Masterarbeit, 2018
88 Seiten, Note: 1,3
1 Einführung
1.1 Motivation und Problemstellung
1.2 Abgrenzung und Ziele der Arbeit
1.3 Kapitelüberblick
2 Begriffsbestimmungen
2.1 Internes Kontrollsystem (IKS)
2.1.1 Definition
2.1.2 Gesetzliche Anforderungen
2.1.3 Ausgestaltung eines Internen Kontrollsystems
2.2 Compliance Management System (CMS)
2.2.1 Definition
2.2.2 Gesetzliche Anforderungen
2.2.3 Ausgestaltung eines Compliance Management Systems
2.3 Vergleich zwischen IKS und CMS
3 Tax Compliance Management System
3.1 Begriffsdefinition und -abgrenzung
3.2 Relevanz für deutsche Unternehmen
3.2.1 Tax Compliance aus Sicht der Finanzverwaltung und Unternehmen
3.2.2 Haftungsfragen für Organe und Unternehmen
3.2.3 Auswirkung eines Tax Compliance Management Systems
3.3 Struktur und Inhalt eines Tax CMS
3.3.1 Tax Compliance-Kultur
3.3.2 Tax Compliance-Ziele
3.3.3 Tax Compliance-Organisation
3.3.4 Tax Compliance-Risiken
3.3.5 Tax Compliance-Programm
3.3.6 Tax Compliance-Kommunikation
3.3.7 Tax Compliance-Überwachung und Verbesserung
3.3.8 Prozess eines Tax Compliance Management Systems
3.4 Tax CMS beim Outsourcing
4 Tax CMS am Beispiel der Umsatzsteuer
4.1 Risikobereich Umsatzsteuer
4.2 Vorstellung der VAT GmbH
4.3 Tax CMS der VAT GmbH
4.3.1 Tax Compliance-Kultur
4.3.2 Tax Compliance-Ziele
4.3.3 Tax Compliance-Organisation
4.3.4 Tax Compliance-Risiken
4.3.5 Tax Compliance-Programm
4.3.6 Tax Compliance-Kommunikation
4.3.7 Tax Compliance-Überwachung und Verbesserung
5 Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung
5.2 Kritische Würdigung des IDW Praxishinweises 1/2016
5.3 Ergebnisse der Arbeit
5.4 Ausblick
Diese Masterarbeit befasst sich mit der Implementierung eines Tax Compliance Management Systems (Tax CMS) als Reaktion auf die steuerlichen Risiken und die geänderte Rechtslage, insbesondere den AEAO zu § 153 AO. Das primäre Ziel besteht darin, darzulegen, wie ein solches System Unternehmen rechtliche Sicherheit bietet, Haftungsrisiken für Organe mindert und als präventives Instrument zur Vermeidung von Steuerhinterziehung dient, wobei der Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung anhand eines fiktiven Beispiels im Bereich der Umsatzsteuer liegt.
3.2.1 Tax Compliance aus Sicht der Finanzverwaltung und Unternehmen
Sowohl die Finanzverwaltung als auch die Unternehmen haben eine Zielsetzung in Bezug auf das Tax CMS. Der Nutzen, den sich beide Parteien aus der Einrichtung eines steuerbezogenen Compliance Systems versprechen, geht in verschiedenen Richtungen und muss daher differenziert betrachtet werden.
Sichtweise der Finanzverwaltung: Der AEAO zu § 153 AO wurde von der Finanzverwaltung primär dazu veröffentlicht, um eine klare Abgrenzung zwischen der Berichtigungserklärung nach § 153 AO und der Strafanzeige nach § 371 AO zu schaffen. Durch die schnelle Weiterleitung von Betriebsprüfern an die BuStra, sofern ein Anfangsverdacht für eine Straftat vorliegt, ist diese mit der Fülle der Anzeigen ausgelastet. Es wird versucht, mit dem Steuer-IKS den Prüfern einen Anhaltspunkt zu schaffen, wann ein Anfangsverdacht für eine Hinterziehung auszuschließen ist (vgl. Esterer, et al., 2017 S. 987). Somit kommt dem AEAO eine gewisse Filterfunktion im Hinblick auf die Betriebsprüfung zu. Es verschafft den Prüfern Handlungssicherheiten und es entsteht eine Entlastung der BuStra. Damit einhergehend erhofft sich die Finanzverwaltung auch kürzere und konfliktarme Betriebsprüfungszeiten. Der Leiter der Steuerabteilung beim BMF Michael Sell erklärt zudem, dass die Finanzverwaltung eine Erhöhung der Qualität der Steuererklärungen erwartet, da ein Tax CMS bei der Bewertung einzelner Sachverhalte unterstützend wirkt. Zusammengefasst ist es ein Angebot an den Steuerpflichtigen, was ihm mehr Rechtssicherheit geben kann (vgl. Sell, 2016 S.30).
