Diplomarbeit, 2004
153 Seiten, Note: 2,1
Einleitung
1. Begriffsbestimmung
1.1. Aggression – Aggressivität – Aggressives Verhalten
1.2. Ärger
1.3. Gewalt
2. Ansätze zur Gewaltprävention
2.1. Problemfeld: Aggressives Verhalten an Schulen
2.1.1. Ausmaß und Erscheinungsformen
2.1.2. Risikofaktoren für die Entstehung
2.2. Handlungskonzepte zur Gewaltprävention an Schulen
2.2.1. Grundlagen der Gewaltprävention
2.2.2. Förderung der Selbstkontrolle und der Selbstsicherheit
2.2.2.1. Selbstkontrolle
2.2.2.2. Selbstsicherheit
2.2.3. Stärkung der sozialen und emotionalen Kompetenzen
2.2.3.1. Soziale Kompetenz
2.2.3.2. Emotionale Kompetenz
2.2.4. Schlichterprogramme für Schüler
2.2.5. Verbesserung des Schulklimas
2.3. Beispiele von Projekten der Gewaltprävention
2.4. Erfolge in der Gewaltprävention
2.5. Zusammenfassung
3. Der Zusammenhang von Gewaltprävention und Gesundheitsförderung
3.1. Ziele und Inhalte der Gesundheitsförderung
3.2. Psychische Gesundheit und Selbstverwirklichung
3.3. Selbstverwirklichung als ein Ziel von Gewaltprävention
3.4. Gesundheitsrelevante Gewaltprävention
3.5. Zusammenfassung
4. Modell einer Gewaltpräventionsmaßnahme am Beispiel des Konzeptes „Locker bleiben“ des Albert-Schweitzer-Familienwerkes e.V.
4.1. Das Lüneburger Projekt des ASFs
4.1.1. Konzeption des Betreuungsprojektes
4.1.2. Kooperation mit Schulen
4.2. Das Konzept zur Gewaltprävention
4.2.1. Die Zielgruppe
4.2.2. Ziele
4.3. Inhalte, Teilziele und deren Begründungszusammenhang
4.3.1. Thema Konflikt
4.3.2. Thema Gewalt
4.3.3. Kommunikative Verständigung
4.3.4. Ärger und andere Emotionen
4.3.5. Selbstbehauptung und Selbstsicherheit
4.3.6. Selbstverteidigung
4.3.7. Vermitteln durch Mediation
4.4. Verknüpfung zu Ansätzen der Gesundheitsförderung
4.5. Diskussion
5. Fazit
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Wirksamkeit von Gewaltpräventionsprogrammen an Schulen im Kontext der Gesundheitsförderung zu untersuchen. Im Zentrum steht dabei die Frage, inwiefern die Stärkung sozialer und emotionaler Kompetenzen bei Jugendlichen dazu beitragen kann, aggressivem Verhalten präventiv entgegenzuwirken.
1.1 Aggression - Aggressivität – Aggressives Verhalten
Nach Kusche (2000, S.20) blieb „Aggression bzw. aggressives Verhalten (…) über die letzten Jahrzehnte in der Definition fast gleich.“ So beschreibt er die Aggression als eine Verhaltensstörung, die „(…) darauf ausgerichtet ist, einen anderen direkt oder indirekt zu schädigen“ (ebd., zit. nach Petermann/ Petermann 1990). Auch in Anlehnung an Banduras sozial-kognitive Lerntheorie wird Aggression als ein destruktives Verhalten bezeichnet, „(…) das im sozialen Bereich auf der Grundlage einer Reihe von Faktoren als aggressiv definiert wird, von denen einige eher im Ermessen des Betrachters als beim Handelnden liegen“ (ebd. S.20f, zit. nach Bandura 1973). Denn nicht allem was vom Beobachter als aggressives Verhalten eingestuft wird, muss eine Schädigungsabsicht des Aggressors zugrunde liegen. So kann ein Anrempeln für einen Außenstehenden aggressiv wirken, für den Betroffenen aber ein freundschaftliches Schubsen darstellen.
