Fachbuch, 2018
48 Seiten
1 Einleitung
2 „Die Jugend“
2.1 Beschreibung des Begriffs „Jugend“
2.2 Entwicklungspsychologie des Jugendalters - Konzepte und Theorien
2.3 Sexuelle Entwicklung - Herausbildung der sexuellen Identität
3 Sozialisation
3.1 Die „geltenden“ sexuellen Orientierungen sind gesellschaftliche Konstrukte?
3.2 Soziale Herkunft - Schichtspezifische Sozialisation, Eltern und Peergroups als wichtigste Sozialisationsinstanzen
3.3 Sexuelle Sozialisation und sexuelle Erziehung
3.4 Entstehung von Orientierung, Neigung und Störung
4 Sexualität im Jugendalter
4.1 Beschreibung des Begriffs Sexualität
4.2 Jugendsexualität - Wie wird Sexualität verstanden und gelebt?
4.3 Sexualität und Neue Medien
5 Lebenswelten und Porno
5.1 Beschreibung des Begriffs Porno (-Film)
5.2 „Generation Porno“ - Sexuelle Werte und Normen im Wandel? -Einfluss und Wirkung auf die jugendliche Sexualität
5.3 Pornosozialisation und sexuelle Verwahrlosung - Habitualisierungseffekt-Hypothese
5.4 Pornografisierung und Sexualisierung der Gesellschaft, oder zugespitzte Dramaturgie?
6 Fazit - aktueller gesellschaftlicher Ausblick und medialer Diskurs
Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss von Internetpornografie auf die sexuelle Sozialisation und die Entwicklung der sexuellen Identität von männlichen Jugendlichen. Es wird der Frage nachgegangen, inwieweit der Konsum von Pornografie die Lebenswelten sowie das Verständnis von Sexualität und zwischenmenschlichen Beziehungen prägt und welche Rolle dabei soziale Faktoren wie das Elternhaus und das soziale Milieu spielen.
5.1 Beschreibung des Begriffs Porno (-Film)
„Im allgemeinen Sprachgebrauch wird die Abkürzung „Porno“ verwendet. Sie bezieht sich insbesondere auf Filme in denen sexuelle Handlungen und Abbildungen der Geschlechtsteile der Darsteller die zentralen Inhalte bilden“92 Der Begriff wird seit der Verfügbarkeit moderner Technologien zur Herstellung und der Verbreitung der Pornofilme kontrovers diskutiert. Ausgangspunkt der Diskussion war und ist Heute noch die Annahme, dass Pornofilme eine Gefahr für die Moral der Gesellschaft darstellen. Die Bewertung von Pornografie unterliegt vielfach den gängigen historisch geprägten Moralvorstellungen und somit haben auch Definitionen einen relativen Charakter. In dieser Arbeit soll Pornografie aber in keinem Fall bewertet oder definiert werden. Jedoch habe ich bereits in meiner empirischen Forschungsarbeit zu einer ähnlichen Thematik, anhand der von mir geführten Interviews mit männlichen Probanden, einen Einfluss und auch eine Wertung der Einzelnen erkennen können.93
Ein typischer Pornofilm zeigt unterschiedliche aufeinanderfolgende Szenerien, die meistens eine Dauer von ca. 5 und 30 Minuten haben. In den Filmen dargestellt werden sexuelle Praktiken wie Masturbation, vaginaler und analer Geschlechtsverkehr und Oralverkehr. Bezeichnet werden diese sexuellen Handlungen in „Pornosprache“ aber als „Arschfick“, „Deepthroat“ oder auch „Double Penetration“.94 Charakteristisch ist auch, das Sex keines besonderen Anlasses bedarf und für alle Beteiligten immer und überall Spaß macht. Meistens findet der Sex zwischen Unbekannten oder flüchtigen Bekannten statt. Außerdem spielt im „Mainstream-Porno“95 oder im „Hard Core Porno“96 das Thema Liebe keinerlei Rolle. Es geht ausdrücklich nur um die Darstellung des reinen Sexualaktes, oftmals auch nur durch die bloße Darstellung von Geschlechtsorganen. Bindungen und Eifersucht sind nicht von Belang. Es kommt zur völligen Ersetzbarkeit von Beziehungen. Es existiert selten eine Vermittlung von beidseitigen Einverständnisses oder vom sexuellen Verständnis für wichtige emotionale Prozesse. Die Frau wird in den meisten Fällen so dargestellt, als wäre sie allzeit zum Sex bereit und der Mann hingegen wird als nie ermüdender „Sex-maniac“97 propagiert.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Einfluss von Internetpornografie auf die sexuelle Entwicklung männlicher Jugendlicher vor und betont die Bedeutung des Themas in einer zunehmend sexualisierten Gesellschaft.
