Bachelorarbeit, 2018
41 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Definitionen von wesentlichen Begriffen
2.1 Marktäquivalenzeinkommen
2.2 Nettoäquivalenzeinkommen
2.3 Dezilanteile
2.4 Gini-Koeffizient
2.5 Mean Logarithmic Deviation (MLD) / Theil 0-Koeffizient, Theil 1-Koeffizient
2.6 Das Sozio-oekonomisches Panel (SOEP) und die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS)
3 Einkommensverteilung in Deutschland von 1991 bis 2014 nach SOEP-Daten und aktuelle Daten des Mikrozensus
3.1 Kurzer Überblick über die Verteilung der Nettoäquivalenzeinkommen von 1991 bis 2014 anhand von SOEP-Daten
3.2 Der Verlauf der Verteilung des Nettoäquivalenzeinkommens von 1991 bis 1999 nach SOEP-Daten
3.3 Der Verlauf der Verteilung des Nettoäquivalenzeinkommens von 1999 bis 2005 nach SOEP-Daten
3.4 Der Verlauf der Verteilung des Nettoäquivalenzeinkommens von 2005 bis 2011 nach SOEP-Daten
3.5 Der Verlauf der Verteilung des Nettoäquivalenzeinkommens von 2011 bis 2016 unter Hinzunahme des Mikrozensus als Datenquelle
3.6 Gründe für die Veränderungen in der Verteilung bei den Nettoäquivalenzeinkommen im Betrachtungszeitraum
3.6.1 Veränderungen in der Haushaltsstruktur
3.6.2 Veränderungen weiterer Haushaltscharaktaristika
3.6.3 Veränderungen in den Beschäftigungszuständen der Haushalte
3.6.4 Anstieg der Ungleichheit bei der Verteilung der Erwerbseinkommen
3.6.5 Veränderungen bei staatlichen Transferzahlungen und im Steuersystem
3.6.6 Veränderungen im Bereich der Kapitaleinkünfte
4 Die Vermögensverteilung in der Bundesrepublik Deutschland
4.1 Die Vermögensverteilung von 1993 bis 2013
4.1.1 Die Entwicklung von 1993 bis 1998 nach EVS-Daten
4.1.2 Die Entwicklung von 1998 bis 2003 nach EVS-Daten
4.1.3 Die Entwicklung von 2003 bis 2013 nach EVS-Daten
4.2 Der Zusammenhang zwischen der Einkommens- und Vermögensverteilung
5 Schluss
Die Arbeit untersucht die Entwicklung der Einkommens- und Vermögensverteilung in der Bundesrepublik Deutschland im Zeitraum von 1991 bis 2016. Dabei wird analysiert, inwieweit reale Verschiebungen stattgefunden haben, welche Faktoren – wie Haushaltsstruktur, Arbeitsmarkt, Steuersystem oder Bildung – diese Entwicklungen erklären können, und ob sich das in der Öffentlichkeit wahrgenommene Gefühl einer zunehmenden sozialen Ungerechtigkeit in den Daten widerspiegelt.
3.6.1 Veränderungen in der Haushaltsstruktur
Bei diesem Faktor werden vor allem die Veränderungen in der Haushaltsgröße und bei Altersstruktureffekten betrachtet. In Deutschland lässt sich seit 1991 eine Verringerung der Haushaltsgröße feststellen. Während im Jahr 1991 die durchschnittliche Haushaltsgröße noch 2,27 Personen betrug, waren es 2005 noch 2,11 und 2016 sogar nur noch 2,01. Die Single-Haushalte und 2-Personen-Haushalte haben im Zeitraum von 1991 bis 2016 deutlich zugenommen, während die Zahl der Mehrpersonenhaushalte ab 3 Personen geringer wurde. Dies ist durch ein höheres Scheidungsrisiko und eine geringere Heiratsquote bei den Singlehaushalten und durch eine größere Zahl an kinderlosen Paaren bzw. einer wachsenden Anzahl von älteren Ehepaaren bei den Zweipersonenhaushalten zu erklären. Insgesamt stieg der Altersdurchschnitt von 1991 bis 2016 an. Die Anzahl der Personen ab 60 nahm seit 1991 stetig zu, während der Anteil an unter 20-jährigen, ebenso wie der Anteil der Menschen von 20 bis 40 Jahren in diesem Zeitraum immer weiter zurückging.
