Bachelorarbeit, 2018
35 Seiten, Note: 1,7
Einleitung
Forschungsfragen
Methoden
Untersuchungen
Voruntersuchungen der Studie
Stichprobenbeschreibung der Hauptuntersuchung.
Hypothesen, dazugehörige Messinstrumente und ihre statistische Prüfung.
Ergebnisse
Berechnungen der Mittelwerte von positivem und negativem Affekt
Varianzanalysen
Auswertung der qualitativen Daten
Diskussion
Affektive Valenz und Rassismus
Coping und Rassismus
Affektivität hinsichtlich Rassismus unter Berücksichtigung des Geburtsortes
Ausblick
Abstract
Diese Bachelorarbeit untersucht das Erleben und die Wahrnehmung von Schwarzen People of Color (PoC) in Bezug auf alltägliche rassistische Situationen. Das primäre Ziel ist es, den Einfluss von positiv und negativ rassistischen Erfahrungen auf die affektive Reaktion sowie die angewandten Coping-Strategien zu erforschen und dabei mögliche biografische Unterschiede zu beleuchten.
Coping und Rassismus
Ob die Person of Color in der jeweiligen der insgesamt sechs Fallvignetten mit Positiv oder Negativrassismus konfrontiert wurde, war in der Untersuchung nicht ausschlaggebend für ihre Wahl einer reaktiven und verarbeitenden Coping-Strategie. Daraus erfolgt die Ablehnung der Hypothese 2:
Es gibt einen signifikanten Unterschied zwischen positiv und negativ rassistischen Fallvignetten hinsichtlich der Art der angewandten Coping-Strategien von Schwarzen People of Color.
Es ergab sich jedoch ein Unterscheid daraus, ob die in der Vignette dargestellte Situation im direkten zeitlichen Zusammenhang mit einer rassistischen Handlung bzw. Äußerung oder im Nachhinein bewältigt wurde. Zum Zeitpunkt des reaktiven Copings wurde in allen Vignetten am häufigsten auf Bewältigungsstrategien aus der Kategorie „Confronting the racism“ zurückgegriffen. Diese Rubrik umfasst nach Mellor (2004) die Coping-Strategien (1) Teaching-educating the perpetrator, (2) Contesting the racism, (3) Asserting one’s rights, (4) Asserting Black identity, (5) Taking control, (6) Using external supports – authorities to address racism und (7) Seeking revenge. Entgegen diesem Befund gaben die Schwarzen People of Color bei der Frage nach dem Umgang mit der beschriebenen Situation im Nachhinein am meisten Bewältigungsstrategien aus der Rubrik „Protecting the self“ an. Zu dieser Oberkategorie werden die Strategien (1) Displaying Acceptance (Withdrawal/escape, Resignation to fate, Avoidance of further contact), (2) Engaging in cognitive reinterpretation of events, (3) Using social support, (4) Denying identity, (5) und Attempting to achieve und (6) gezählt.
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des Rassismus in Deutschland ein, definiert zentrale Begriffe wie People of Color und Positivrassismus und stellt die Relevanz der Forschungsfrage für die Perspektive Schwarzer PoCs dar.
Methoden: Hier wird das gewählte Mixed-Method-Design beschrieben, das durch Interviews zur Itemgenerierung und einen Online-Fragebogen mit Fallvignetten zur Erfassung von Affekten und Coping-Strategien operationalisiert wurde.
Ergebnisse: Das Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der affektiven Reaktionen sowie die deskriptive Darstellung der angewandten Coping-Strategien basierend auf dem Modell von Mellor.
Diskussion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Hypothesen bewertet und die Diskrepanzen zwischen der affektiven Reaktion auf positive und negative rassistische Situationen sowie der Zeitfaktor bei der Coping-Wahl analysiert.
Ausblick: Dieses Kapitel diskutiert die Grenzen der Studie, insbesondere das verwendete Instrumentarium, und formuliert Empfehlungen für zukünftige, qualitativ ausgerichtete Forschungsansätze.
Positivrassismus, Negativrassismus, Schwarze People of Color, Affektive Reaktion, PANAS, Coping-Strategien, Rassismuserfahrung, Diskriminierung, Machtstrukturen, Identität, Psychologie, Fallvignetten, Bewältigung, Stressmodell, Sozialpsychologie.
Die Arbeit untersucht das subjektive Erleben von Schwarzen People of Color in Deutschland bei Konfrontation mit rassistischen Situationen, wobei ein besonderer Fokus auf dem bisher weniger erforschten Phänomen des "Positivrassismus" liegt.
Zentrale Felder sind die affektive Belastung durch rassistische Aussagen sowie die Analyse von Bewältigungsstrategien (Coping) in Akutsituationen und bei der nachträglichen Verarbeitung.
Das Ziel ist es, zu ermitteln, ob es Zusammenhänge zwischen der Art des Rassismus (positiv vs. negativ) und den dadurch ausgelösten Affekten sowie den gewählten Coping-Strategien gibt.
Die Autorin verwendete ein quantitativ-qualitatives Mixed-Method-Design, bestehend aus teilstandardisierten Interviews zur Vorbereitung und einem Online-Fragebogen mit Fallvignetten.
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Herleitung der Untersuchung, der statistischen Auswertung der affektiven Skalen (PANAS) und der Kategorisierung der Coping-Strategien nach dem Modell von Mellor.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Positivrassismus, Schwarze People of Color, Affektive Reaktion, Coping-Strategien und Diskriminierung charakterisieren.
Während Negativrassismus explizit abwertend ist, bedient sich Positivrassismus vermeintlich positiver Zuschreibungen (z.B. Musikalität), die jedoch ebenso essentialistisch sind und Machtungleichgewichte aufrechterhalten.
Die Studie konnte keinen signifikanten Unterschied im Erleben von Rassismus zwischen in Deutschland geborenen Schwarzen Menschen und solchen, die in einem Land mit Schwarzer Bevölkerungsmehrheit geboren wurden, feststellen.
Die Hypothese, dass die Art des Rassismus (positiv vs. negativ) entscheidend für die Wahl der Coping-Strategie ist, wurde abgelehnt, da der Zeitfaktor (spontan vs. im Nachhinein) einen stärkeren Einfluss auf die Wahl der Strategie hatte als die Art des Rassismus selbst.
Das Mellor-Modell ermöglichte eine systematische Kategorisierung der vielfältigen Reaktionen auf Rassismus in die Oberkategorien „Protecting the self“, „Self-control“ und „Confronting the racism“.
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