Diplomarbeit, 2014
114 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
I Theoretischer Rahmen
2. Zentralen Begriffe
2.1 Kindertageseinrichtung
2.2 Betreuung
2.3 Bildung
2.3.1 Formelle Bildung
2.3.2 Informelle Bildung
2.3.3 Non-formelle Bildung
2.4 Erziehung
3. Die Geschichte des (Wald)-Kindergartens
3.1 Die Erfindung des Kindergartens
3.2 Die Bildungsdiskussion 1960/1970
3.3 Der Situationsansatz
3.4 Der Waldkindergarten
4. Frühkindliche Bildung heute
4.1 Bildungspläne in Kindertageseinrichtungen
4.2 Bildungskonzepte
4.2.1 Selbstbildung
4.2.2 Ko-Konstruktion
4.3 Bildungsprozesse im Spiel
4.4 Bildungsraum
5. Zwischenfazit und Entwicklung der Forschungsfrage
II Empirie und Forschungszugang
6. Darlegung und Begründung der Methodenwahl
6.1 Rahmenkonzept: Die Grounded Theory Methodologie
6.1.1 Untersuchungskonzept: Deskriptive Feldforschung
6.1.2 Erhebungsverfahren: Die Teilnehmende Beobachtung
6.1.3 Aufbereitungs- und Auswertungsverfahren: Kodes und Kategoriensysteme
6.2 Spezifikation der Fragestellung
III Darstellung und Diskussion der Ergebnisse
7. Aufbau der Ergebnisdarstellung
7.1 Erläuterung des theoretischen Modells
7.2 Darstellung und Diskussion der Kategorien
7.2.1 Bewegung
7.2.2 Wahrnehmung
7.2.3 Sprache
7.2.4 Gemeinschaft und soziales Verhalten
7.2.5 Fantasie und Kreativität
7.2.6 Naturerfahrung und Ökologie
7.2.7 Mathematik und Naturwissenschaft
8. Fazit und Weiterführende Gedanken
Die Arbeit untersucht, inwiefern der staatliche Bildungsauftrag in einem Waldkindergarten umgesetzt wird und welche Rolle dabei informelle Bildungsprozesse sowie das natürliche Umfeld spielen. Im Fokus steht die explorative Analyse der Alltagspraxis, um zu verstehen, wie Kinder durch Selbstbildung und Ko-Konstruktion in naturnahen Räumen lernen.
3.1 Die Erfindung des Kindergartens
Vereinzelt gab es Einrichtungen der außerfamiliären Betreuung für Kinder schon vor 1770, in Form von kirchlichen Kleinkindschulen. Selbst im Mittelalter wurde mitunter protokolliert, dass mehrere Kinder beim Spielen von Frauen beaufsichtigt wurden (vgl. Schäfer, 1987, S. 29). Um 1800, als die Industrialisierung einsetzte und das traditionelle Gesellschaftsgefüge erschütterte und die meisten Lebensbereiche von Grund auf umformte, stieg als Konsequenz die Nachfrage nach öffentlichen Einrichtungen der Kleinkindbetreuung. Durch den Wirtschaftswandel änderte sich auch die Lebensweise. Aus einer landwirtschaftlich basierten Lebensweise, in welcher Haus und Arbeit eine Einheit bildeten, wurde eine industriell orientierte Lebensweise (vgl. ebd., S. 47). Dabei kam es zur Verstädterung und zur Trennung von Wohnen und Arbeiten. Zur Zeit der deutschen industriellen Revolution (ca. 1830 - 1870) wurden die ersten als „Kleinkindbewahranstalten“ bezeichneten Einrichtungen gegründet (vgl. Wehrmann, 2004, S. 136). Dies war vor allem zurück zu führen auf die für die Familie überlebensnotwendige Erwerbstätigkeit beider Elternteile, vor allem in sozial niedrig gestellten Schichten (vgl. Schäfer, 1987, S. 47). Die Einrichtungen hatten die Funktion der Betreuung im Sinne von Bewahrung und Versorgung der Kinder, als auch jene der Entlastung der Eltern (vgl. Hocke, 2007, S. 35). Doch auch ökonomische Faktoren spielten in das Entstehen dieser Bewahranstalten mit hinein. Denn die Zahl und der Gesundheitszustand der nachwachsenden Arbeitergeneration verringerten sich, bedingt durch die Frauen- und Kinderarbeit, so war die Reproduktion von Arbeitskraft gefährdet (vgl. Aden-Grossmann, 2011, S. 16). Der Ausbau der Kinderbewahranstalten und die damit einhergehende Verbesserung der Gesundheit, sowie Steigerung der Überlebenschancen hatten demnach wirtschaftliche und politische Gründe (vgl. Dammann, 1987, S. 21).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Wandel und dessen Auswirkungen auf den Lebensraum von Kindern, führt in das Konzept des Waldkindergartens ein und formuliert die Forschungsfrage zur Umsetzung des Bildungsauftrags.
