Bachelorarbeit, 2018
42 Seiten, Note: 1,3
Einleitung
1. Das Zigeunerbild in Frankreich
1.1. Zur Geschichte der Zigeuner und ihr Bild in der europäischen Gesellschaft bis zum 19. Jahrhundert
1.2. Das Zigeunerbild Frankreichs im 19. Jahrhundert
2. Zigeunerfiguren in der französischen Literatur
2.1. Von den ersten Zigeunererscheinungen in der französischen Literatur bis zum 19. Jahrhundert
2.2. Zigeunerfiguren in der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts
3. Die Konstruktion der „Zigeuner“-Figur in Prosper Mérimées Carmen
3.1. Die Darstellung von Carmen
3.2. Die Konstruktion der „Zigeuner“Figur durch Mérimée
4. Die Dekonstruktion der „Zigeuner“-Figur in George Sands La Filleule
4.1. Die Darstellung von Moréna
4.1.1. Der gesellschaftskritische Einfluss von George Sand auf die Darstellung von Moréna
4.2. Vergleich von Carmen und Moréna
4.2.1. Die Dekonstruktion der Zigeunerfigur in La Filleule
Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Dekonstruktion der literarischen Zigeunerfigur im französischen Roman des 19. Jahrhunderts. Ziel ist es, am Beispiel von Prosper Mérimées „Carmen“ und George Sands „La Filleule“ aufzuzeigen, wie unterschiedliche Autoren das Fremde nutzen, um entweder Stereotype zu festigen oder Gesellschaftskritik zu üben.
3.1. Die Darstellung von Carmen
Carmen wird im gesamten Verlauf der Novelle als das exotische und fremde Andere dargestellt. Es wird ersichtlich, dass sie aus einem männlichen Blickwinkel geschrieben wurde, da sie der Prototyp der, im 19. Jahrhundert verbreiteten, Gestalt der femme fatale ist und somit ein idealisiertes Bild der Frau darstellt. Einer femme fatale werden einige typische äußerliche Merkmale zugeschrieben, zum Beispiel langes, gelöstes, wildes Haar, halb geschlossene Augen, ein wilder, dämonischer Blick und ein verführerischer Mund. Die femme fatale betört durch ihre Stimme und ihren Gesang, ihre Bewegungen, Nudität und im Tanz. Sie ist eine bizarre Schönheit mit starker Ausstrahlung. All diese Eigenschaften finden sich bei Carmen wieder, da sie keine Schönheit im klassischen Sinne ist. Ihr Aussehen wird wie folgt beschrieben:
Elle avait dans les cheveux un gros bouquet de jasmin, dont les pétales exhalent le soir une odeur enivrante. Elle était simplement, peut-être pauvrement vêtue, tout en noir, comme la plupart des grisettes dans la soirée. Les femmes comme il faut ne portent le noir que le matin; le soir, elles s´habillent à la francesa. En arrivant auprès de moi, ma baigneuse laissa glisser sur ses épaules la mantille qui lui couvrait la tête,…
Von Beginn an wird Carmen als Verführerin dargestellt, die zunächst auf subtile Art und Weise verführt. Sie lässt ihre Mantilla auf die Schultern fallen, sodass man ihr Gesicht sehen kann. Die Blumen in ihrem Haar, die ihren Duft versprühen, fungieren ebenfalls als subtiles Verführungsmittel. In Carmen verbindet sich die Angst vor dem Fremden mit der vor dem Übernatürlichen und vor dem sexuell Ungebändigten. Dies wird bereits dadurch indiziert, dass Don José Carmen an einem Freitag begegnet. Der Freitag gilt als der Tag der Venus, die in der Antike ein Doppelgesicht hatte; sie war verführerisch und todbringend zugleich.
Einleitung: Einführung in die Faszination für Bohémiens in der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts und Darstellung der Forschungsabsicht.
1. Das Zigeunerbild in Frankreich: Analyse der historischen Entwicklung des Zigeunerbildes in Europa und Frankreich unter Berücksichtigung staatlicher und gesellschaftlicher Vorurteile.
2. Zigeunerfiguren in der französischen Literatur: Untersuchung der literarischen Darstellung von Zigeunerfiguren von den Anfängen bis zum 19. Jahrhundert.
3. Die Konstruktion der „Zigeuner“-Figur in Prosper Mérimées Carmen: Analyse der Carmen als femme fatale und der Einfluss von Mérimées persönlichem Spanienbild.
4. Die Dekonstruktion der „Zigeuner“-Figur in George Sands La Filleule: Untersuchung der Moréna-Figur als Dekonstruktion des Carmen-Typs und Darstellung von George Sands gesellschaftskritischem Einfluss.
Fazit: Zusammenfassende Erkenntnisse über die Integrationsmöglichkeiten der Bohémienne und die unterschiedliche Herangehensweise der Autoren.
Bohémiens, Zigeuner, Carmen, Moréna, Prosper Mérimée, George Sand, La Filleule, femme fatale, Exotismus, Marginalisierung, Literaturgeschichte, Stereotype, Dekonstruktion, Identität, Sozialismus.
Die Bachelorarbeit befasst sich mit der literarischen Darstellung von Zigeunerinnen im französischen Roman des 19. Jahrhunderts und wie diese Figuren gesellschaftliche Diskurse widerspiegeln.
Die Themen umfassen die Konstruktion von Fremdheitsbildern, die Rolle von Geschlechterrollen, den Einfluss von Autorenbiografien auf literarische Werke sowie die Auswirkungen soziokultureller Stereotype.
Das Ziel ist der Vergleich zwischen der als femme fatale konstruierten Figur der Carmen und der dekonstruierten Figur der Moréna, um den Wandel in der Wahrnehmung und Integration von Zigeunerfiguren aufzuzeigen.
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die auf der Untersuchung von Primärtexten basiert und diese durch historische und gesellschaftskritische Kontexte sowie Sekundärliteratur einordnet.
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des Zigeunerbildes in der Literaturgeschichte, die detaillierte Analyse der Figur Carmen bei Mérimée und die Untersuchung von Moréna in Sands „La Filleule“ inklusive eines direkten Vergleichs.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Bohémiens, femme fatale, Exotismus, Dekonstruktion und die gesellschaftskritische Perspektive auf Integration.
Während Carmen sich ihrer Identität und ihrer Rolle als Außenseiterin bewusst ist, befindet sich Moréna in einem Identitätsfindungsprozess, bei dem sie erst spät ihre Herkunft erkennt und sich zwischen bürgerlicher Erziehung und nomadischer Freiheit entscheiden muss.
Obwohl das Werk als psychologischer Roman angelegt ist, transportiert Sand durch Moréna ihre sozialistischen Ideale und kritisiert das Bürgertum, indem sie für Toleranz und eine soziale Integration des Fremden plädiert.
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