Bachelorarbeit, 2013
64 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Das Gefangenen-Dilemma
2.1 Systematik des Gefangenen-Dilemmas
2.2 Die Dilemma-Problematik
2.3 Kommunikation
3 Cheap talk
3.1 Systematik und Empirie
3.2 Problematik des Cheap talk
3.3 Einfluss auf Kommunikation und Vertrauen
4 Feedback-Option
4.1 Studie von Xiao und Houser
4.2 Studie von Ellingsen und Johannesson
4.3 Einfluss auf die Kooperation
5 Design
6 Auswertung
6.1 Hypothesen hinsichtlich soziodemographischer Merkmale
6.2 Hypothesen hinsichtlich der gemessenen Gemütszustände
6.3 Hypothesen hinsichtlich des Einflusses persönlicher Merkmale
6.4 Hypothesen hinsichtlich des Einflusses der Feedback-Option
7 Fazit
Diese Bachelorarbeit untersucht, ob eine Feedback-Option in einem Gefangenen-Dilemma mit einseitiger Kommunikation die Kooperationsrate der Spieler signifikant steigern kann, indem sie durch eine mögliche verbale Rückmeldung den Anreiz für egoistisches Verhalten reduziert.
3.2 Problematik des Cheap talk
Die Ergebnisse der empirischen Forschung machen deutlich, dass CT dazu beitragen kann, Koordinationsfehler und Missverständnisse bis zu einem gewissen Maß aufzuheben. Jedoch kann Kommunikation keine Garantie für Effizienz in Spielsituationen bieten. Die auftretenden Probleme und Vorteile von CT sollen anhand des Beispiels von Aumann (1993) und der Abb. 3.1 verdeutlicht werden.
Die Auszahlungsmatrix in Abb. 3 stellt ein Assurance Games (im Folgenden AG) dar und beinhaltet je zwei mögliche Strategien der Spieler: Kooperation und Defektion. In diesem Vertrauensspiel erhalten die Spieler Alice und Bob jeweils eine Auszahlung von 7 Einheiten, wenn sie sich gemeinsam für die Strategie „Defektion“ entscheiden und 9 Einheiten beim simultanen Spielen der Strategie „Kooperation“. Das Kollektiv beste Resultat wird bei der pareto-optimalen Strategiekombination (Kooperation, Kooperation) erreicht (payoff dominance), wohingegen das Gleichgewicht (Defektion, Defektion) zu einer insgesamt niedrigeren Auszahlung führt (Camerer, 2003, S. 341). Aumann (1993) argumentiert, dass das Gleichgewicht dieses Spiels ohne die Möglichkeit auf CT-Kommunikation bei dem pareto-suboptimalen Nash-Gleichgewicht (Defektion, Defektion) liegen könnte. Da die Spielerin Alice ihre Auszahlung gemäß des Rational-Choice-Ansatzes maximieren möchte, könnte sie auch dazu neigen, bevorzugt die Strategie Kooperation zu spielen, welche die Chance auf die höchste, jedoch auch auf die niedrigste Auszahlung bietet (risk dominance). Die Strategie Defektion bietet ihr jedoch in jedem Fall eine Mindestauszahlung von 7 Einheiten. Unter der Annahme, dass Bob seinen Spielzug ähnlich argumentiert, könnte Alice demnach die Strategie Defektion präferieren (Zilhão, 2005, S. 64).
Bietet man den Spielern die Möglichkeit der nichtbindenden Kommunikation in einer Vorrunde, so würden sie ihre Entscheidungen auf Grundlage anderer Überlegungen treffen. Beide Spieler könnten sich durch Kommunikation auf die Strategie Kooperation einigen, um die höhere Auszahlung von 9 zu erreichen. Da diese „Vereinbarung“ für keinen der beiden Spieler bindend wäre, könnten sich risikoaverse Spieler aufgrund ihres Misstrauens dem Gegenspieler gegenüber, dennoch für die Strategie Defektion entscheiden.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Gefangenen-Dilemma ein und definiert die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses einer Feedback-Option auf die Kooperation.
2 Das Gefangenen-Dilemma: Das Kapitel erläutert die spieltheoretischen Grundlagen des Gefangenen-Dilemmas, die Dilemma-Problematik sowie die Rolle der Kommunikation.
3 Cheap talk: Hier wird das Konzept des „Cheap talk“ als nicht bindende Kommunikation theoretisch fundiert und durch empirische Studien belegt.
4 Feedback-Option: Dieses Kapitel stellt verschiedene experimentelle Ansätze vor, wie Feedback-Optionen in Verhandlungsspielen das Verhalten beeinflussen können.
5 Design: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert den Aufbau und das methodische Vorgehen des durchgeführten Bimatrix-Spiels.
6 Auswertung: Hier werden die experimentell erhobenen Daten mittels verschiedener statistischer Tests im Hinblick auf neun aufgestellte Hypothesen analysiert.
7 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und diskutiert, warum keine signifikanten Effekte der Feedback-Option auf die Kooperationsrate gefunden wurden.
Gefangenen-Dilemma, Kooperation, Feedback-Option, Spieltheorie, Cheap talk, Ultimatum-Spiel, Diktator-Spiel, rationale Entscheidung, soziale Normen, Experiment, Vertrauen, ökonomische Theorie, altruistische Bestrafung, Rational-Choice-Ansatz, Verhaltensökonomie.
Die Arbeit untersucht die Effekte einer Feedback-Option auf das Kooperationsverhalten von Spielern in einem modifizierten Gefangenen-Dilemma.
Die Arbeit fokussiert sich auf Spieltheorie, Kommunikation, den „Cheap talk“-Ansatz sowie psychologische Einflüsse wie soziale Normen und Vertrauen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob eine Feedback-Option eines Spielers in einem Gefangenen-Dilemma mit einseitiger Kommunikation systematisch zu einer höheren Kooperationsrate führt.
Es wurde ein experimentelles Laborexperiment mit 38 Probanden unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt, wobei die Daten anschließend mittels statistischer Software analysiert wurden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine Literaturübersicht zu bereits durchgeführten Experimenten und die detaillierte Auswertung des eigenen Versuchsaufbaus.
Wichtige Begriffe sind Gefangenen-Dilemma, Kooperation, Feedback-Option, Spieltheorie und Verhaltensökonomie.
Die Analyse ergab, dass der Migrationshintergrund der Probanden keinen signifikanten Einfluss auf die gewählte Strategie hatte.
Der Autor führt dies unter anderem auf die kleine Stichprobengröße sowie ein mögliches spieltheoretisches Vorwissen der Teilnehmer zurück.
Es konnte gezeigt werden, dass ängstlichere Probanden signifikant häufiger die dominante, unkooperative Strategie „Unten“ wählten.
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