Magisterarbeit, 2004
154 Seiten, Note: 1
Vorwort
I. Die Konstruktionen sein / haben + zu + Infinitiv in der Gegenwartssprache
1. Einleitung
2. Zum Wesen des Infinitivs
2.1 Historische Betrachtung des Infinitivs
2.2 Modale Infinitivkonstruktionen: sein und haben + zu
3. Die modale Relation bei sein + zu
3.1 Konkurrenzformen
3.1.1 Möglichkeit
3.1.1.1 Weitere Konkurrenzformen: sich lassen, –bar und –lich Ableitung
3.1.2 Notwendigkeit
3.1.3 Negierte Aussagen
3.1.4 Das Gerundivum
4. Modale Passivumschreibungen
5. Die modale Relation bei haben + zu
5.1 Konkurrenzformen
5.1.1 Notwendigkeit
5.1.2 Möglichkeit
5.1.3 Negierte Aussagen
6. Wechselseitiges Verhältnis zwischen sein + zu und haben + zu
7. Ambiguität der sein- und haben- Fügung
8. Modaler Infinitiv mit einem anderen Abhängigkeitsstatus
9. Zusammenfassung
II. Neue Zeitung als eine der öffentlichen Kommunikationsformen im 16. und 17. Jahrhundert
1. Einleitung
2. Zeitung heute
3. Die Entstehung der Zeitung aus dem brieflichen Verkehr
3. 1 Brief und geschriebene Zeitung
4. Flugblatt und Flugschrift
5. Zum Begriff Zeitung
6. Neue Zeitungen
6.1 Äußeres Erscheinungsbild
6.2 Inhalt
6.3 Produzenten und Druckorte
6.4 Zeitungsmerkmale
6.5 Die Sprache
7. Zusammenfassung
III. Die sein/ haben+ zu+ Infinitiv- Konstruktionen in Neuen Zeitungen des 16. und 17. Jahrhunderts
1. Einleitung
2. Druckorte und Produzenten
3. Das zu untersuchende Korpus
4. Sein + zu + Infinitiv
4.1 Zu den häufigsten sein+ zu+ Infinitiv Kombinationen
4.2 Konstruktionen mit potentialer Modalität
4.3 Konstruktionen mit adhortativer Modalität
5. Haben + zu + Infinitiv
5.1 Zu den häufigsten haben+ zu+ Infinitiv Kombinationen
5.2 Konstruktionen mit adhortativer Modalität
5.3 Konstruktionen mit potentialer Modalität
6. Gerundivkonstruktionen
7. Analyseergebnisse
Resümee
Die Arbeit untersucht die Konstruktionen "sein/haben + zu + Infinitiv" unter modal-grammatischen Gesichtspunkten. Das primäre Forschungsziel ist die Darstellung der Gebrauchsweise und Bedeutung dieser Konstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache im Vergleich zu deren Verwendung in "Neuen Zeitungen" des 16. und 17. Jahrhunderts.
Die sein/ haben+ zu+ Infinitiv- Konstruktionen in Neuen Zeitungen des 16. und 17. Jahrhunderts
Das 16. und 17. Jahrhundert stellt sich aus sprachgeschichtlicher Perspektive als eine höchst interessante Übergangszeit dar, in der aus zahlreichen, voneinander stark abweichenden Schreibdialekten durch einen Ausgleichsprozess auf allen Sprachebenen, von der Orthographie bis zur Satzgestaltung, die Grundlagen für die jetzige Schriftsprache gelegt wurden.
Textlinguistisch sind hier besonders Neue Zeitungen von Interesse: Denn die Zeitungstexte stellen keine homogene Textsorte dar, sondern setzen sich aus einer Reihe unterschiedlicher Textsorten zusammen. Es herrschen in der damaligen Zeit uneinheitliche Textsorten und thematisches Durcheinander vor.
Wie im zweiten Teil der Arbeit erwähnt wurde, hat die Zeitungssprache seit dem 16. Jahrhundert einen großen Einfluss auf die historische Entwicklung der deutschen Sprache ausgeübt, deshalb dienen Beispielsätze aus Neuen Zeitungen des 16. und 17. Jahrhunderts als Grundlage meiner empirischen Untersuchung.