Gewalt darf dabei nicht mit kleineren Streitereien oder Raufereien zwischen gleichstarken Partnern verwechselt werden, sondern setzt immer ein Ungleichgewicht der Kräfte voraus.
Nach Bründel und Hurrelmann (1994, S.23) ist Aggression „(…) ein wissenschaftlicher Begriff und bezeichnet eine Handlung, die auf die Verletzung eines Menschen zielt. >>Aggressivität>> [hingegen] ist der Begriff für die Absicht, eine solche verletzende Handlung zu begehen“, also die Bereitschaft zu aggressivem Verhalten. Diese Trennung erscheint sinnvoll, da sich Aggressivität in seiner ursprünglichen Bedeutung von dem lateinischen Wort ’aggredi’ (Herangehen, Annähern, Antriebskraft) ableitet und somit eine Motivation beschreibt, bei der der Handelnde etwas ’in Angriff nimmt’. Er hat also die Bereitschaft zu aggressivem Verhalten (vgl. Lexikon der Psychologie 2000, S.27).
1. Begriffsbestimmung: Es werden die zentralen Termini Aggression, Aggressivität, Ärger und Gewalt theoretisch differenziert und definiert.
2. Ansätze zur Gewaltprävention: Dieses Kapitel behandelt das Problemfeld Gewalt an Schulen, theoretische Ansätze und verschiedene Interventionskonzepte wie Schlichterprogramme.
3. Der Zusammenhang von Gewaltprävention und Gesundheitsförderung: Hier wird dargelegt, dass Gewaltprävention einen wesentlichen Beitrag zur physischen und psychischen Gesundheit von Jugendlichen leistet.
4. Modell einer Gewaltpräventionsmaßnahme am Beispiel des Konzeptes „Locker bleiben“ des Albert-Schweitzer-Familienwerkes e.V.: Das Projekt „Locker bleiben“ wird detailliert vorgestellt, seine Module erläutert und theoretisch begründet.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einer Diskussion über die Wirksamkeit präventiver Ansätze im schulischen Alltag.
Gewaltprävention, Gesundheitsförderung, Aggression, Ärger, Konfliktfähigkeit, Selbstkontrolle, Selbstsicherheit, Soziale Kompetenz, Emotionale Kompetenz, Schule, Jugendhilfe, Locker bleiben, Mediation, Persönlichkeitsstärkung, Gewaltforschung.
Die Arbeit untersucht, wie Gewalt an Schulen durch gezielte Präventionsprogramme eingedämmt werden kann, wobei der Fokus auf dem Projekt „Locker bleiben“ liegt.
Zentrale Themen sind die theoretische Abgrenzung von Aggression und Gewalt, die Bedeutung von Gesundheitsförderung für die Schule sowie konkrete Konzepte zur Förderung von Kompetenzen wie Selbstbehauptung und Mediation.
Das Hauptziel ist es aufzuzeigen, wie Jugendliche durch die Stärkung emotionaler und sozialer Kompetenzen befähigt werden können, Konflikte gewaltfrei zu lösen.
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und wertet Forschungsergebnisse zur Gewaltprävention aus, um ein eigenes Präventionsmodell zu begründen.
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der theoretischen Fundierung präventiver Maßnahmen und der detaillierten Beschreibung der Module des Projekts „Locker bleiben“.
Wichtige Begriffe sind Gewaltprävention, soziale und emotionale Kompetenz, Selbstkontrolle sowie die gesundheitsrelevante Perspektive in der Jugendarbeit.
Emotionale Kompetenz ist eine Grundvoraussetzung, um Ärger und Angst zu regulieren und damit aggressives Verhalten erst gar nicht entstehen zu lassen.
Eine einseitige Herangehensweise, die nur Symptome bekämpft, läuft Gefahr, wesentliche Einflussfaktoren wie das psychische Wohlbefinden der Schüler zu übersehen.
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