Magisterarbeit, 2005
111 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. „Eros ohne Flügel“? – Die Konzeption von Liebe in Platons Symposion
2.1 Das „Experiment der Götter“ – Die Rede des Aristophanes
2.2 Keine „Lobrede nach dieser Weise“ – Die Rede des Sokrates
2.2.1 Der große Dämon – Diotimas Lehre vom Wesen des Eros
2.2.2 Poros und Penia – Der Mythos von der Geburt der Liebe
2.2.3 Die Zeugung im Schönen – Der Grund der Liebe
2.2.4 Der Stufenweg zur Schau des Schönen
2.3 Abschließende Bemerkung zur Liebeskonzeption in Platons Symposion
2.4 Hölderlin, Schlegel und das Symposion
3. „Es ist alles in der Liebe“ – Die Liebeskonzeption in Schlegels Lucinde
3.1 „Das schönste Chaos“ – Zur Form der Lucinde
3.2 Friedrich Schlegels Konzeption von Liebe in der Lucinde
3.2.1 Die „volle Menschheit in mir und dir“ – Liebe als romantisches Universalprinzip
3.2.2 „geistige Wollust“ und „sinnliche Seligkeit“ – Der Zusammenschluss von körperlicher und geistiger Liebe
3.2.3 Die Versöhnung der Geschlechter
3.2.4 Die neue Ehe
3.2.5 Das „hohe Evangelium der echten Lust und Liebe“ – Liebe als Religion
3.2.6 Nacht und Tod
3.3 Die Lucinde als ‚erotischer‘ Roman im doppelten Sinne
4. „das Leben selber treibt uns heraus“ – Die Liebeskonzeption in Hölderlins Hyperion
4.1 Liebe und Schönheit – Hölderlins Vereinigungsphilosophie
4.2 Friedrich Hölderlins Konzeption von Liebe im Hyperion
4.2.1 Adamas – „Liebe und Weisheit“
4.2.2 Alabanda – „Bote[] der Nemesis“
4.2.3 Diotima – „Epiphanie der reinen Schönheit“
4.3 Liebe als Weg zur Schönheit
5. Schluss
Diese Arbeit untersucht die philosophischen Liebeskonzeptionen von Friedrich Schlegel und Friedrich Hölderlin im Vergleich und setzt diese in Beziehung zu Platons Dialog Symposion, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in ihrer Interpretation des „Rätsels der Liebe“ zu ergründen.
2.2.1 Der große Dämon – Diotimas Lehre vom Wesen des Eros
Sokrates bittet darum, seinem Vorredner Agathon noch einige Fragen stellen zu dürfen, bevor er mit seiner eigentlichen Rede beginne (vgl. 199b,c). Mit dieser Befragung des Agathon durch Sokrates tritt nun endgültig die Philosophie, das Streben nach Wahrheit an die Stelle der rhetorischen Kunst – denn für Platon ist der „Ort der αληθεια [‚aletheia‘] die dialektische Untersuchung zweier Partner.“
Im Gespräch zwischen Sokrates und Agathon demontiert Sokrates zum Einen die Aussagen Agathons – und weist gleichzeitig auch die Schwächen auf, welche die Darstellung des Eros bei den übrigen Rednern hatte; zum Anderen werden hier bereits die Grundzüge der Platonischen Liebeskonzeption entwickelt.
Die Thesen, die Sokrates im Gespräch mit dem Tragödiendichter mit Hilfe der mäeutischen Fragetechnik entwickelt und denen Agathon uneingeschränkt zustimmt, lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Eros, die Liebe, ist nicht denkbar ohne etwas, auf das sie sich bezieht (vgl. 199d, 199e). Dieser Bezug des Eros auf etwas Anderes wird bestimmt als Begehren: „Sage mir nur soviel ob die Liebe das dessen Liebe sie ist begehrt oder nicht?“ (200a). Begehren kann man aber laut Sokrates nur etwas, dass man nicht besitzt (vgl. 200a); und da nun Eros das Schöne begehrt – und damit auch das Gute, weil das Gute schön ist (vgl. 201c) – so folgt daraus, dass er selbst weder schön noch gut ist. Das bedeutet aber auch – obwohl dies hier noch nicht explizit ausgesprochen wird – dass Eros selbst kein Gott sein kann, da Götter sowohl schön als auch gut sind.
