Masterarbeit, 2014
156 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Hinführung zum Thema
1.2. Struktur der Arbeit
1.3. Untersuchungsgegenstand Trans*
1.4. Forschungsstand
1.5. Zwischenfazit
2. Methodenbeschreibung und Rahmenbedingungen
2.1. Begründung des qualitativen Vorgehens
2.2. Erhebungsmethode: Biographieorientiertes, narratives Interview
2.3. Rahmenbedingungen
2.4. Die Grounded Theory
2.5. Zwischenfazit
3. Analyse
3.1. Transkriptionskonventionen
3.2. Fallbeispiel Sibylle
3.3. Fallbeispiel Benjamin
3.4. Auswertung nach Kategorien
3.5. Einbezug Forschungsstand
3.6. Theoriebildung
4. Fazit und Ausblick
Die Forschungsarbeit untersucht die komplexen Selbstwahrnehmungsprozesse von trans* Personen vor dem Hintergrund ihrer individuellen Biographie. Ziel ist es, durch die Analyse narrativer Interviews ein tieferes Verständnis dafür zu entwickeln, wie trans* Personen ihre Identität in einer heteronormativ geprägten Gesellschaft konstruieren, bewerten und verändern.
3.2. Fallbeispiel Sibylle
Der Weg löst gar nichts. Aber er hilft, glücklicher zu werden. (..) Weil sich zu verleugnen, tut weh. Und die Identität zu verleugnen, tut weh. Und stimmig zu leben ist einfach schön. Und das wünsche ich allen Leuten. (S.:1837-1841)
Sibylle ist 47 Jahre alt, Ingenieurin und lebt allein. Sie ist in „typisch bürgerlichen Verhältnissen“ (S.: 39-40) in einer Kleinstadt aufgewachsen und hat einen 4 Jahre älteren Bruder.
Sie beschreibt ihre Kindheit als „wohlbehütet“ (S.: 57), im Alter von 8 bis 9 Jahren ist sie ein „ganz normaler kleiner Junge“ (64) und mit sich selbst im Reinen (S.: 67). Sie beschreibt, dass Geschlecht an sich in ihrer Kindheit keine große Rolle spielt. Zwar findet sie es selbst gut, wenn sie sich zum Beispiel an Karneval als Putzfrau verkleiden darf, aber innerhalb ihres sozialen Umfelds löst dies scheinbar keine negative Konnotation aus. Immerhin ist es die Mutter, die Sibylle „zum Karneval als Putzfrau verkleidet hat.“ (S.: 97-98) Zu dieser Zeit findet die erste Auseinandersetzung mit der Frage „was bin ich denn?“ (S.: 96-97) statt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der gesellschaftlichen Geschlechtskonstruktion ein und definiert den Forschungsgegenstand sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Methodenbeschreibung und Rahmenbedingungen: Hier werden die qualitative Forschungsmethodik, insbesondere das narrative Interview und die Grounded Theory, sowie die Rahmenbedingungen der Stichprobenauswahl dargelegt.
3. Analyse: Das Hauptkapitel präsentiert die Auswertung der biographischen Interviews anhand der Fallbeispiele von Sibylle und Benjamin und führt eine übergreifende Kategorieneinordnung durch.
4. Fazit und Ausblick: Das abschließende Kapitel fasst die wesentlichen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Relevanz der Ergebnisse für die zukünftige Forschung zum Thema Trans*.
Trans*, Selbstwahrnehmung, Biographie, Transition, Geschlechtsidentität, Grounded Theory, Qualitative Forschung, Heteronormativität, Passing, Transsexualität, Geschlechterkonstruktion, Identität, Soziale Ausgrenzung, Diskriminierung, Transidentität
Die Arbeit befasst sich mit der subjektiven Selbstwahrnehmung von trans* Personen und untersucht, wie diese ihre geschlechtliche Identität innerhalb einer zweigeschlechtlichen Gesellschaftsstruktur biographisch verarbeiten.
Zentrale Themen sind die individuelle Selbstwahrnehmung, der Verlauf der Transition, der Einfluss von sozialen Bezugspersonen sowie der Umgang mit Diskriminierungserfahrungen.
Das Hauptziel ist es, ein tieferes Verständnis für die biographischen Entwicklungsprozesse von trans* Personen zu gewinnen und diese wissenschaftlich fundiert mittels qualitativer Methoden aufzuarbeiten.
Die Verfasserin nutzt biographieorientierte, narrative Interviews, deren Datenmaterial anschließend mittels Grounded Theory ausgewertet wird.
Der Hauptteil analysiert ausführlich zwei Fallbeispiele, vergleicht diese anhand von Schlüsselkategorien wie Selbstwahrnehmungsprozessen und ordnet die Ergebnisse in den aktuellen Forschungsstand ein.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Trans*, Selbstwahrnehmung, Transition, Geschlechtsidentität, biographische Erzählung und qualitative Sozialforschung definiert.
Beide Probanden beschreiben eine Kindheit, in der sie sich zwar schon früh mit ihrer geschlechtlichen Zugehörigkeit auseinandersetzten, dies jedoch in frühen Jahren teilweise als neutrales Kontinuum empfanden, bevor gesellschaftliche Rollenerwartungen in der Pubertät einen zunehmenden Leidensdruck erzeugten.
Die Familie fungiert im Prozess meist ambivalent: Sie wird einerseits als wichtigste Quelle emotionaler und wirtschaftlicher Unterstützung beschrieben, kann jedoch gleichzeitig – insbesondere durch mangelnde Akzeptanz oder übermäßige Kontrolle – als "Dämpfer" fungieren, der den Selbstfindungsprozess erschwert.
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