Magisterarbeit, 2004
119 Seiten, Note: 1,0
Einleitung
1 Jugendkultur und Jugendmedienkultur – eine Übersicht
1.1 Studien zur Jugendkultur
1.1.1 Ursprünge der Forschung
1.1.2 Zur Erfassung von Freizeitverhalten und Freizeitmustern
1.1.3 Probleme jugendkultureller Typologien
1.2 Jugend und Fernsehen
1.2.1 Aktuelle Themen und Trends
1.2.2 Mediennutzungsmuster und -typologien
1.3 Zwischenfazit
2 Funktionen des Fernsehens für Jugendliche
2.1 Information und Sozialisation
2.1.1 Konstruktion der Außenwelt
2.1.2 Konstruktion der eigenen Lebenswelt
2.2 Soziale Funktionen
2.2.1 Parasoziale Interaktion
2.2.2 Sozialer Vergleich
2.3 Unterhaltung
2.3.1 Kommunikatives Vergnügen
2.3.2 Sensation-Seeking
2.3.3 Eskapismus
2.4 Situative Funktionen: Entspannung und Mood Management
2.5 Zwischenfazit
3 Determinanten jugendlicher Fernsehrezeption
3.1 Medienkompetenz
3.2 Involvement
3.3 Lebensweltliche Faktoren
3.4 Soziodemographische Daten
3.4.1 Alter
3.4.2 Geschlecht
3.4.3 Bildung
3.5 Zwischenfazit
4 Modellannahmen und Operationalisierung
4.1 Beschreibung des Modells
4.2 Hypothesen
4.2.1 Medienkompetenz und Funktionen des Fernsehens
4.2.2 Involvement und Funktionen des Fernsehens
4.2.3 Lebensweltliche Faktoren und Funktionen des Fernsehens
4.2.4 Demographie und Funktionen des Fernsehens
4.2.5 Funktionen des Fernsehens und Bedeutung des Fernsehens
4.3 Operationalisierung
4.3.1 Medienkompetenz
4.3.2 Involvement
4.3.3 Lebensweltliche Faktoren
4.3.4 Soziodemographische Daten
4.3.5 Funktionen des Fernsehens
4.3.6 Bedeutung des Fernsehens
5 Entwurf eines Untersuchungsdesigns
5.1 Vorstudie
5.1.1 Untersuchungsschritte
5.1.2 Ergebnisse
5.1.3 Entwurf einer Typologie
5.1.4 Zusammenfassung
5.2 Konstruktion des Fragebogens
5.3 Pretest
5.4 Abschließender Entwurf eines Untersuchungsdesigns
5.4.1 Beschreibung einer möglichen Stichprobe
5.4.2 Vorgehen bei der Auswertung – eine Empfehlung
6 Fazit
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den Funktionen des Fernsehens und dessen Bedeutung für Jugendliche in ihrer konkreten Lebenssituation. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, welchen Stellenwert das Fernsehen im Freizeitkontext einnimmt und ob ein Funktionswandel zugunsten neuer Medien stattfindet.
1.1.1 Ursprünge der Forschung
Doch was macht einen Stil zu einem Stil der Jugendkultur bzw. Jugendsubkultur oder gar zur jugendlichen Gegenkultur? Der Begriff „Jugendsubkultur“ wurde geprägt von den Forschern des „Center of Contemporary Cultural Studies“ (CCCS) als eine Bezeichnung für kulturell produktive und widerständige Arbeiterjugendliche, während der Begriff „Jugendkultur“ für mehrheitsfähige Massenkultur unter Jugendlichen und die Bezeichnung „jugendliche Gegenkultur“ für kulturelle Protestbewegungen bürgerlicher Jugend steht (vgl. Willis 1979, 1981; Clarke/Honneth 1979; Hebdige 1991).