Sichtweise der Unternehmen: Unternehmen betrachten ihr Handeln immer aus der betriebswirtschaftlichen Perspektive. Sie haben das Ziel, neben der Kostensenkung die unvermeidbaren Pflichten so effizient wie möglich zu gestalten. So nutzen sie ihre Gestaltungsmöglichkeiten im Rahmen der Legalität aus und versuchen die Steuerplanung dahingehend zu lenken, dass die Steuermehrbelastung minimiert und die Steuerminderbelastung maximiert wird. Um die optimale Kombination auszuschöpfen, muss die Planung gesetzeskonform und vor allem fehlerfrei sein. Zur Sicherstellung dieses Ziels und auch für die Implementierung und Regelkonformität bei der Einführung neuer Gesetze, kann ein Tax CMS Hilfestellung geben.
1 Einführung: Erläutert die Motivation aufgrund der Komplexität des Steuerrechts sowie die Zielsetzung der Arbeit unter Berücksichtigung neuerer regulatorischer Entwicklungen.
2 Begriffsbestimmungen: Definiert die Grundlagen von IKS und CMS, stellt ihre gesetzlichen Anforderungen dar und vergleicht beide Systeme innerhalb der Governance-Struktur.
3 Tax Compliance Management System: Analysiert das Tax CMS als Teilbereich eines CMS, beleuchtet dessen Relevanz für Unternehmen hinsichtlich Haftung und Nutzen sowie dessen strukturelle Inhalte.
4 Tax CMS am Beispiel der Umsatzsteuer: Demonstriert die praktische Implementierung eines Tax CMS bei der fiktiven VAT GmbH mit Fokus auf die Risikofelder und Kontrollmaßnahmen der Umsatzsteuer.
5 Schlussbetrachtung: Führt die Ergebnisse zusammen, würdigt den IDW-Praxishinweis kritisch und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Indizwirkung eines solchen Systems.
Tax Compliance Management System, Tax CMS, Internes Kontrollsystem, IKS, Umsatzsteuer, Abgabenordnung, § 153 AO, AEAO, Compliance, Haftungsrisiken, Risikoanalyse, IDW, IDW PS 980, Risikokontrollmatrix, Steuerstrafrecht
Die Arbeit untersucht die Umsetzung eines Tax Compliance Management Systems (Tax CMS) in Unternehmen vor dem Hintergrund der steuerlichen Änderungen und der steigenden Komplexität des deutschen Steuerrechts.
Die zentralen Themen umfassen die Definition und Abgrenzung von Kontrollsystemen, die rechtlichen Rahmenbedingungen für Unternehmen, das Risikomanagement in der Steuerfunktion sowie die praktische Ausgestaltung eines CMS für die Umsatzsteuer.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch ein Tax CMS ihre steuerlichen Prozesse optimieren und gleichzeitig Haftungsrisiken durch rechtssicheres Handeln minimieren können.
Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, die Einbettung in geltende Prüfungsstandards des IDW und die exemplarische Darstellung eines fiktiven Unternehmens (VAT GmbH).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen des IKS und CMS, die spezifische Betrachtung der Tax Compliance sowie die beispielhafte Implementierung eines Systems in den umsatzsteuerlichen Prozessen.
Wichtige Begriffe sind Tax CMS, Umsatzsteuer, § 153 AO, Risiko-Kontroll-Matrix, Compliance-Kultur und IDW-Prüfungsstandards.
Die Umsatzsteuer dient als zentrales, praxisnahes Beispiel für die Implementierung eines Tax CMS, da sie aufgrund ihrer hohen Fehlerranfälligkeit und Komplexität ein besonders relevantes Risikofeld darstellt.
Der Praxishinweis wird als wertvolle Hilfestellung für Unternehmen gewürdigt, wobei gleichzeitig angemerkt wird, dass seine allgemeine Formulierung die konkrete Umsetzung in der Praxis erschweren kann.
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