Masterarbeit, 2002
168 Seiten, Note: 10,0
Vorwort
1 Einleitung
2 Die Sevdalinka
2.1 Erste Aufzeichnungen
2.2 Der musikalische Hintergrund der Sevdalinka
2.3 Die Saz als Begleitinstrument bis 1878
2.4 Veränderung der Instrumental- und Gesangspraxis der Sevdalinka nach 1878
3 Darstellung der Persönlichkeit von Ševko Pekmezović
3.1 Kozluk - Der Geburtsort Ševko Pekmezovićs
3.2 Kindheit und Jugend in Kozluk
3.3 Erste musikalische Vorbilder
3.4 Flucht ins Ausland - letzte Station Wien
3.5 Erste Auftritte als Sänger in Wien
4 Klassifizierung und Analyse der Sevdalinke aus dem Repertoire von Ševko Pekmezović
4.1 Liebeslieder
4.2 Lieder, die historische Gegebenheiten thematisieren
4.3 Interkulturelle Sevdalinke
4.4 Tabellarische Übersicht der anlysierten Sevdalinke
4.4.1 Vergleich der Analysen
4.5 Spezifika der Interpretation der Sevdalinka durch Ševko Pekmezović
5 Resüme
6 Literaturliste
7 Abbildungsverzeichnis
8 Register der Lieder
9 Titelliste der beiliegenden CDs
10 Lebenslauf der Verfasserin, Urheberrechtserklärung
Diese Arbeit untersucht das Repertoire und den persönlichen Gesangsstil des aus Bosnien stammenden Sängers Ševko Pekmezović. Ziel ist es, die soziokulturelle Bedeutung der bosnischen Sevdalinka zu beleuchten, ihre Entwicklung im historischen Kontext zu analysieren und eine musikwissenschaftliche Kategorisierung der ausgewählten Lieder vorzunehmen.
Die Sevdalinka
Die Sevdalinka ist ein bosnisches städtisches Lied, das in Bosnien während der osmanischen Herrschaft auf der Balkanhalbinsel entstanden ist. Der Vermutung, daß die Anfänge der Sevdalinka als Liedgattung auf das 16. Jahrhundert zurückgehen, ist jedoch mit Vorsicht zu begegnen. Quellenmäßig verbriefte Spuren der Sevdalinka weisen nur auf lyrische Wurzeln hin. Im Jahre 1574 beschrieb ein unbekannter Autor die unglückliche Liebe zwischen dem Bosnier Adil aus Klis und einem Mädchen aus Split mit dem Namen Maria Vornić. Diese Quelle, die sich in dem Buch Vincenzo Solitro, Documenti Storici sull' Istria e la Dalmacia, Venezia aus dem Jahre 1844 findet, kann zwar als erste nachweisbare Spur der Sevdalinka bezeichnet werden, allerdings handelt es sich bei dem ganz im Stil der späteren Liedgattung gehaltenen Gedicht lediglich um einen lyrischen Vorläufer, der von manchen Musikwissenschaftlern - im Gegensatz zum Literaturwissenschaftler Munib Maglajlić - nicht als Nachweis für die Entstehung der Liedgattung als musikalisches Phänomen akzeptiert wird.
Der Begriff „Sevdalinka“ kommt von dem Wort Sevdah. Sevdah stammt aus dem Türkischen und heißt Liebessehnsucht. Es leitet sich vom arabischen Wort säwda her, was soviel heißt wie „schwarze Galle“. In der griechischen und arabischen Heilkunst maß man der Galle großen Einfluß auf das Gefühlsleben des Menschen bei, und man brachte auch die Melancholie mit diesem Organ in Verbindung. Deshalb handelt es sich bei der Sevdalinka um eine Liedgattung, die das weite Feld der Liebe und des Schmerzes beschreibt. Allerdings ist bis heute noch immer nicht bekannt, wie und wann sich der Terminus Sevdalinka herausbilden konnte.
1 Einleitung: Die Verfasserin legt ihre persönliche Motivation sowie die wissenschaftliche Relevanz der Untersuchung des Sängers Ševko Pekmezović und der Gattung Sevdalinka dar.
2 Die Sevdalinka: Dieses Kapitel erläutert die geschichtliche Entstehung, die soziokulturellen Bedingungen und die musikalische Entwicklung der Sevdalinka unter osmanischem Einfluss sowie nach 1878.
3 Darstellung der Persönlichkeit von Ševko Pekmezović: Eine Biografie des Sängers, beginnend bei seiner Herkunft aus Kozluk über seine musikalische Sozialisation bis hin zu seiner Flucht nach Wien.
4 Klassifizierung und Analyse der Sevdalinke aus dem Repertoire von Ševko Pekmezović: Der Hauptteil gliedert das Repertoire in thematische Gruppen und analysiert die Lieder hinsichtlich formaler, textlicher und melodischer Parameter.
5 Resüme: Zusammenfassung der zentralen Forschungsergebnisse über die Sevdalinka als lebendige Tradition und die Besonderheiten der Interpretation durch Ševko Pekmezović.
Sevdalinka, Bosnien, Ševko Pekmezović, Volksmusik, Saz, Akkordeon, Liebeslieder, Musikethnologie, Tradition, Transkription, Melismatik, Soziokultureller Kontext, Geschichte, Gesangspraxis, Ornamentik.
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem bosnischen städtischen Liedgut, der Sevdalinka, und analysiert spezifisch das Repertoire und den Interpretationsstil des Sängers Ševko Pekmezović.
Die Themen umfassen die historische Entwicklung des Genres, die soziokulturelle Bedeutung im bosnischen Raum sowie die musiktheoretische Analyse der Liedstruktur und -interpretation.
Das Ziel ist die Erforschung und Dokumentation der Sevdalinka als bosnisches Kulturgut und die wissenschaftliche Einordnung des individuellen Stils von Ševko Pekmezović im Kontext der bosnischen Liedtradition.
Die Verfasserin nutzt musikwissenschaftliche Analysemethoden wie Transkriptionen, Textanalysen, formale Strukturanalysen sowie den Vergleich verschiedener Interpretationen und historischer Quellen.
Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Klassifizierung des Pekmezović-Repertoires in Liebeslieder, historisch-thematische Lieder und interkulturelle Stücke, unterlegt durch die tabellarische Analyse musikalischer Parameter.
Wichtige Begriffe sind Sevdalinka, Saz, Akkordeon, musikalische Sozialisation, bosnische Volksmusik, Transkription und die Interaktion zwischen östlichen und westlichen Musikelementen.
Die Saz war bis 1878 das prägende Begleitinstrument, das den monodischen Charakter des Gesangs unterstützte, bevor es durch das Akkordeon und westliche Harmonien verdrängt wurde.
Politische Umbrüche, insbesondere die österreichisch-ungarische Herrschaft ab 1878, führten zu einem gesellschaftlichen Wandel, der auch die Aufführungspraxis und die Wahl der Begleitinstrumente nachhaltig veränderte.
Seine Interpretation zeichnet sich durch das traditionelle monodische Singen ohne instrumentale Einschränkungen aus, das seine Verwurzelung in der bosnischen Kultur widerspiegelt.
Die Arbeit zeigt auf, wie durch die Geschichte Bosniens osmanische, sephardische und mitteleuropäische Elemente in Melodie und Text verschmolzen sind.
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