2. Zentralen Begriffe: In diesem Kapitel werden die sozialpädagogischen Kernbegriffe Betreuung, Bildung (in ihren drei Ausprägungen) und Erziehung theoretisch definiert und in den Kontext von Kindertageseinrichtungen gestellt.
3. Die Geschichte des (Wald)-Kindergartens: Das Kapitel bietet einen historischen Exkurs über die Entstehung institutioneller Kinderbetreuung, den Situationsansatz und die spezifische Entwicklung der Waldkindergarten-Idee.
4. Frühkindliche Bildung heute: Hier wird die aktuelle Bildungsdiskussion (u.a. PISA-Kontext) und der Stellenwert von Bildungsplänen sowie moderne Bildungskonzepte wie Selbstbildung und Ko-Konstruktion erörtert.
5. Zwischenfazit und Entwicklung der Forschungsfrage: Dieses Kapitel synthetisiert die theoretischen Erkenntnisse und leitet daraus die Notwendigkeit und Ausrichtung der ethnographischen Untersuchung ab.
6. Darlegung und Begründung der Methodenwahl: Es wird der methodische Zugang über die Grounded Theory Methodologie sowie die deskriptive Feldforschung mittels teilnehmender Beobachtung begründet und das spezifische Vorgehen erläutert.
7. Aufbau der Ergebnisdarstellung: Dieses Kapitel liefert das theoretische Modell basierend auf den erhobenen Daten und diskutiert die Kategorien (Bewegung, Wahrnehmung, Sprache, etc.) unter Rückbezug auf die Bildungsaufträge.
8. Fazit und Weiterführende Gedanken: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Studie zusammen und bestätigt, dass der Waldkindergarten den staatlichen Bildungsauftrag durch seinen spezifischen Alltag in der Natur erfüllt.
Waldkindergarten, Frühkindliche Bildung, Ethnographische Analyse, Grounded Theory, Bildungsauftrag, Selbstbildung, Ko-Konstruktion, Kindertageseinrichtung, Teilnehmende Beobachtung, Spielpädagogik, Naturerfahrung, Bildungsraum, Sozialpädagogik, Situationsansatz, Lernprozesse.
Die Diplomarbeit untersucht ethnographisch, wie der staatliche Bildungsauftrag in einer Waldgruppe einer Kindertagesstätte in der Praxis umgesetzt wird.
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse frühkindlicher Bildungsprozesse, dem Konzept des Waldkindergartens, dem Zusammenspiel von Betreuung, Erziehung und Bildung sowie der Rolle der natürlichen Umgebung.
Das Ziel ist es, in Erfahrung zu bringen, was in einem Waldkindergarten tatsächlich passiert und ob und wie dort Bildung und der gesetzliche Bildungsauftrag eine Rolle spielen.
Die Autorin nutzt die Grounded Theory Methodologie im Rahmen einer qualitativen, deskriptiven Feldforschung, basierend auf der Methode der teilnehmenden Beobachtung.
Der Hauptteil gliedert sich in einen umfassenden theoretischen Rahmen zu Bildungskonzepten und eine empirische Analyse, in der das Handeln im Waldkindergarten anhand von Kategorien wie Bewegung, Sprache und Wahrnehmung diskursiv aufgearbeitet wird.
Wichtige Begriffe sind Waldkindergarten, Bildungsauftrag, Selbstbildung, Ko-Konstruktion und qualitative Sozialforschung.
Der Waldkindergarten wird als Gegenpol zur "Verhäuslichung der Kindheit" und Mediatisierung betrachtet, wobei die Arbeit analysiert, wie diese Umgebung als natürlicher Erfahrungs- und Bildungsraum fungiert.
Die Erzieherinnen fungieren als Begleiterinnen, Vorbilder und Stabilitätsgaranten, die Lernsituationen nicht durch starre Curricula vorgeben, sondern durch die Ko-Konstruktion das Selbstbildungspotential der Kinder unterstützen.
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