Bachelorarbeit, 2018
73 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Rechtspopulismus: Begriffsklärung
3. Aktueller Rechtspopulismus: Kontextualisierung
4. Typologisierung der Erklärungsansätze
4.1 Problemdiagnosen und Krisentheorien der zeitgenössischen liberalen Demokratie
4.1.2 Über das Verschwinden des Politischen
4.1.3 Kritische Reflektion und Zwischenfazit
4.2 Die Verwerfungen eines zu rasanten gesamtgesellschaftlichen Wandels als Motor für Unsicherheit und Unbehagen – Oder: Die drei Dimensionen der Modernisierungsverlierer
4.2.1 Modernisierungsverlierer: Sozioökonomische Dimension des materiellen Verlusts
4.2.2 Modernisierungsverlierer: Kulturelle Dimension des ideellen Verlusts
4.2.3 Modernisierungsverlierer: Politisch-Institutionelle Dimension
4.2.4 Kritische Reflektion und Zwischenfazit
4.3 Gelegenheiten als Sprungbrett
4.4 Parteienwettbewerb: Die Versäumnisse der etablierten Parteien und das politische Geschick der rechtspopulistischen Parteien
4.4.1 Die Fehler und Versäumnisse der etablierten Parteien
4.4.2 Das politische Geschick der rechtspopulistischen Parteien
4.4.3 Kritische Reflektion
5. Ergebnisse und Fazit
Die Arbeit untersucht die tieferliegenden Ursachen für den europaweiten Erfolg rechtspopulistischer Parteien. Ziel ist es, die unübersichtliche Vielfalt an theoretischen Erklärungsansätzen zu systematisieren, in Kategorien zu bündeln und kritisch zu reflektieren, um ein umfassendes Gesamtbild dieses Phänomens zu zeichnen.
4.2.2 Modernisierungsverlierer: Kulturelle Dimension des ideellen Verlusts
Der sozioökonomische Konflikt in Form der „Wiederkehr der sozialen Frage“ (Brömmel et al. 2017:8) ist die eine Seite der Modernisierungskrise. Die zweite Argumentationslinie besagt dagegen, dass die Transformationen der Gesellschaft einen kulturellen Konflikt produziert haben. Diese zweite Seite betrifft also eine kulturelle und sozial-psychologische Dimension eines Verlusts von Identität und kulturell vermittelter Werte. Inglehart/Norris (2016) nennen diese Perspektive die „Cultural-Identitarian-Back-lash-Thesis“. Gemeint ist damit eine rückwärtsgewandte Abwehr oder Reaktion von vormals dominierenden Gesellschaftsteilen gegen einen fortschreitenden Wertewandel (vgl. auch Buti 2017: 9).47
Ausgangspunkt dieses Erklärungsansatzes ist auch hier ein durch die vielfältigen Transformationsprozesse der Gesellschaft seit etwa Ende der 1960er Jahre und die damit einhergehenden Verwerfungen verursachte Unbehagen vieler Bürger. Durch gesellschaftliche Umbrüche – wie der fortschreitenden Säkularisierung, Individualisierung der Gesellschaft und damit der Zunahme von Pluralität und Heterogenität der Lebensentwürfe und Identitäten (Fragmentierung der Gesellschaft), und dadurch ein erheblicher Rückgang der Bedeutung vormals prägender identitätsstiftender zivilgesellschaftlicher Organisationen (z.B. Kirche, Gewerkschaften), Transnationalisierung, Migration von Menschen aus kulturell divergierenden und meist wirtschaftlich deutlich schwächeren Staaten, dadurch größere ethnische, kulturelle und sprachliche Vielfalt, sowie insgesamt eine stark veränderte Öffentlichkeit – hat sich die Lebenswirklichkeit so drastisch verändert, dass viele längst ein Gefühl der Fremdheit und der mangelnden Anerkennung in der eigenen gewohnten Umgebung eingenommen hat (König 2017: 32-37; Inglehart/Norris 2016; Korte 2016; Diehl 2016: 15; Decker 2015: 61f).
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die Problematik des Aufstiegs rechtspopulistischer Parteien in Europa und begründet das Ziel der Arbeit, verschiedene Erklärungsansätze zu systematisieren.
2. Rechtspopulismus: Begriffsklärung: Dieses Kapitel arbeitet eine merkmalbasierte Definition des Begriffs Rechtspopulismus heraus und beleuchtet dessen Rolle als "dünne Ideologie" und Protestbewegung.
3. Aktueller Rechtspopulismus: Kontextualisierung: Hier wird der Rechtspopulismus historisch eingeordnet und als langfristiges strukturelles Phänomen statt als flüchtige Protesterscheinung kontextualisiert.
4. Typologisierung der Erklärungsansätze: Dieses Hauptkapitel kategorisiert verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze in Krisentheorien, Modernisierungskritik, Gelegenheitsstrukturen und angebotsorientierte Parteienanalysen.
5. Ergebnisse und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont, dass Rechtspopulismus das Resultat eines komplexen Zusammenspiels langfristiger struktureller Bedingungen ist.
Rechtspopulismus, Demokratiekrise, Modernisierungsverlierer, Parteienwettbewerb, Postdemokratie, Nativismus, Kulturkampf, Politische Repräsentation, Sozialstruktur, Globalisierung, Identität, Protestwähler, Parteiensystem, Politische Partizipation, Populistische Zeitgeist.
Die Arbeit analysiert die Ursachen für den Erfolg rechtspopulistischer Parteien in Europa anhand einer systematischen Typologisierung wissenschaftlicher Erklärungsansätze.
Zentrale Themen sind die Krise der liberalen Demokratie, die sozioökonomischen und kulturellen Folgen der Modernisierung sowie die strategischen Reaktionen der Parteien im Parteienwettbewerb.
Das Ziel ist es, die unübersichtliche Literatur zu systematisieren und ein strukturiertes Gesamtverständnis für die verschiedenen Ursachenbündel des Rechtspopulismus zu schaffen.
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die eine Typologisierung durchführt, indem sie Erklärungsansätze aus der sozialwissenschaftlichen Literatur filtert, bündelt und kritisch reflektiert.
Der Hauptteil gliedert sich in Kategorien wie Krisentheorien der Demokratie, die "Modernisierungsverlierer"-These, exogene Gelegenheiten wie Krisenereignisse sowie die angebotsorientierte Perspektive auf den Parteienwettbewerb.
Wichtige Begriffe sind unter anderem Rechtspopulismus, Postdemokratie, Modernisierungsverlierer, Nativismus und die Krise der repräsentativen Demokratie.
Die AfD wird als deutsches Fallbeispiel genutzt, um den Aufstieg des Rechtspopulismus im Kontext des deutschen Parteiensystems und der spezifischen historischen Bedingungen zu veranschaulichen.
Nein, der Autor kritisiert den Begriff der "Verführung" als oberflächlich und argumentiert stattdessen für ein rationales, strukturell begründbares Wahlverhalten der betroffenen Gruppen.
Das Konzept nach Colin Crouch wird als einflussreichste Zeitdiagnose für die Krisenhaftigkeit moderner Demokratien und als theoretischer Pfeiler der Analyse verwendet.
Der Autor greift diese wissenschaftliche Debatte auf und reflektiert, ob der Rechtspopulismus als Korrektiv für reale Missstände dienen kann, warnt jedoch vor dessen antipluralistischen und fremdenfeindlichen Methoden.
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