Examensarbeit, 2004
79 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Aufbau der Arbeit
2. Koedukation – Diskriminierung im Klassenzimmer?
2.1 Koedukation, Monoedukation, Reflexive Koedukation?
2.2 Forschungsergebnisse zur Monoedukation
2.2.1 Monoedukation und Einstellung
2.2.2 Monoedukation und Leistungsdifferenzen
2.3 Gender Mainstreaming
2.3.1 Begriffsklärung
2.3.2 Bedeutung für die Schule
2.4 Fazit
3. Sozialisation und Geschlechtsstereotype
3.1 Sozialisation von Mädchen und Jungen
3.1.1 Hinführung
3.1.2 Sozialisationsbedingte Probleme bei Jungen
3.1.3 Sozialisationsbedingte Probleme bei Mädchen
3.2 Inhalte und Ursprünge von Geschlechtsstereotypen
4. Die Rolle der PädagogInnen – Probleme und Lösungsansätze
4.1 Interaktionsverhalten von LehrerInnen
4.2 Supervision bezogen auf das Geschlechterverhältnis
4.3 Fazit
5. Berufsorientierung und Lebensplanung von SchülerInnen
5.1 Vorstellungen über Berufs- und Familienplanung
5.2 Exkurs – Der mehrdimensionale Mann
5.3 Genderbewusste Berufs- und Lebensorientierung
5.3.1 Schulische Möglichkeiten
5.3.2 Der Haushalts- bzw. Werkstattpass
5.3.3 Konkrete Berufsvorbereitung
5.3.4 Elternarbeit im Kontext der Berufsorientierung
6. Mädchenstunden – Jungenstunden
6.1 Begründung partieller Monoedukation
6.2 Jungenstunden
6.3 Mädchenstunden
6.4 Fazit
7. Neuerungen im Bildungsplan 2004 für die Hauptschule
7.1 Hinführung
7.2 Der allgemeine Teil
7.3 Die Inhalte der neuen Fächerverbünde
7.4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik von Geschlechtsstereotypen und Rollenzuschreibungen im schulischen Alltag und analysiert, inwieweit koedukativer Unterricht zur Gleichberechtigung beiträgt. Ziel ist es, Erklärungsansätze für bestehende Probleme zu identifizieren und pädagogische Lösungsansätze sowie schulpraktische Strategien für eine geschlechtergerechte Pädagogik aufzuzeigen.
1.1 Problemstellung
Wenn man sich heute mit „modernen“ jungen Frauen und Männern unterhält oder ihr Verhalten beobachtet, wird schnell klar, dass Geschlechtsstereotypen und Rollenzuschreibungen ein Teil des Alltags sind. Egal ob in Sachen Berufswahl, Studienfächer und Arbeitsteilung im Familienleben – die Rollen sind nach wie vor relativ traditionell verteilt und werden auch selten hinterfragt oder angezweifelt. Auch wenn Frauen immer emanzipierter zu werden scheinen, allmählich in Männerdomänen vordringen, Karrieren anstreben und auch Machtpositionen erlangen, kommen sie spätestens beim Thema Familienplanung in Gewissenskonflikte. Oft stehen sie dann vor der Entscheidung entweder Beruf oder Familie.
Im Gegensatz dazu scheinen die Männer nicht in „Frauendomänen“ vordringen zu wollen, weil es offensichtlich keine Vorteile für sie bringen würde. Gleichberechtigung und die Annäherung der Geschlechter findet also nur formal und einseitig statt und ist hauptsächlich für die Frauen mit Mehraufwand verbunden. Aber sowohl für die Männer, die ihre Position im Berufsleben verteidigen müssen, oder jene die aus traditionellen Mustern ausbrechen wollen, ist es ein steiniger Weg. Die Karrierefrau, die ihre Kinder früh in einen Kinderhort oder zur Tagesmutter gibt, um weiter ihrem Beruf nachgehen zu können, findet genauso wenig gesellschaftliche Akzeptanz wie der Hausmann der sich gegen den Beruf entscheidet, um bei seinen Kindern zu sein.