Durch die Arbeiten in der Tradition der „Cultural Studies“ kam es zu einer Neueinschätzung des Medienkonsums, des Weiteren betonen neuere Studien die Produktivität und Kreativität der Medienaneignung von Jugendlichen. Die Studie „Common Culture“ (vgl. Willis 1991), die 1987/88 im Auftrag der Gulbenkian-Stiftung durchgeführt wurde, wird in diesem Zusammenhang in der neueren Forschungsliteratur häufig herangezogen (z.B. Baacke/Frank/Radde 1991; Barthelmes/Sander 2000; Kutschera 2001). Die vor allem qualitativen Arbeiten beziehen sich weniger auf die Forschungsergebnisse von Paul Willis, sondern vielmehr auf seine theoretischen Schlussfolgerungen. So spricht Willis vor allem der jugendlichen Subkultur, verkörpert durch Arbeiterjugendliche der mittelständischen englischen Kleinstadt Wolverhampten, eine symbolische Kreativität in ihrer Lebensgestaltung zu: „there is a vibrant symbolic life and symbolic creativity in everyday life, everyday activity and expression – even if it is sometimes invisible, locked down or spurned“ (1990: 1). Mit symbolischer Kreativität meint Willis den Umgang mit kulturellen Produkten und die Gestaltung der Lebens- und Alltagswelt. Diese Überlegungen sind für die Jugendforschung deshalb so folgenreich, weil sie Jugendliche nicht mehr nur als Konsumenten, sondern auch als Produzenten kultureller Objekte darstellen. Jedoch scheint nicht mehr trennbar, ob eine kulturelle Stilrichtung durch die Jugendlichen selbst generiert wird oder ob diese medial erzeugt wurde. Der subkulturelle Charakter jugendlicher Stilbildung wird deshalb mehr und mehr in Frage gestellt. Das Subkulturkonzept, wie es von den Anhängern der „Cultural Studies“ vertreten wird, gilt in der aktuellen Diskussion der Jugendforschung als überholt (z.B. Vollbrecht 1995; Baacke 1993; Ferchhoff 1990). Grundlage der Neuorientierung sind Debatten um eine durchgreifende Individualisierung der Gesellschaft (vgl. Beck 1986) und die zunehmende Dominanz von Lebensstil-Milieus anstelle von Schicht- und Klassenkulturen, die Jugendforscher auf das Konzept der Jugendkultur zurückgreifen lassen (vgl. Silbereisen/Vaskovics/Zinnecker 1996: 58).
1 Jugendkultur und Jugendmedienkultur – eine Übersicht: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Forschungsstand zur Jugendkultur und die Rolle von Medien im jugendlichen Freizeitalltag.
2 Funktionen des Fernsehens für Jugendliche: Hier werden theoretische Ansätze diskutiert, welche Funktionen das Fernsehen für Jugendliche erfüllt, darunter Information, soziale Integration und Unterhaltung.
3 Determinanten jugendlicher Fernsehrezeption: Das Kapitel definiert Einflussfaktoren wie Medienkompetenz, Involvement und lebensweltliche Bedingungen, die das Fernsehverhalten von Jugendlichen prägen.
4 Modellannahmen und Operationalisierung: Es wird ein theoretisches Modell entwickelt und operationalisiert, um die Zusammenhänge zwischen Funktionen und Bedeutung des Fernsehens empirisch untersuchbar zu machen.
5 Entwurf eines Untersuchungsdesigns: Dieses Kapitel beschreibt die methodische Vorgehensweise, inklusive einer explorativen Vorstudie und der Konstruktion eines standardisierten Fragebogens.
6 Fazit: Das Fazit rekapituliert die theoretischen Annahmen und die Ergebnisse der explorativen Studien und diskutiert die Perspektiven der weiteren Forschung.
Jugendliche, Fernsehen, Mediennutzung, Medienkompetenz, Involvement, Lebenswelt, Freizeitverhalten, Sozialisation, Unterhaltung, Sensation-Seeking, Eskapismus, Parasoziale Interaktion, Jugendkultur, Forschungsdesign, Medienwirkung.
Die Magisterarbeit untersucht die Funktionen, die das Fernsehen in der Lebenswelt von Jugendlichen erfüllt, und wie diese Funktionen den Stellenwert des Mediums in ihrer Freizeit bestimmen.
Die zentralen Felder sind die Jugendmedienforschung, die Rezeptionsforschung sowie die Analyse von jugendlichen Lebenswelten und deren Einfluss auf das Mediennutzungsverhalten.
Das Ziel ist es, ein theoretisches Modell zu entwickeln, das erklärt, welche Faktoren (wie Medienkompetenz oder Involvement) das Fernsehverhalten beeinflussen und wie daraus eine Typologie jugendlicher Fernsehnutzung abgeleitet werden kann.
Die Arbeit nutzt ein Mehrmethodendesign, das einen theoretischen Teil mit einer explorativen Vorstudie (teilstandardisierter Lückentext) verbindet, um die Grundlagen für eine anschließende quantitative Befragung zu schaffen.
Im Hauptteil werden theoretische Konzepte der Fernsehfunktionen, Einflussfaktoren wie Medienkompetenz und Involvement sowie die methodische Vorbereitung des Untersuchungsdesigns ausführlich dargelegt.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Medienkompetenz, Involvement, Jugendmedienkultur, lebensweltliche Faktoren und die Funktionen des Fernsehens wie Eskapismus oder parasoziale Interaktion.
Laut der Arbeit verfügen Gymnasiasten oft über ein höheres kritisches Bewusstsein und nutzen Medien zielgerichteter, während bei Hauptschülern teilweise eine höhere Nutzungsintensität und ein unreflektierterer Konsum beobachtet werden kann.
Dieser Begriff spiegelt wider, dass Jugendliche das Fernsehen oft als Geräuschkulisse nutzen, während sie sich parallel mit anderen Aktivitäten beschäftigen, was auf eine sinkende Konzentration und Funktionalität hindeutet.
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