Magisterarbeit, 2003
75 Seiten, Note: 2,0
I. Einleitung
II. Philosophiegeschichtlicher Abriss der Herkunft des Themas der Koinzidenz
1. Prinzip der Gegensätze
a) Vorsokratiker
b) Platon
c) Aristoteles
2. Prinzip des Einen
a) Plotin
b) Proklos
c) Pseudo-Dionysios Areopagita
3. Metaphysik und Logik
a) Beispiele des Konfliktes
b) Johannes Scotus Eriugena
c) Meister Eckhart
4. Der Begriff der Koinzidenz
III. Die coincidentia oppositorum bei Nikolaus von Kues - Charakterisierung der Theorie
1. Systematische Vorbemerkung
2. maximum und minimum
a) Das Größte fällt mit dem Kleinsten zusammen
b) Geometrische Beispiele
c) Das Größte ist alles, was sein kann
3. coincidentia contrariorum und contradictorium
a) Konträre Gegensätze
b) Kontradiktorische Gegensätze
c) Das Eine als Koinzidenz oder jenseits der Koinzidenz
4. Die Gültigkeit des Nichtwiderspruchsprinzips
a) Der Satz vom Nichtwiderspruch als Prinzip des Verstandes
b) Die Gründung des Nichtwiderspruchsprinzips in der Vernunft
5. Vertiefung der Methode
a) Der Beryll
b) Die Mauer der Koinzidenz
6. Die Gottesnamen
a) possest
b) posse ipsum
c) non aliud und idem
7. Überwindung der negativen Theologie
8. Geistmetaphysik
IV. Schluss
Die vorliegende Arbeit untersucht die theoretische Charakterisierung und historische Herkunft des zentralen cusanischen Gedankens der coincidentia oppositorum (Zusammenfall der Gegensätze). Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie dieser Begriff in Nikolaus von Kues’ Philosophie systematisch verankert ist, wie er sich von der neuplatonischen Tradition abhebt und welche Bedeutung er für das Verhältnis von menschlicher Vernunft, Logik und Metaphysik hat.
b) Geometrische Beispiele
Für Nikolaus von Kues steht also fest, „dass das schlechthin Größte nicht zu den Gegenständen gehören kann, die wir wissen können und zu begreifen vermögen“. Über bloße Ähnlichkeit ist damit kein besseres Verstehen des Größten möglich. Cusanus bedient sich daher der Mathematik, genauer gesagt der Geometrie, um sich symbolhaft an das unendlich Größte anzunähern:
„Alles Mathematische ist endlich und lässt sich anders gar nicht vorstellen. Wenn wir deshalb für den Aufstieg zum schlechthin Größten das Endliche als Beispiel verwenden wollen, so müssen wir zunächst die endlichen mathematischen Figuren mit ihren Eigenschaften und Verhältnissen betrachten und entsprechend die Verhältnisse auf gleichartige unendliche Figuren übertragen.“
Dazu bedarf es einer „Ablösung von aller Figürlichkeit“. Löst sich jedoch unsere Vorstellung von der Figürlichkeit einer geometrischen Figur, scheint damit aber gerade ihr Wesentliches dabei verloren zu gehen. Cusanus muss aber beim Aufweis des zu Grunde liegenden wahren Wesens der Figur in ihrer Unendlichkeit genau diese unsere Vorstellung bei Seite räumen. Für den menschlichen Verstand vermag eine unendliche Figur ohne Figürlichkeit nicht mehr vorstellbar zu sein, aber gerade hierin eröffnet sich in ihr das spezifisch Unendliche – und damit ihr innerstes Wesen (oder die Form ihrer Form) – für den Betrachter: „Erst dann wird unsere Unwissenheit in einer nicht begreifenden Weise belehrt werden, in Rätselbildern sich mühend, über das Höchste in einer richtigeren und wahreren Weise zu denken“.
I. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Denken des Nikolaus von Kues ein und benennt die coincidentia oppositorum als zentralen Kerngedanken seiner philosophisch-theologischen Arbeiten.
II. Philosophiegeschichtlicher Abriss der Herkunft des Themas der Koinzidenz: Hier werden die antiken und mittelalterlichen Vorläufer, insbesondere die Prinzipien der Gegensätze bei Platon und Aristoteles sowie die neuplatonische Tradition, kritisch beleuchtet.
III. Die coincidentia oppositorum bei Nikolaus von Kues - Charakterisierung der Theorie: Der Hauptteil erläutert systematisch die cusanische Lehre, insbesondere das Zusammenfallen von Maximum und Minimum, das Nichtwiderspruchsprinzip und die Rolle spezieller Gottesnamen.
IV. Schluss: Der Schluss fasst die Ergebnisse zusammen und betont die cusanische Methode als Weg, durch die Erkenntnis der eigenen Unwissenheit zur philosophischen Einsicht in das göttliche Sein zu gelangen.
Nikolaus von Kues, Coincidentia oppositorum, Zusammenfall der Gegensätze, Docta ignorantia, Absolute Einheit, Metaphysik, Vernunft, Verstand, Nichtwiderspruchsprinzip, Possest, Non aliud, Geistmetaphysik, Negative Theologie, Unendlichkeit, Erkenntnistheorie.
Die Arbeit analysiert die philosophische Theorie des "Zusammenfalls der Gegensätze" bei Nikolaus von Kues, ihre historischen Wurzeln und ihre systematische Bedeutung für sein Verständnis von Gott und menschlicher Erkenntnis.
Im Zentrum stehen die Konzepte des Einen, der Unendlichkeit, der Grenzen des menschlichen Verstandes sowie das Verhältnis von Logik und Metaphysik.
Ziel ist es, den cusanischen Ansatz der coincidentia oppositorum als Methode und ontologisches Prinzip darzustellen, die den Menschen über logische Widersprüche hinaus zu einer höheren Vernunfterkenntnis führen soll.
Die Arbeit nutzt eine philosophiehistorische Analyse, um die Begriffe des Kusaners durch den Vergleich mit Vorläufern (wie Plotin, Proklos oder Eckhart) und die Exegese seiner eigenen Hauptwerke zu erschließen.
Der Hauptteil erörtert die systematische Vorbemerkung, die mathematische Symbolik der Koinzidenz, die Rolle des Nichtwiderspruchsprinzips sowie spezifische Gottesnamen und deren Funktion für das menschliche Denken.
Wichtige Begriffe sind Coincidentia oppositorum, Docta ignorantia, Non aliud, Possest sowie die Differenzierung von Vernunft (intellectus) und Verstand (ratio).
Der Verstand (ratio) ist an das Nichtwiderspruchsprinzip gebunden und denkt in Unterscheidungen, während die Vernunft (intellectus) in der Lage ist, Gegensätze in einer höheren Einheit zu verbinden.
Sie beschreibt den Zustand eines Wissens, das sich seiner eigenen Begrenztheit und der Unerreichbarkeit des absoluten Wesens Gottes bewusst ist, was die höchste Form der menschlichen Erkenntnis darstellt.
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