Magisterarbeit, 2004
105 Seiten, Note: 2,7
1. EINLEITUNG
2. DER KRIEGSFILM
2.1 Das Genre Kriegsfilm
2.2 Die Geschichte des US-amerikanischen Kriegsfilms
3. DIE ZUSAMMENARBEIT VON PENTAGON UND HOLLYWOOD
3.1 Die Entstehung und Funktionsweise der Zusammenarbeit
3.2 Das Resultat der Zusammenarbeit
3.3 Das Beispiel BLACK HAWK DOWN
3.4 Die Unterstützung einer Produktion durch das Pentagon
3.5 The „Institute for Creative Technologies“ in Los Angeles
4. DER 11. SEPTEMBER UND SEINE MEDIALEN AUSWIRKUNGEN
4.1 Die Bildsprache des Terrors
4.2 Die Reaktion Hollywoods: Die TV-Serie „PROFILES FROM THE FRONT LINE“ (USA, 2003)
5. ANALYSE DER KRIEGSFILME
5.1 SAVING PRIVATE RYAN
5.1.1 Allgemeines
5.1.2 Die scheinbare Authentizität
5.1.3 Die Analyse der Eingangssequenz
5.1.4 SAVING PRIVATE RYAN: Ein Kriegs- oder Antikriegsfilm?
5.2 THE THIN RED LINE
5.2.1 Allgemeines
5.2.2 Die Natur, der Mensch und der Krieg
5.2.3 Philosophie auf dem Schlachtfeld
5.2.4 Vernunft und Wahnsinn
5.3 BLACK HAWK DOWN
5.3.1 Allgemeines
5.3.2 Der Bezug zur Realität
5.3.3 Die Rechtfertigung des Somalia-Einsatzes
5.3.4 Täuschende Routine
5.3.5 Der Plot
5.3.6 Die Schlusssequenz
5.4 WE WERE SOLDIERS
5.4.1 Allgemeines
5.4.2 Der amerikanische Held
5.4.3 Die Verbesserung des Images durch Beschönigung der Geschichte
5.4.4 Verfälschung der Ereignisse
6. VERGLEICH UNTER BEZUGNAHME AUF DIE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN PENTAGON UND HOLLYWOOD
7. SCHLUSSBETRACHTUNG
Die Arbeit untersucht den Einfluss der Terroranschläge vom 11. September 2001 auf die Produktion und Wahrnehmung von US-amerikanischen Kriegsfilmen. Zudem wird die enge, oft propagandistisch wirkende Zusammenarbeit zwischen dem US-Pentagon und Hollywood analysiert, um aufzuzeigen, wie Kriegsfilme zur Legitimation politischer Ziele instrumentalisiert werden.
5.1.3 Die Analyse der Eingangssequenz
Wenn man über SAVING PRIVATE RYAN spricht und herausarbeiten möchte, was den Film besonders macht, so stößt man generell auf die Eingangssequenz. Sie beginnt mit einer Einstellung, die das Meer und die darin aufgestellten Panzerbarrikaden zeigt. Es ist nur das Rauschen des Meeres zu hören. Die Einblendung des Datums weist darauf hin, dass es sich um den D-Day handelt. Es folgt ein Schnitt auf die heranfahrenden Landungsboote der Amerikaner. Die See ist unruhig, die Boote müssen sich durch hohe Wellen ihren Weg bahnen.
Die Kamera zeigt in einer Nahaufnahme eine zitternde Hand, die – symbolisch für die Angst der Soldaten und die Kälte – durch die Nässe hervorgerufen wird. Die Hand greift eine Wasserflasche, um Halt zu bekommen und somit das Zittern unter Kontrolle zu bekommen. Ein Kameraschwenk nach oben begleitet die Hand mit der Wasserflasche auf ihrem Weg zum Mund des Soldaten. Es handelt sich um Captain John Miller, dargestellt von Tom Hanks, der sich am hinteren Ende eines Landungsbootes befindet. Der Griff zur Wasserflasche rahmt die nächsten 20 Minuten ein. Er kennzeichnet Anfang und Ende der Schlacht um die Küste. Die gleiche Bildfolge, die Aufnahme der zitternden Hand, die zur Flasche greift und diese anschließend zum Mund führt, wiederholt sich am Ende der Sequenz, als Miller nach der Erstürmung der Bunker zur Ruhe kommt und die Invasion der Küste überstanden ist.
