionsorientierten Inhalten hin zu verhaltensorientierten, lebenspraktischen Übungen.
Die Einbeziehung der Eltern gilt als essenziell für den Erfolg, da Suchtprävention als Gemeinschaftsaufgabe verstanden wird. Die Evaluation zeigt jedoch, dass die elterliche Beteiligung (z.B. durch Besuch von Elternabenden) noch ausbaufähig ist, um ein tieferes Verständnis für den salutogenetischen Ansatz des Projekts zu entwickeln.
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