Masterarbeit, 2017
68 Seiten, Note: 1,8
I. Einleitung
II. Pablo Neruda (1904 – 1973): Eine kurze Biografie
II.I. Das Nerudianische
II.II. Der nerudianische Kosmos: die verschiedenen Schaffensphasen
III. Leidenschaft und Einsamkeit in: Veinte Poemas de Amor y una Canción desesperada
III.I. Der Aufbau
III.II. Der Stil
III.III Zentrale Thematik
III.IV Analyse
[Poema I]
[Poema XX]
[La canción desesperada]
III.V Zusammenfassung
IV. Liebe und Politik in: Los Versos del Capitán
IV.I Aufbau und Struktur
IV.II Darstellung der Thematik
IV.III Analyse
[El amor – Motionen und Emotionen der Liebesbeziehung]
[Las furias - jähes Ende der Liebesidylle?]
[Die Politisierung Nerudas]
[La carta en el camino – despedida sin desesperación]
IV.IV Zusammenfassung
V. Rückkehr zu einer poesía pura: Cien Sonetos de Amor
V.I Arrangement und thematischer Schwerpunkt
V.II Analyse
[Die Fusion von Natur und Geliebter]
[soledad y abandono]
[Die Liebe und der Tod]
V.III Resümee
VI. Schlussbemerkung
Die vorliegende Masterarbeit verfolgt das Ziel, den Facettenreichtum der Liebe im lyrischen Werk Pablo Nerudas aufzuzeigen. Dabei wird anhand einer intratextuellen Analyse dreier zentraler Gedichtbände untersucht, wie sich Konzeptionen von Leidenschaft, Ästhetik und der Bezug zur chilenischen Heimat in unterschiedlichen Lebensphasen des Dichters wandeln und weiterentwickeln.
[Poema I]
Cuerpo de mujer, blancas colinas, muslos blancos, te pareces al mundo en tu actitud de entrega. Mi cuerpo de labriego salvaje te socava y hace saltar el hijo del fondo de la tierra.
Fui solo como un túnel. De mí huían los pájaros y en mí la noche entraba su invasión poderosa. Para sobrevivirme te forjé como un arma, como una flecha en mi arco, como una piedra en mi honda.
Pero cae la hora de la venganza, y te amo. Cuerpo de piel, de musgo, de leche ávida y firme. Ah los vasos del pecho! Ah los ojos de ausencia! Ah las rosas del pubis! Ah tu voz lenta y triste!
Cuerpo de mujer mía, persistiré en tu gracia. Mi sed, mi ansia sin límite, mi camino indeciso! Oscuros cauces donde la sed eterna sigue, y la fatiga sigue, y el dolor infinito.
I. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung Pablo Nerudas als Dichter der Liebe dar und führt in die Vergleichsanalyse seiner drei ausgewählten Werke mittels der Theorien von Barthes und Rougemont ein.
II. Pablo Neruda (1904 – 1973): Eine kurze Biografie: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Nerudas und erläutert die Entstehung seines einzigartigen, als „das Nerudianische“ klassifizierten Schreibstils.
III. Leidenschaft und Einsamkeit in: Veinte Poemas de Amor y una Canción desesperada: Das Kapitel analysiert das berühmte Jugendwerk im Hinblick auf Aufbau, Stil und Thematik sowie die zentrale Rolle von Wasser- und Naturmetaphorik bei der Darstellung von Liebeskummer.
IV. Liebe und Politik in: Los Versos del Capitán: Hier wird untersucht, wie Neruda in dieser „Liebesoase“ private Emotionen für Matilde Urrutia mit politischem Pflichtbewusstsein verknüpft und das Frauenbild hin zur Kameradin wandelt.
V. Rückkehr zu einer poesía pura: Cien Sonetos de Amor: Die Analyse zeigt die Rückwendung zum Privaten und zur klassischen Form im Spätwerk auf, in dem die Geliebte zur gottesgleichen Retterin und zur Fusion aus Natur und Identität stilisiert wird.
VI. Schlussbemerkung: Die Arbeit resümiert die Entwicklung des lyrischen Ichs vom verlassenen Jüngling zum reifen, politisch bewussten Dichter und stellt die bleibende Faszination des „Nerudianischen“ heraus.
Pablo Neruda, Liebeslyrik, Leidenschaft, Einsamkeit, Naturmetaphorik, Politische Dichtung, Matilde Urrutia, Veinte Poemas, Los Versos del Capitán, Cien Sonetos de Amor, Roland Barthes, Denis de Rougemont, Liebeskummer, Subjektivität, Erotik.
Die Arbeit untersucht die Liebesdichtung von Pablo Neruda anhand von drei zentralen Werken, um die Entwicklung seiner Konzeptionen von Leidenschaft, Ästhetik und der Verbindung zur Heimat aufzuzeigen.
Die Schwerpunkte liegen auf dem Spannungsfeld zwischen Liebe und Einsamkeit, dem Einfluss von Naturmetaphern sowie der Verschränkung von privater Lyrik mit politischem Engagement.
Ziel ist es, den Facettenreichtum der Liebe in Nerudas Werk darzulegen und aufzuzeigen, wie das lyrische Ich durch verschiedene Lebensphasen hindurch die Liebe, das Begehren und den Schmerz des Verlusts verarbeitet.
Die Arbeit nutzt eine intratextuelle Analyse und vergleicht die gewählten Werke diachron. Zur theoretischen Fundierung werden insbesondere die Liebestheorien von Roland Barthes und Denis de Rougemont herangezogen.
Der Hauptteil gliedert sich in drei Analysekapitel, die jeweils eines der Werke (Veinte Poemas, Los Versos del Capitán, Cien sonetos de amor) detailliert betrachten und durch Textstellen interpretieren.
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Pablo Neruda, Liebeslyrik, Leidenschaft, Naturmetaphorik, Politische Dichtung und Matilde Urrutia beschreiben.
Während die Geliebte im Jugendwerk primär als unerreichbares Objekt der Begierde erscheint, wandelt sie sich in den späteren Werken – insbesondere durch den Einfluss von Matilde Urrutia – zu einer gleichberechtigten Partnerin und Kameradin.
Nach Rougemonts Theorie wird die Liebe in Nerudas Werk oft als eine leidenschaftliche Liebe dargestellt, die in ihrer Intensität untrennbar mit dem Schmerz und der Endlichkeit, also dem „kleinen Tod“, verbunden ist, aber durch die Unvergänglichkeit der Liebe transzendiert wird.
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