Die nähere Zielsetzung dieser Analyse ist die Untersuchung der sein/ haben+ zu+ Infinitiv- Konstruktionen und ihre Verwendungsweise in den Texten der Neuen Zeitungen zwischen 1518 und 1739.
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Problematik und Verwendung der modalen Infinitivkonstruktionen in der deutschen Gegenwartssprache.
2. Zum Wesen des Infinitivs: Dieses Kapitel gibt einen wissenschaftsgeschichtlichen Überblick über die Nominalformen und das System der infiniten Verbformen.
3. Die modale Relation bei sein + zu: Hier werden die verschiedenen Konkurrenzformen, modalen Bedeutungen und negierten Aussagen der "sein + zu"-Konstruktion detailliert analysiert.
4. Modale Passivumschreibungen: Das Kapitel behandelt verschiedene Möglichkeiten der Passivumschreibung, die einen Modalfaktor aufweisen.
5. Die modale Relation bei haben + zu: Dieses Kapitel befasst sich mit der aktiven Konstruktion, deren Konkurrenzformen und der primären Bedeutung der Notwendigkeit.
6. Wechselseitiges Verhältnis zwischen sein + zu und haben + zu: Hier wird das Konkurrenzverhältnis der beiden Fügungen untereinander in spezifischen Funktionsbereichen untersucht.
7. Ambiguität der sein- und haben- Fügung: Dieses Kapitel analysiert die Mehrdeutigkeit der Konstruktionen, wenn der Kontext keine eindeutige Entscheidung zwischen Möglichkeit und Notwendigkeit zulässt.
8. Modaler Infinitiv mit einem anderen Abhängigkeitsstatus: Hier werden Verwendungsweisen betrachtet, die nicht zum eigentlichen modalen Infinitiv gezählt werden, da sie eine attributive Funktion besitzen.
9. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die wesentlichen Ergebnisse zur modalen Funktion, zum passivischen bzw. aktivischen Charakter und zur syntaktischen Einbettung der Konstruktionen zusammen.
Modaler Infinitiv, sein + zu, haben + zu, Neue Zeitungen, Sprachgeschichte, Frühneuhochdeutsch, Modalität, Notwendigkeit, Möglichkeit, Syntax, Sprachwandel, Zeitungswesen, Gerundivum, Passivumschreibung, Textsorte
Die Magisterarbeit untersucht die modalen Infinitivkonstruktionen mit "sein" und "haben" in Kombination mit "zu + Infinitiv" und analysiert deren Gebrauch und Bedeutungswandel vom 16. bis zum 17. Jahrhundert in den sogenannten "Neuen Zeitungen".
Die zentralen Themen sind die historische Sprachwissenschaft, die Syntax des Frühneuhochdeutschen, die Entwicklung des frühen Zeitungswesens als Kommunikationsmedium sowie die formale und semantische Analyse der modalen Infinitivfügungen.
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie diese Konstruktionen als modale Ausdrucksmittel in der Gegenwartssprache sowie in der historischen Schriftsprache des 16. und 17. Jahrhunderts fungieren und ob sich der Gebrauch über diesen Zeitraum verändert hat.
Die Autorin verwendet eine empirisch-historische Analyse, bei der ein eigens erstelltes Textkorpus von 123 "Neuen Zeitungen" (1518–1739) ausgewertet wird, um Häufigkeiten und syntaktische Merkmale der Konstruktionen zu belegen.
Im Hauptteil werden zunächst der theoretische Rahmen und der Charakter des Infinitivs erörtert. Anschließend erfolgt die Untersuchung der Konstruktionen in Neuen Zeitungen unter Berücksichtigung von Druckorten, Produzenten, Textsorten und modalen Ausprägungen.
Wesentliche Begriffe sind Modaler Infinitiv, Frühneuhochdeutsch, Sprachwandel, Neue Zeitungen, Modalität, Syntax, Notwendigkeit und Möglichkeit.
Das Gerundivum wird als eine eng mit den untersuchten Konstruktionen zusammenhängende Form analysiert, die als Konkurrenzform zum Passiv und als attributives Mittel zur Satzverkürzung dient.
Sie sind bedeutende sprachliche Dokumente, die Einblicke in die sich entwickelnde neuhochdeutsche Schriftsprache geben und aufgrund ihres breiten Leserkreises als Instanz für sprachliche Normierung und Vereinheitlichung fungierten.
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