Magisterarbeit, 2004
277 Seiten, Note: sehr gut
I. EINLEITUNG
1. Problemstellung und Zielsetzung
1.1. Untersuchungsgruppe
1.2. Der Untersuchungszeitraum
1.3. Kategorienbildung und Fragestellungen
1.4. Fragestellungen der Analysen I und II
2. Aufbau der Arbeit
3. Methodisches Vorgehen
4. Quellen
4.1. Archive
4.2. Institutionen und Verbände
4.3. Literatur und Nachschlagewerke
4.4. Fachzeitschriften
4.5. Andere Quellen
5. Literatur
5.1. Literatur zum Thema „Anschluss“ und Presse
5.2. Literatur zum Nachkriegsjournalismus
6. Anmerkungen der Verfasserin
6.1. Grenzen der Aussage und Bewertung
6.2. Geschlechtsspezifische Benennung
II. ENTWICKLUNG DER PRESSE IM „DEUTSCHEN REICH“ AB 1933
1. Nationalsozialistische Pressepolitik
1.1. Das „Schriftleitergesetz“
1.2. Presselenkung - Berliner Pressekonferenz und DNB
1.3. Die demokratische Presse
1.4. Die Parteipresse der Nationalsozialisten
1.5. Bürgerlich-konservative Presse
2. Resümee: Nationalsozialistische Pressepolitik
III. ANALYSE I: „SCHRIFTLEITER“, DIE 1938/39 AUS DEM „DEUTSCHEN REICH“ NACH ÖSTERREICH KAMEN
1. Kategorien
2. Auswertung: „Schriftleiter“- Biografien 1938 bis 1945
2.1. Regionale Herkunft und politischer Hintergrund
2.2. Aufenthaltsort der „Schriftleiter“ in der „Ostmark“
2.3. Alter zum Zeitpunkt der Überweisung
3. Arbeitsbereiche der „Schriftleiter“ in der „Ostmark“
4. Kategorie I: „Schriftleiter“ in der Propaganda für Staat und Partei
4.1. „Schriftleiter“ in Institutionen zur Presselenkung
4.2. Durchführung der „Gleichschaltung“ - der „Reichsverband der deutschen Presse“ in Österreich
4.3. „Schriftleiter“ in Nachrichtenagenturen
5. Kategorie II: „Schriftleiter“ in der österreichischen Zeitungen
5.1. „Anschluss“ und „Gleichschaltung“ der Presse in der „Ostmark“
5.2. „Schriftleiter“ in der Presse der „Ostmark“
5.3. Zeitungen privater Verleger
5.4. Leitende Funktionen in der Presse
5.5. Schriftsteller
6. Kategorien III und IV: Berufe in anderen Bereichen
7. Kriegsdienst
7.1. „Schriftleiter“ im Wehrmachtseinsatz
7.2. Einsatz in der Kriegsberichterstattung
8. „Schriftleiterinnen“, die mit dem „Anschluss“ nach Österreich kamen
9. Resümee: „Schriftleiter“, die 1938 in die „Ostmark“ kamen
IV. ANALYSE II: „GOEBBELS` PROPAGANDISTEN“ NACH DEM ENDE DER NS-HERRSCHAFT
1. Untersuchung des Berufsverlaufs nach 1945
1.1. Fragestellungen der Analyse II
1.2. Kategorienbildung: Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945
2. Entnazifizierung in Österreich
2.1. Allgemeine Entnazifizierungsmaßnahmen
2.2. Entnazifizierung der österreichischen Presse
2.3. Entnazifizierungsverfahren ehemaliger „Schriftleitern“
3. Entnazifizierung der deutschen Presse
4. Analyse II: Arbeitsfelder und Aufenthaltsort der ehemaligen „Propagandisten Goebbels`“ nach 1945
4.1. Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945 in Österreich
4.2. Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945 in Deutschland
4.3. Ehemalige „Schriftleiter“ - 1945 in Österreich, dann in Deutschland
4.4. Im Exil - Ehemalige „Schriftleiter“ nach 1945 im Ausland
4.5. Ehemaliger „Schriftleiter“ mit unbekanntem Aufenthaltsort
5. Resümee - Karrieren ehemaliger „Schriftleiter“ nach 1945
V. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
VI. BIOGRAFIEN
VII. ANHANG
1. Literatur für die gesamte Darstellung
2. Literatur zum Erstellen der Journalisten-Biografien
3. Quellen zum Erstellen der Journalisten-Biografien
4. Tabellenverzeichnis
Die Arbeit untersucht eine kollektivbiografische Gruppe von 113 Journalisten, die im Zuge des „Anschlusses“ 1938 von Deutschland nach Österreich (die „Ostmark“) entsandt wurden, um die dortige Medienlandschaft im Sinne des nationalsozialistischen Regimes zu steuern und gleichzuschalten, sowie deren weiteren beruflichen Werdegang nach 1945.
1. Problemstellung und Zielsetzung
Wer waren diese Journalisten, die mit dem „Anschluss“ in die „Ostmark“ kamen? Dass nicht ohne Grund gerade sie eingesetzt wurden, war bereits nach einigen Recherchen offensichtlich. Es galt zu klären, welchen Auftrag sie hatten, wo sie eingesetzt wurden bzw. welche Rolle sie im nationalsozialistischen Propagandaapparat spielten.