2 „Die Jugend“: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Jugend und beleuchtet die entwicklungspsychologischen Konzepte sowie die Herausforderungen bei der Bildung einer stabilen sexuellen Identität in dieser Lebensphase.
3 Sozialisation: Hier wird der Prozess der Sozialisation analysiert, wobei besonders die Rolle der Familie, der sozialen Herkunft und der Peergroups bei der Herausbildung sexueller Normen und Verhaltensweisen im Mittelpunkt steht.
4 Sexualität im Jugendalter: Dieses Kapitel beschreibt das heutige Verständnis von Sexualität bei Jugendlichen und untersucht, wie Medien als neue Sozialisationsinstanz den Umgang mit Sexualität beeinflussen.
5 Lebenswelten und Porno: Dieser Abschnitt widmet sich der direkten Auseinandersetzung mit Pornografie, den Habitualisierungseffekten bei Jugendlichen und der Diskussion um eine mögliche „sexuelle Verwahrlosung“ durch unkontrollierten Medienkonsum.
6 Fazit - aktueller gesellschaftlicher Ausblick und medialer Diskurs: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, reflektiert die Problematik des mangelnden Schutzes durch Erwachsene und fordert eine intensivere präventive Auseinandersetzung mit dem Thema.
Internetpornografie, Jugendsexualität, Sexuelle Sozialisation, Sexuelle Entwicklung, Identitätsbildung, Soziale Herkunft, Medienerziehung, Pornosozialisation, Habitualisierung, Medienkonsum, Sexualmoral, Sexualisierte Gesellschaft, Adoleszenz, Aufklärung, Verwahrlosung
Die Arbeit befasst sich mit der Frage, welchen Einfluss der Konsum von Internetpornografie auf die sexuelle Entwicklung und Sozialisation von männlichen Jugendlichen hat.
Zentrale Themen sind die Entwicklung der sexuellen Identität, der Einfluss des sozialen Umfelds und der Familie, die Veränderung sexueller Normen durch Medien sowie die Auswirkungen von exzessivem Pornografiekonsum auf das Sozialverhalten.
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Jugendliche durch den (unkontrollierten) Zugang zu pornografischen Inhalten geprägt werden und welche Risiken dies für ihre Vorstellung von Liebe, Respekt und Partnerschaft birgt.
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie einem Vergleich bestehender Studien zur Jugendsexualität und Pornosozialisation.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Sozialisation und Identitätsentwicklung, die Analyse der Lebenswelten Jugendlicher im Kontext digitaler Medien und die Diskussion spezifischer Hypothesen zur Wirkung von Pornografie.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Jugendsexualität, Pornosozialisation, sexuelle Entwicklung, soziale Herkunft und der Habitualisierungseffekt.
Die Autorin betont, dass Eltern eine zentrale Rolle bei der Filterung von Medieneinflüssen und der Vermittlung von emotionalen Werten spielen. Wenn dieser Rückhalt fehlt, sind Jugendliche den verzerrten Darstellungen in Pornos oft schutzlos ausgeliefert.
Die Hypothese besagt, dass durch den ständigen Konsum von Pornografie mit expliziten oder gewalttätigen Inhalten ein Lernprozess stattfindet, durch den Jugendliche diese Darstellungen als „normal“ wahrnehmen und ihre eigene sexuelle Sensibilität abnehmen kann.
Die Arbeit weist darauf hin, dass Pornosozialisation schichtübergreifend stattfindet, jedoch besonders Jugendliche aus bildungsfernen Milieus häufiger auf sich allein gestellt sind und Pornos als Ersatz für fehlende emotionale Vorbilder oder Orientierung fungieren.
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