Examensarbeit, 2016
68 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit
2.1 Theorie der Geschlechterverhältnisse
2.2 Geschlechterentwürfe in Spanien
2.3 Auswirkungen der Rollennormen auf die spanische Gesellschaft der Nachkriegszeit
3 Analyse der Frauenbilder in Nada
3.1 Mutterfiguren – La opresora y la buena madre
3.2 La observadora insegura
3.3 Feminista ambivalente
3.4 Männerfiguren – El machista y el malicioso
4 Analyse der Frauenbilder in Entre Visillos
4.1 Mutterfiguren - Las opresoras
4.2 La rebelde
4.3 La novia sumisa und alternative noviazgos
4.4 Männerfiguren – machistas y progresistas
5 Vergleichende Analyse zentraler Aspekte
5.1 Entstehungskontext
5.2 Genre und erzählerischer Diskurs
5.3 Moralische Werte, patriarchalische Strukturen, Rollennormen
5.4 Adoleszenz und Freundschaft
5.5 Wahrnehmung von Raum und Zeit
5.6 Akt des Schreibens und andere Evasionsformen
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit in den Romanen Nada von Carmen Laforet und Entre Visillos von Carmen Martín Gaite im historischen Kontext des franquistischen Spaniens. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse der Frauenbilder und der sozialen Rollennormen aufzuzeigen, wie die Protagonistinnen auf die gesellschaftlichen Erwartungen und patriarchalischen Strukturen reagieren und ob literarische Emanzipationsversuche erkennbar sind.
3.1 Mutterfiguren – La opresora y la buena madre
In Nada finden wir gleich zu Beginn heraus, dass Andreas Mutter tot ist. Diese Absenz der Mutterfigur ist der Auslöser für den neu zu bestreitenden Weg der Protagonistin. Als sie im Haus der Ersatzfamilie ankommt, wird deutlich, dass der „Herr“ des Hauses eine Frau ist. Andrea fällt somit nicht in die Hände eines Mannes, der sie beschützt und von der vermeintlich gefährlichen Außenwelt abschirmt, sondern in die ihrer Tante, die als Tyrannin des Hauses bezeichnet werden kann. Als Andreas Ersatzmutter, die als Frau interessanterweise nicht weniger strikt ist als ein männliches Oberhaupt, bestätigt Angustias mit ihrem Verhalten gegenüber Andrea den Mythos der unvollständigen Frau, die von der Außenwelt beschützt werden müsse. In ihrer neu angenommenen Rolle als Mutter rechtfertigt sie ihre Einschränkungsmaßnahmen mit der Behauptung, die Welt außerhalb des Hauses sei eine Gefahr für die junge Andrea. Auch Forderungen nach Dankbarkeit und Gehorsam gehören zum Alltag.
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Situation Spaniens während der Franco-Zeit ein und erläutert die Bedeutung der patriarchalischen Rollenvorgaben für die Frau sowie das Ziel der Untersuchung.
2 Konstruktion von Weiblichkeit und Männlichkeit: Dieses Kapitel legt die theoretischen Grundlagen der Gender Studies und erläutert die spezifischen Geschlechterentwürfe im spanischen Kontext des 20. Jahrhunderts.
3 Analyse der Frauenbilder in Nada: Hier werden zentrale Frauen- und Männerfiguren im Roman Nada von Carmen Laforet analysiert, um ihre Funktion innerhalb des repressiven Systems zu verdeutlichen.
4 Analyse der Frauenbilder in Entre Visillos: Dieses Kapitel widmet sich der Untersuchung der Frauen- und Männerbilder im Roman Entre Visillos von Carmen Martín Gaite unter Berücksichtigung der spezifischen Sozialstrukturen.
5 Vergleichende Analyse zentraler Aspekte: Eine synthetisierende Gegenüberstellung beider Romane hinsichtlich ihres Entstehungskontexts, ihrer narrativen Techniken und ihrer moralischen sowie räumlichen Symbolik.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und bestätigt die Relevanz der literarischen Auseinandersetzung mit der Konstruktion von Weiblichkeit in der Nachkriegszeit.
Nada, Entre Visillos, Carmen Laforet, Carmen Martín Gaite, Franquismus, Gender Studies, Weiblichkeitskonstruktion, Patriarchat, Spanische Nachkriegsliteratur, Bildungsroman, Geschlechterrollen, Identitätssuche, Soziale Normen, Feminismus, Soltera
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Weiblichkeit und Männlichkeit in zwei bedeutenden spanischen Romanen der Nachkriegszeit.
Im Zentrum stehen die soziale Konstruktion von Geschlecht, die Auswirkungen des franquistischen Diskurses auf das Individuum und die Möglichkeiten weiblicher Emanzipation.
Es soll untersucht werden, wie sich Frauenfiguren in einer patriarchalisch geprägten Gesellschaft positionieren und welche Mittel sie zur Wahrung ihrer Identität nutzen.
Die Arbeit nutzt Ansätze der Gender Studies sowie literaturwissenschaftliche Methoden, insbesondere die Narratologie und Symbolanalyse.
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Figuren in Nada und Entre Visillos sowie einen vergleichenden Abschnitt zu Aspekten wie Raum, Zeit und dem Akt des Schreibens.
Wichtige Begriffe sind etwa Franquismus, Bildungsroman, soltera, patriarchalische Strukturen und Gender.
Das Haus wird in beiden Romanen als symbolischer Ort der Unterdrückung und Isolation im franquistischen Spanien gedeutet, der die gesellschaftlichen Restriktionen widerspiegelt.
Andrea wird als "chica rara" charakterisiert, die sich durch ihre Beobachtungsgabe und ihren Willen zur Selbstbildung von den traditionellen Rollenbildern distanziert.
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