Wohin die Recherche führen würde, ob hinter diesen Namen Persönlichkeiten steckten, die so relevant waren, dass zu ihnen für die geplante Untersuchung ausreichend Akten angelegt wurden, war am Anfang nicht absehbar. Der erste Eindruck bestätigte sich: Die Mehrzahl der „Schriftleiter“ hatte in der Geschichte Spuren hinterlassen, zu den meisten wurden ausreichend Akten gefunden. Obwohl die Individualität des Einzelnen eine Vereinheitlichung und Verallgemeinerung nur eingeschränkt zulässt, wurden sehr bald Parallelen deutlich - die Gruppe wurde allmählich homogener.
Zusätzlich drängte sich ein weiterer Aspekt geradezu auf: Was geschah mit diesen Journalisten nach dem Ende der NS-Herrschaft? Waren sie weiterhin Teil der Medienlandschaft in Österreich oder in Deutschland? Aus diesem Grund wurden die Biografien - soweit die Akten Auskunft darüber gegeben haben - bis nach dem Krieg fortgesetzt.
I. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die personelle Kontinuität der NS-Presse in Österreich und stellt die Forschungsfrage nach dem Verbleib der „Schriftleiter“ nach 1945.
II. ENTWICKLUNG DER PRESSE IM „DEUTSCHEN REICH“ AB 1933: Dieses Kapitel beschreibt die radikale Gleichschaltung und Presselenkung im nationalsozialistischen Deutschland als Vorbild für die spätere Entwicklung in der „Ostmark“.
III. ANALYSE I: „SCHRIFTLEITER“, DIE 1938/39 AUS DEM „DEUTSCHEN REICH“ NACH ÖSTERREICH KAMEN: Die Analyse wertet die Herkunft, politische Prägung und die spezifischen Arbeitsbereiche der nach Österreich entsandten Journalisten aus.
IV. ANALYSE II: „GOEBBELS` PROPAGANDISTEN“ NACH DEM ENDE DER NS-HERRSCHAFT: Dieses Kapitel befasst sich mit der Entnazifizierung und der Frage, inwieweit ehemalige NS-Journalisten nach 1945 ihre berufliche Laufbahn in Österreich oder Deutschland fortsetzen konnten.
V. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK: Hier werden die Ergebnisse der kollektivbiografischen Untersuchung zusammengefasst und die personelle Kontinuität in der Presse nach 1945 bestätigt.
VI. BIOGRAFIEN: Ein ausführlicher biographischer Teil mit Einzelanalysen der untersuchten Journalisten.
VII. ANHANG: Enthält die Literaturliste, Quellenverzeichnisse sowie das Tabellenverzeichnis.
Journalismus, Nationalsozialismus, Pressepolitik, Schriftleitergesetz, Gleichschaltung, Österreich, Ostmark, Propaganda, personelle Kontinuität, Entnazifizierung, Nachkriegszeit, NS-Medien, Biografien, RDP, NSDAP.
Die Arbeit untersucht die Tätigkeit und den Werdegang von 113 Journalisten, die nach dem „Anschluss“ 1938 von Deutschland in das österreichische Pressewesen entsandt wurden, sowie deren weitere Karrieren nach dem Ende des NS-Regimes.
Zentrale Themen sind die nationalsozialistische Presselenkung, die „Gleichschaltung“ österreichischer Zeitungen, die Rolle von NSDAP-Mitgliedern im Journalismus und die personelle Kontinuität in den Medien der Nachkriegszeit.
Die Hauptfrage ist, ob es nach 1945 eine „Stunde Null“ gab oder ob Journalisten, die als „Propagandisten Goebbels“ für das NS-Regime tätig waren, ihre Karriere in der demokratischen Nachkriegspresse fortsetzen konnten.
Es handelt sich um eine kollektivbiografische Studie, die auf der systematischen Auswertung von Personalakten, Mitgliederverzeichnissen der NSDAP und des RDP sowie Nachschlagewerken basiert.
Der Hauptteil gliedert sich in zwei Analysen: Eine erste Untersuchung zum Einsatz der Journalisten in der Propaganda und Presse der „Ostmark“ zwischen 1938 und 1945 sowie eine zweite Untersuchung zu deren Arbeitsfeldern und Aufenthaltsorten nach 1945 unter Berücksichtigung von Entnazifizierungsmaßnahmen.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie „Journalismus im Nationalsozialismus“, „personelle Kontinuität“, „Gleichschaltung“, „Entnazifizierung“ und „Propagandisten“ definiert.
Das „Presseamt Bürckel“ war eine maßgebliche Institution, die kurz nach dem Einmarsch 1938 in Wien eingerichtet wurde, um die gesamte österreichische Presse zu kontrollieren und mit reichsdeutschen „Schriftleitern“ zu besetzen.
Die Verfasserin stellt fest, dass es keinen personellen Neuanfang gab; vielmehr konnte ein Großteil der ehemaligen NS-Journalisten – in Deutschland oft erfolgreicher als in Österreich – nach der Entnazifizierung weiterhin im journalistischen oder öffentlichen Bereich tätig sein.
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