Fachbuch, 2018
88 Seiten
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Forschungsfrage und Zielsetzung
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Theoretische Überlegungen
2.1 Definition und Abgrenzung
2.1.1 Schwarze Stätten
2.1.2 Thanatourismus
2.1.3 Dunkler Tourismus
2.2 Das dunkle Tourismusspektrum
2.2.1 Politischer Einfluss und Ideologie
2.2.2 Pädagogischer oder unterhaltender Ansatz
2.2.3 Geschichtlicher oder kultureller Hintergrund
2.2.4 Interpretation
2.2.5 Örtliche Authentizität
2.2.6 Zeitliche Komponente
2.2.7 Zweck der Einrichtung
2.2.8 Touristische Infrastruktur
2.3 Sieben dunkle Anbieter
2.3.1 Dunkle Vergnügungsattraktionen
2.3.2 Dunkle Ausstellungen
2.3.3 Dunkle Verliese
2.3.4 Dunkle Ruhestätten
2.3.5 Dunkle Schreine
2.3.6 Dunkle Konfliktzonen
2.3.7 Dunkle Stätten des Genozids
2.4 Die KZ-Gedenkstätte Dachau als Destination des dunklen Tourismus
2.4.1 Geschichte des Standorts
2.4.2 Einordnung der Stätte im dunklen Tourismus Spektrum
2.5 Reisemotive und Motivationsfaktoren
2.5.1 Schub- und Zug-Faktoren
2.5.2 Motive im dunklen Tourismus
3 Methodik
3.1 Stichprobe
3.2 Messinstrument
4 Ergebnisse
5 Interpretation
5.1 Selbstfindung
5.2 Bildung
5.3 Erinnerung und Empathie
5.4 Zweckdienlichkeit des Besuchs aufgrund der Lage
5.5 Religiöse Gründe
5.6 Neugierde
5.7 Affirmation und Bestätigung
5.8 Sonstige Gründe
5.9 Einfluss der Informationskanäle
5.10 Wirkung der Schub- und Zug-Faktoren auf die Besucher
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Reisemotive von Besuchern der KZ-Gedenkstätte Dachau, um die Forschungslücke zur Motivation im "dunklen Tourismus" zu schließen und den Einfluss von Schub- und Zug-Faktoren auf dieses Besucherverhalten zu analysieren.
1.1 Problemstellung
Lennon und Foley stellten bereits im Jahr 1999 fest: „… there has been significant growth in tourism associated with sites of death, disaster and depravity”.
Dokumentierte Erhebungen der vergangenen Jahrzehnte belegen diese These. So vermeldete das Anne-Frank-Haus in Amsterdam bereits zur Jahrtausendwende 885.000 Besucher, die durch das schwenkbare Bücherregal in das Hinterhaus gelangten, welches einst acht jüdische Flüchtlinge während des Zweiten Weltkrieges beherbergte. Im gleichen Jahr gab das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau 434.000 Touristen an, welche den Ort aufsuchten, an dem 1.500.000 Menschen während des Zweiten Weltkrieges ihr Leben verloren. Kontinuierlich konnten vermehrt Besucherrekorde dieser Destinationen verzeichnet werden. Im Jahr 2017 zählte das Anne-Frank-Haus bereits 1.266.966 Besucher. Das KZ Auschwitz-Birkenau vermeldete indes 2.100.000 Touristen. Ferner hat die Ausstellung „Körperwelten“, welche sowohl echte präparierte menschliche, als auch tierische Körper demonstriert, weltweit bereits mehr als 45.000.000 Besucher angelockt. So scheint Dachau kein Einzelfall zu sein.
Auch die Veranstalter sowie Betreiber, reagieren inzwischen auf dieses Phänomen und Aktivitäten, wie ein Spaziergang zu Reaktorblock 4 des heute stillgelegten Kernkraftwerks Tschernobyl, ein Ausflug zum National September 11 Memorial & Museum oder ein Marathonlauf durch die Straßen in Pjöngjang finden ihren Weg in die Reisekataloge.
1 Einleitung: Beschreibt die historische Relevanz des Standorts Dachau sowie das Phänomen des "dunklen Tourismus" und definiert das Ziel der Studie.
2 Theoretische Überlegungen: Bietet eine umfassende Aufarbeitung der Fachliteratur zu Definitionen, Kategorisierungen und Motiven im dunklen Tourismus.
3 Methodik: Erläutert das Forschungsdesign der quantitativen Umfrage und das verwendete Messinstrument.
4 Ergebnisse: Präsentiert die empirisch gewonnenen Daten der persönlichen Befragung von 50 Besuchern.
5 Interpretation: Analysiert die Studienergebnisse vor dem theoretischen Hintergrund der Schub- und Zug-Faktoren.
6 Fazit: Fasst die Kernergebnisse zusammen und bietet einen Ausblick für zukünftige Forschungsansätze.
Dunkler Tourismus, KZ-Gedenkstätte Dachau, Reisemotive, Schub-Faktoren, Zug-Faktoren, Holocaust, Tourismusforschung, Quantitative Umfrage, Gedenkstätte, Motivation, Authentizität, Todestourismus, Besuchsgründe, Bildungsauftrag, Nationalsozialismus
Die Arbeit untersucht die Reisemotive und die Motivation von Besuchern der KZ-Gedenkstätte Dachau im Kontext des sogenannten dunklen Tourismus.
Die Arbeit behandelt die Einordnung von Stätten des dunklen Tourismus, die theoretische Definition von Reisemotiven und die empirische Untersuchung von Besucherverhalten.
Das Ziel ist es, die Forschungsfrage zu beantworten, welchen Einfluss Schub- und Zug-Faktoren auf die Besucher der KZ-Gedenkstätte Dachau haben.
Es wird eine Mischform aus Literaturrecherche und einer quantitativen, standortbasierten Umfrage mittels halbstrukturierter Fragebögen verwendet.
Der Hauptteil gliedert sich in eine fundierte theoretische Literaturaufarbeitung und die praktische Analyse der Umfrageergebnisse zur Motivation der Besucher.
Zentrale Begriffe sind dunkler Tourismus, Reisemotive, Schub- und Zug-Faktoren sowie Gedenkstätten-Besuche.
Die Arbeit kategorisiert sie anhand von Stones Modell klar als "dunkle Stätte des Genozids", wobei der Bildungsauftrag stark im Vordergrund steht.
Das Hauptmotiv für den Besuch ist der Bildungsaspekt, gefolgt von der Zweckdienlichkeit aufgrund der räumlichen Nähe zu München.
Die Ergebnisse zeigen, dass die meisten Besucher während ihrer Schulzeit von der Gedenkstätte erfuhren, was auf eine eher passive Rolle der direkten touristischen Vermarktung hindeutet.
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