1. Einleitung: Diese Arbeit stellt die Leitfrage nach dem Wesen der Liebe und führt in die theoretische Relevanz der Autoren Friedrich Schlegel und Friedrich Hölderlin ein, die exemplarisch an ihren Romanen Lucinde und Hyperion untersucht werden.
2. „Eros ohne Flügel“? – Die Konzeption von Liebe in Platons Symposion: Das Kapitel analysiert Platons Verständnis von Eros als Dämon und Mittler zwischen Göttern und Menschen sowie als dynamisches Streben nach dem Schönen und Guten.
3. „Es ist alles in der Liebe“ – Die Liebeskonzeption in Schlegels Lucinde: Diese Untersuchung widmet sich Schlegels innovativem Roman, in dem Liebe als romantisches Universalprinzip gefeiert wird, das die Trennung von Sinnlichkeit und Geist aufhebt.
4. „das Leben selber treibt uns heraus“ – Die Liebeskonzeption in Hölderlins Hyperion: Hier wird Hölderlins Vereinigungsphilosophie betrachtet, in der die Liebe, personifiziert durch Diotima, eine zentrale Rolle bei der Überwindung von Dissonanzen und der Suche nach Schönheit einnimmt.
5. Schluss: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und hebt hervor, dass sowohl Schlegel als auch Hölderlin platonische Eros-Konzepte aufnehmen und in ihren je eigenen, für die Romantik prägenden Entwürfen weiterführen.
Liebe, Eros, Platon, Symposion, Friedrich Schlegel, Lucinde, Friedrich Hölderlin, Hyperion, Romantik, Vereinigungsphilosophie, Schönheit, Diotima, Universalpoesie, Ironie, Individualität.
Die Arbeit vergleicht die Liebesphilosophien von Friedrich Schlegel und Friedrich Hölderlin und untersucht, wie beide Autoren auf Platons Symposion Bezug nehmen.
Im Zentrum stehen der philosophische Eros, die Verbindung von Geist und Sinnlichkeit, das Streben nach Unendlichkeit sowie die Bedeutung der Schönheit als einheitsstiftendes Prinzip.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schlegel und Hölderlin das platonische Eros-Konzept transformieren, um ihre jeweils eigene „Philosophie der Liebe“ in ihren literarischen Hauptwerken zu begründen.
Die Arbeit arbeitet textnah und hermeneutisch. Sie interpretiert Schlegels Lucinde und Hölderlins Hyperion unter Hinzuziehung zeitgenössischer philosophischer Quellen und literaturwissenschaftlicher Sekundärliteratur.
Der Hauptteil analysiert detailliert die Liebeskonzeptionen in Lucinde und Hyperion, wobei besonderes Augenmerk auf die formale Struktur der Texte sowie die allegorische Bedeutung der Frauenfiguren Lucinde und Diotima gelegt wird.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Romantik, Universalpoesie, Schönheit, Ganzheitlichkeit, Dialektik und die platonische Ideenlehre.
Während Schlegel die Liebe als eine in der Gegenwart erfüllbare Totalität sieht, begreift Hölderlin die Liebe stärker als ein vermittelndes Prinzip auf einer „exzentrischen Bahn“, bei der das Ziel (das Absolute) auf Erden nicht statisch erreicht werden kann.
Beide Figuren fungieren als Erzieherinnen und Inkarnationen der Schönheit. Während Lucinde jedoch als Partnerin in einer Ehe auf Augenhöhe agiert, wird Diotima zur idealisierten Verkörperung des göttlichen Schönen, deren Tod für Hyperions Entwicklung zum Dichter notwendig ist.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