Veränderungen in der Haushaltsstruktur können einerseits Auswirkungen haben, die zu einer gleicheren Verteilung der Einkommen führen, aber andererseits auch die Ungleichheit erhöhen. Grundsätzlich sind bei größeren Haushalten Wohlfahrtsgewinne wahrscheinlich, da die Kosten auf mehrere Schultern verteilt werden können. Dies wird auch durch die Äquivalenzgewichtung bei den Haushalten nach der OECD-Skala deutlich. Somit ist bei einem Wachstum von kleineren Haushalten tendenziell eher von einer ungleicheren Einkommensverteilung auszugehen. Von großer Bedeutung ist in diesen Zusammenhang auch, ob die betroffenen Haushalte, die insgesamt an Gewicht zunehmen, eher unterdurchschnittlich oder überdurchschnittlich verdienen. Denn ein Rückgang von überdurchschnittlich verdienenden Haushalten würde zu einer gleicheren Einkommensverteilung führen, während z.B. ein Anstieg von unterdurchschnittlich verdienenden Haushalten einen gegenteiligen Effekt hat.
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Wahrnehmung sozialer Ungleichheit in Deutschland und setzt das Ziel der Arbeit, diese subjektive Einschätzung durch eine objektive Analyse der Einkommens- und Vermögensdaten seit 1991 zu überprüfen.
2 Definitionen von wesentlichen Begriffen: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen, einschließlich der Definitionen von Äquivalenzeinkommen, Verteilungsmaßen wie dem Gini-Koeffizienten sowie der verwendeten Datenquellen SOEP und EVS.
3 Einkommensverteilung in Deutschland von 1991 bis 2014 nach SOEP-Daten und aktuelle Daten des Mikrozensus: Das Kapitel liefert eine detaillierte zeitliche Analyse der Einkommensentwicklung, identifiziert Phasen der zunehmenden Ungleichheit und untersucht Ursachen wie Haushaltsstruktur, Arbeitsmarktdynamiken und staatliche Transferzahlungen.
4 Die Vermögensverteilung in der Bundesrepublik Deutschland: Hier wird die Entwicklung der Vermögensungleichheit anhand der EVS-Daten untersucht, Unterschiede zwischen West- und Ostdeutschland analysiert sowie der Zusammenhang zwischen Einkommen und Vermögensbildung beleuchtet.
5 Schluss: Das Schlusskapitel fasst die zentralen Ergebnisse zusammen, relativiert die in der Öffentlichkeit wahrgenommene Ungleichheit gegenüber den tatsächlichen statistischen Entwicklungen und diskutiert politische Implikationen.
Einkommensverteilung, Vermögensverteilung, Nettoäquivalenzeinkommen, Gini-Koeffizient, SOEP, EVS, soziale Ungleichheit, Haushaltsstruktur, Arbeitsmarkt, Tarifbindung, Niedriglohnsektor, Steuerpolitik, Transferzahlungen, Deutschland, Mikroökonomie.
Die Arbeit analysiert die tatsächliche Entwicklung der Einkommens- und Vermögensverteilung in Deutschland zwischen 1991 und 2016, um diese mit dem in der Bevölkerung weit verbreiteten Gefühl einer zunehmenden sozialen Ungerechtigkeit abzugleichen.
Die zentralen Themenfelder umfassen die statistische Auswertung von Nettoäquivalenzeinkommen und Nettovermögen, die Analyse von Verteilungsmaßen, der Einfluss demografischer Veränderungen sowie die Auswirkungen staatlicher Eingriffe durch das Steuer- und Transfersystem.
Das primäre Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit Verschiebungen in der Einkommens- und Vermögensstruktur tatsächlich stattgefunden haben und welche sozioökonomischen Faktoren diese Veränderungen im betrachteten Zeitraum maßgeblich erklären können.
Die Arbeit basiert auf einer quantitativen Analyse sekundärstatistischer Daten. Es werden Kennzahlen wie der Gini-Koeffizient, Dezilanteile und der Mean Logarithmic Deviation (MLD) zur Messung der Ungleichverteilung angewandt, die auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP), der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) sowie des Mikrozensus beruhen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte chronologische Untersuchung der Einkommensentwicklung (1991–2016), eine Analyse der Ursachen für diese Veränderungen (z. B. Demografie, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik) und eine separate Analyse der Vermögensverteilung sowie deren Zusammenhang mit dem Einkommen.
Zu den wichtigsten Schlüsselwörtern zählen Einkommensverteilung, Vermögensverteilung, Gini-Koeffizient, soziale Ungleichheit, SOEP, EVS, Haushaltsstruktur, Arbeitsmarktfaktoren und staatliche Umverteilung.
Die Arbeit zeigt, dass die Zunahme kleinerer Haushalte (Single- und Zweipersonenhaushalte) seit 1991 langfristig zu einer erhöhten internen Ungleichheit beitragen kann, da diese Haushaltstypen über eine höhere Varianz in ihren Einkommen verfügen als größere Einheiten.
Die Arbeit stellt fest, dass die Vermögensdiskrepanz zwischen Ost- und Westdeutschland maßgeblich auf die unterschiedlichen Ausgangsbedingungen durch den Kommunismus, das Fehlen von Privateigentum an Immobilien in der DDR und die spezifische Währungsumstellung bei der Wiedervereinigung zurückzuführen ist.
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