Magisterarbeit, 2004
85 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Übersicht der linguistischen Grundlagen
2.1. Semantische Rollen
2.2. Grammatische Relationen
3. Zur Definition des Applikativs
3.1. Der Applikativ im Kichaga
3.2. Der Applikativ im Chichewfla
4. Allgemeine Einführung ins Santali
4.1. Grammatische Relationen im Santali
5. Applikativkonstruktionen im Santali
5.1. Der benefaktive Applikativ
5.2 Der Applikativ mit der semantischen Rolle Rezipient
5.3. Applikativ-Objekte mit der semantischen Rolle des Stimulus
5.4. Der Applikativ mit der semantischen Rolle Ziel
6. Was ist Lexical Functional Grammar ?
6.1. Zu den Prinzipien der Lexical Mapping Theory (LMT)
7. Der Applikativ im Santali aus Sicht der LFG
8. Zusammenfassung der Ergebnisse
Die vorliegende Arbeit untersucht die grammatischen Relationen in den Applikativkonstruktionen der Munda-Sprache Santali. Das zentrale Ziel ist es, auf Basis syntaktischer Merkmale zu analysieren, ob in diesen Konstruktionen eine Nominalphrase existiert, die als direktes bzw. primäres Objekt identifiziert werden kann, und dieses Ergebnis theoretisch mithilfe der Lexical Mapping Theory (LMT) zu fundieren.
3.1. DER APPLIKATIV IM KICHAGA
Die Bantu-Sprache Kichaga wird am Fuße des Kilimanjaro in Tansania gesprochen. Kichaga hat die Grundkonstituentenabfolge SVO und teilt seine Substantive in 16 Klassen ein, die in der Glosse durch arabische Zahlen symbolisiert werden. Im Beispiel (28) ist das transitive Prädikat ly 'essen', für eine Objekt-NP mit der semantischen Rolle Theme ausgelegt:
(28) N-aÿ-iÿ-ly-a` k-e'lya` FOK-SUBJ(1)-PRÄS-essen-FV 7-Essen 'Er/Sie isst Essen.' (Bresnan/Moshi, Seite 49)
Demselben Prädikat ist in (29) das Morphems –i suffigiert und die zusätzliche Objekt-NP m`-ka` 'Ehefrau' wurde dem Satz hinzugefügt:
(29) N-aÿ-iÿ-lyi`-i'-a` m`-ka` k-e'lya` FOK-SUBJ(1)-PRÄS-essen-APPL-FV 1-Ehefrau 7-Essen 'Er isst Essen zum Nutzen/zum Nachteil seiner Ehefrau.' (Bresnan/Moshi, Seite 49)
1. Einleitung: Vorstellung der Forschungsfrage zur grammatischen Struktur des Santali und Einordnung in den linguistischen Kontext.
2. Übersicht der linguistischen Grundlagen: Erläuterung der Konzepte semantische Rollen und grammatische Relationen sowie deren funktionale Bedeutung.
3. Zur Definition des Applikativs: Definition des Applikativ-Konzepts und Vergleich anhand der Sprachen Kichaga und Chichewa.
4. Allgemeine Einführung ins Santali: Überblick über phonologische, morphologische und syntaktische Charakteristika der Sprache Santali.
5. Applikativkonstruktionen im Santali: Detaillierte Untersuchung spezifischer Applikativ-Typen im Santali anhand semantischer Rollen.
6. Was ist Lexical Functional Grammar ?: Darstellung der theoretischen Grundlagen der LFG und ihrer Formalismen.
7. Der Applikativ im Santali aus Sicht der LFG: Anwendung der Lexical Mapping Theory zur Analyse der Applikativkonstruktionen im Santali.
8. Zusammenfassung der Ergebnisse: Synthese der Untersuchungsergebnisse und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.
Santali, Applikativ, Lexical Functional Grammar, LFG, Lexical Mapping Theory, LMT, Grammatische Relationen, Syntax, Munda-Sprachen, Benefizient, Rezipient, Stimulus, Objektkongruenz, Valenz, Argumentstruktur
Die Arbeit untersucht die syntaktische Struktur und die grammatischen Relationen bei Applikativkonstruktionen in der Munda-Sprache Santali.
Zentrale Themen sind die Transitivität von Prädikaten, die Valenzänderung durch Applikativ-Suffixe sowie die theoretische Analyse mittels der Lexical Mapping Theory.
Die Arbeit fragt, ob in Applikativkonstruktionen mit zwei Objekten im Santali eine NP als direktes bzw. primäres Objekt identifiziert werden kann.
Es wird eine linguistische Analyse auf Basis der Lexical Functional Grammar (LFG) und insbesondere der Lexical Mapping Theory (LMT) durchgeführt.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in grammatische Relationen, eine allgemeine Einführung ins Santali sowie eine detaillierte Analyse verschiedener Applikativ-Konstruktionen im Santali.
Wichtige Begriffe sind Santali, Applikativ, LFG, LMT, Argumentstruktur, semantische Rollen, Rezipient und Stimulus.
Kichaga dient als Beispiel für einen symmetrischen Sprachtyp, um die spezifischen Asymmetrien des Santali besser einordnen zu können.
Gefühlsprädikate (psychological verbs) weisen im Santali eine ungewöhnliche Verwendung des Applikativs auf, bei der oft der Stimulus oder der Experiencer in einer Weise markiert wird, die von Standardschemata abweicht.
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