Diese Frauen und Männer von heute waren Mädchen und Jungen, die an Schulen mit koedukativem Unterricht einen großen Teil ihrer Kindheit und Jugend verbrachten. Ihre Geschlechtersozialisation fand nicht nur im Elternhaus sondern an eben diesen Schulen statt. Man muss sich also fragen, ob die Koedukation das leistet, was man sich bei ihrer Einführung in den 60er Jahren von ihr versprach. Diese Frage wurde nicht erst mit der aktuellen Koeduaktionsdebatte der letzten Jahre verneint, sondern stand im Mittelpunkt etlicher Untersuchungen und Überlegungen der letzten zwei Jahrzehnte.
1. Einleitung: Beleuchtet die anhaltende Relevanz von Geschlechtsrollen im Alltag und hinterfragt den Beitrag der Koedukation zur tatsächlichen Gleichberechtigung.
2. Koedukation – Diskriminierung im Klassenzimmer?: Diskutiert Konzepte der reflexiven Koedukation sowie Ansätze des Gender Mainstreamings und deren Bedeutung für den Schulalltag.
3. Sozialisation und Geschlechtsstereotype: Untersucht die geschlechtsspezifischen Sozialisationsprozesse von Mädchen und Jungen sowie die Entstehung und Wirkung von Geschlechtsstereotypen.
4. Die Rolle der PädagogInnen – Probleme und Lösungsansätze: Analysiert das Interaktionsverhalten von Lehrkräften und zeigt Möglichkeiten der Supervision zur Reflexion geschlechtergerechten Handelns auf.
5. Berufsorientierung und Lebensplanung von SchülerInnen: Behandelt geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Berufs- und Lebensplanung sowie schulische Möglichkeiten zur Förderung, inklusive Praxisbeispielen wie dem Haushaltspass.
6. Mädchenstunden – Jungenstunden: Erläutert die Begründung für partielle Monoedukation und stellt konkrete Ansätze und Projekte für die Arbeit mit Jungen und Mädchen in der Schule vor.
7. Neuerungen im Bildungsplan 2004 für die Hauptschule: Überprüft den aktuellen Bildungsplan auf Ansätze reflexiver Koedukation und die Integration geschlechtergerechter Inhalte in den Fächerverbünden.
Geschlechtergerechte Pädagogik, Koedukation, Monoedukation, Sozialisation, Geschlechtsstereotype, Gender Mainstreaming, Berufsorientierung, Supervision, Lehrerrolle, Bildungsplan, Rollenzuschreibungen, Schulentwicklung, Mädchenarbeit, Jungenarbeit, Chancengleichheit.
Die Arbeit untersucht, warum trotz formaler Gleichberechtigung traditionelle Rollenbilder und Geschlechtsstereotype im schulischen Alltag fortbestehen und wie eine geschlechtergerechte Pädagogik diese Disparitäten abbauen kann.
Die Arbeit deckt die Bereiche Koedukationsdebatte, Sozialisation von Kindern, Lehrerverhalten, Berufsorientierung und die Integration der Gender-Thematik in den Bildungsplan ab.
Das Ziel ist es, Erklärungen für die Defizite der bisherigen Koedukation zu finden und Konzepte (wie reflexive Koedukation oder Jungen-/Mädchenstunden) auf ihre Wirksamkeit hin zu prüfen, um Schule als Ort der Chancengleichheit zu gestalten.
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse sowie der Auswertung von Studien und Modellversuchen, kombiniert mit einer Analyse aktueller bildungspolitischer Vorgaben (Bildungsplan 2004).
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Sozialisation, Geschlechtsstereotype), didaktische Reflexionen (Lehrerrolle, Supervision) und konkrete Umsetzungsmöglichkeiten in Form von Unterrichtsprojekten und Berufsorientierungskonzepten.
Zu den zentralen Begriffen gehören Geschlechtergerechte Pädagogik, Koedukation, Monoedukation, Sozialisation, Gender Mainstreaming und Berufsorientierung.
Partielle Monoedukation wird als zeitweise getrennter Unterricht verstanden, der Mädchen und Jungen geschützte Räume bietet, um Kompetenzen zu entwickeln, die im gemischten Unterricht aufgrund von Stereotypen oder Rollendruck oft gehemmt werden.
Supervision ist notwendig, um die tief sitzenden eigenen Geschlechtervorstellungen und unbewussten Verhaltensmuster der Lehrkräfte emotional zu reflektieren, da rein theoretisches Wissen oft nicht ausreicht, um diese subtilen Prozesse im Unterricht zu verändern.
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