Jetzt vollzieht die Kamera eine Rückwärtsbewegung und durchquert die Soldaten, die jeweils zu zweit nebeneinander im Boot stehen. Verunsicherte Gesichter lassen sich ausmachen, zwei der Soldaten übergeben sich. Bis jetzt ist noch kein Wort gesprochen worden.
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Kriegsfilmproduktion im Kontext der aktuellen weltpolitischen Lage nach dem 11. September.
2. DER KRIEGSFILM: Definition des Genres und historischer Überblick über die Entwicklung des US-Kriegsfilms von 1898 bis heute.
3. DIE ZUSAMMENARBEIT VON PENTAGON UND HOLLYWOOD: Untersuchung der institutionellen Verbindung zwischen Militär und Filmindustrie sowie der Mechanismen der inhaltlichen Einflussnahme.
4. DER 11. SEPTEMBER UND SEINE MEDIALEN AUSWIRKUNGEN: Analyse der veränderten Wahrnehmung von Kriegsbildern und der Reaktion Hollywoods in Form neuer Formate wie „Profiles from the Front Line“.
5. ANALYSE DER KRIEGSFILME: Detaillierte Fallstudien von Saving Private Ryan, The Thin Red Line, Black Hawk Down und We Were Soldiers hinsichtlich ihrer Botschaften und Intentionen.
6. VERGLEICH UNTER BEZUGNAHME AUF DIE ZUSAMMENARBEIT ZWISCHEN PENTAGON UND HOLLYWOOD: Synthese der Ergebnisse und Vergleich der unterschiedlichen Herangehensweisen der Filme an das Thema Krieg.
7. SCHLUSSBETRACHTUNG: Zusammenfassendes Fazit über die Rolle Hollywoods als Werkzeug der US-amerikanischen Regierung im Kampf gegen den Terrorismus.
Kriegsfilm, Antikriegsfilm, Pentagon, Hollywood, 11. September, Militainment, US-Außenpolitik, Propaganda, Filmgeschichte, Saving Private Ryan, Black Hawk Down, The Thin Red Line, We Were Soldiers, Identitätsstiftung, Patriotismus
Die Magisterarbeit befasst sich mit der Entwicklung US-amerikanischer Kriegsfilme vor dem Hintergrund der engen institutionellen Zusammenarbeit zwischen dem Pentagon und Hollywood sowie der politischen Instrumentalisierung des Mediums Film nach den Anschlägen vom 11. September 2001.
Zentrale Aspekte sind der Wandel des Kriegsfilm-Genres, die Mechanismen der Zensur und Beratung durch das Militär bei Filmproduktionen, die Konstruktion von Feindbildern und die Darstellung von Heldentum und Patriotismus zur Stärkung des gesellschaftlichen Zusammenhalts.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das US-Verteidigungsministerium Einfluss auf Filminhalte nimmt, um das Image des Militärs zu fördern und politische Kriege in der öffentlichen Wahrnehmung zu rechtfertigen.
Die Arbeit nutzt eine filmwissenschaftliche Analyse, bei der ausgewählte Produktionen hinsichtlich ihrer Wirkungsweise, Symbolik und politischer Intentionen untersucht werden, ergänzt durch die Auswertung von Dokumentationen und zeitgenössischer Sekundärliteratur.
Der Hauptteil analysiert die historischen Grundlagen des Genres und die direkte Kooperation mit dem Militär. Zudem erfolgt eine tiefgehende Analyse von vier Filmen, um zu prüfen, inwieweit diese entweder als kritische Antikriegsfilme oder als patriotische Propagandawerke einzuordnen sind.
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Militainment, Propaganda, Patriotismus, Institutionelle Zusammenarbeit und Kriegsfilm-Analyse charakterisieren.
Laut dem Autor führte das Ereignis dazu, dass Hollywood verstärkt in den „Krieg gegen den Terror“ integriert wurde. Dies zeigt sich in einer verstärkten Kooperation und der Entstehung neuer TV-Formate, die den Krieg als sauberes, heroisches Unterfangen darstellen.
Der Film wird als Beispiel für eine geschickte Uminterpretation eines militärischen Debakels in eine Geschichte über Kameradschaft und Patriotismus angeführt, bei der das Pentagon durch direkte Einflussnahme das Bild der US-Armee schützen konnte.
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